French Open: Novak Djokovic seit drei Jahren unbesiegt in Paris - der Altmeister dreht die Zeit zurück
Update 04/06/2025 um 12:55 GMT+2 Uhr
Novak Djokovic steht souverän im Viertelfinale der French Open und bietet nun Alexander Zverev im Kampf ums Halbfinale in Roland-Garros die Stirn. Auf dem Pariser Sand kassierte der Djoker zuletzt vor drei Jahren eine Niederlage, in seinem französischen Wohnzimmer lässt er sein Alter in den Hintergrund rücken. Laut Eurosport-Experte Boris Becker entscheidet sich das Duell gegen Zverev im Kopf.
Achtelfinale: Djokovic mit 100. Sieg in Paris - Highlights
Quelle: Eurosport
Steht Novak Djokovic im Rampenlicht, sind die Zahlenspiele nicht allzu weit entfernt.
Mit 38 Jahren und elf Tagen avancierte der serbische Superstar am Montag gegen Cameron Norrie (6:2, 6:3, 6:2) zum ältesten Viertelfinalisten der French Open seit einem gewissen István Gulyás (Ungarn), der 1971 im Alter von 39 Jahren, sieben Monaten und 15 Tagen in die Runde der letzten Acht eingezogen war.
Der Vergleich mit dem edlen Rotwein, der mit fortschreitendem Alter immer besser wird, wurde in den vergangenen Jahren unzählige Male bemüht.
Und doch vermag Djokovic stets eine Schippe draufzulegen.
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Djokovic im Club der 100
"Das ist eine sehr schöne Zahl - aber 101 Siege klingt besser", meinte Djokovic im Anschluss an seinen Viertelfinaleinzug im On-Court-Interview.
100 Partien entschied der Serbe bei den French Open für sich, diesen Meilenstein erreichte in der französischen Hauptstadt bislang nur Rafael Nadal (112).
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Djokovic tauscht Handtuch mit Fan gegen Argentinien-GOAT-Trikot
Quelle: Eurosport
Überhaupt hat neben Nadal und Djokovic nur Roger Federer (105 in Wimbledon, 102 bei den Australian Open) einen solchen Wert bei einem Grand-Slam-Turnier vorzuweisen.
Djokovic: Zum richtigen Zeitpunkt der Alte
Dass der Serbe wieder "on top" ist, kommt durchaus überraschend. Seit dem Halbfinale der Australian Open, in dem Djokovic gegen Zverev verletzungsbedingt aufgeben musste, hat der Olympiasieger von Paris 2024 eine turbulente Reise erlebt.
In den sechs Turnieren nach Melbourne scheiterte er viermal in Runde eins, beim Masters von Miami ging es immerhin bis ins Finale - wo Djokovic aber dem tschechischen Mega-Talent Jakub Mensik unterlag (6:7, 6:7).
Erst kurz vor den French Open war der Djoker plötzlich wieder der Alte.
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Spektakuläre Djokovic-Abwehr: Aber Norrie bleibt cool
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Beim Sandplatz-Turnier von Genf tütete er nämlich seinen 100. Titel auf der ATP-Tour ein und stieg damit in einen elitären Kreis auf. Neben Djokovic sammelten nur Federer (103) und Jimmy Connors (109) so viele Trophäen.
Es sind die Meilensteine, die bei Djokovic noch einmal alles rauskitzeln. Die Position in der Weltrangliste kümmert die Ikone dabei schon lange nicht mehr. "Mir ist wichtiger, einen Grand Slam oder ein großes Turnier zu gewinnen als die Nummer eins zu sein", unterstrich er unlängst.
Und genau das macht ihn so unberechenbar - auch für Zverev.
Aufgepasst, Zverev! Becker schätzt Djokovic ein
"Novak Djokovic spielt nur noch Tennis, weil er Grand Slam-Turniere gewinnen möchte. Die magische Zahl 25 steht natürlich im Raum, deswegen ist er bei Grand Slams am gefährlichsten", sagte Eurosport-Experte Boris Becker. Mit einem weiteren Major-Titel würde er sogar Margaret Court überflügeln - und endgültig über allen thronen.
Die vermeintlichen Rückschläge von Doha, Indian Wells, Madrid und Monte-Carlo - sie sind vergessen. Selbst den Altersunterschied von zehn Jahren sieht Becker nicht als ausschlaggebend in diesem Duell. Zverev mag fitter als Djokovic sein, "aber die großen Matches gewinnt man im Kopf und nicht in den Beinen", meint der sechsmalige Grand-Slam-Sieger.
"Djokovic kommt aus der Generation von Federer und Nadal, wo diese Mindgames teilweise spielentscheidend waren", führte Becker aus: "Novak wird alles daransetzen und alle Hebel in Bewegung bringen, um dieses Match zu gewinnen."
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Djokovic eilt zur Hilfe: Fairplay nach Sturz von Misolic
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Paris: Das Djokovic-Wohnzimmer
Die Zahlen geben Becker Recht. Im Achtelfinale gegen Norrie war Djokovic in den entscheidenden Momenten zur Stelle. Selbst wenn die Physis gefragt war, behielt der 38-Jährige die Oberhand: 21 von 28 Ballwechseln, die neun oder mehr Schläge dauerten, entschied Djokovic für sich.
Das mag auch daran liegen, dass sich der dreimalige French-Open-Sieger in der französischen Hauptstadt wie zu Hause fühlt. Seit seinem Viertelfinal-Aus gegen Rafael Nadal 2022 (2:6, 6:4, 2:6, 6:7) kassierte Djokovic auf Pariser Sand nämlich keine Niederlage mehr.
2023 gewann er den Titel, vor einem Jahr trat er im Viertelfinale gegen Casper Ruud verletzungsbedingt nicht an. Mit Olympia-Gold im Sommer 2024 sind es nun 24 Siege in Folge in Roland-Garros.
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Becker: "Das kann hintenraus den Unterscheid für Zverev machen"
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Ein Fragezeichen bleibt jedoch hinter der Leistungsfähigkeit des Alleskönners. Djokovic plagen Schmerzen am linken Fuß, bereits in Runde zwei gegen Corentin Moutet (6:3, 6:2, 7:6) musste er sich deswegen behandelt werden.
Auch im Rahmen seiner Vorbereitung im Trainingscenter Jean Bouin am Dienstag legte er wegen Fuß- und Schulterbeschwerden eine Pause ein. Eine Chance für Zverev?
Der Olympiasieger von Tokio trainierte jedenfalls unweit seines serbischen Gegenspielers und dürfte sich trotz der körperlichen Beschwerden der Größe dieser Aufgabe bewusst sein.
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