Alexander Zverev: Lehren aus Runde zwei der French Open gegen de Jong - ein Warnschuss zur richtigen Zeit
Update 30/05/2025 um 08:32 GMT+2 Uhr
Alexander Zverev übersteht bei den French Open die 2. Runde gegen den unangenehmen Niederländer Jesper de Jong dank einer Leistungssteigerung. Nach Startschwierigkeiten siegt der Weltranglistendritte 3:6, 6:1, 6:2, 6:3. Das 2:58 Stunden dauernde Match darf als anspruchsvoller Test auf dem Weg zum großen Erfolg gesehen werden. Denn in Runde drei wartet einer der formstärksten Spieler der Tour.
Zverev im Eurosport-Interview: "Die letzten drei Sätze waren super"
Quelle: Eurosport
Alexander Zverev ist wahrlich kein Morgenmensch. Er schläft gern. Viel und möglichst lang. Dazu steht der erfolgreichste Tennisspieler seit Boris Becker auch.
Ob er am Donnerstagmorgen etwas in Zeitnöte gekommen ist, ist nicht überliefert. Fakt ist: Bis kurz vor Beginn des ersten Matches um 11:00 Uhr auf dem Court Simonne-Mathieu im wunderschönen Gewächshaus der Anlage trainierte Zverev noch und wurde von den angesetzten Mirra Andreeva und Ashley Krueger quasi vom Platz gekehrt. Eigentlich endete seine Trainingszeit um 10:45 Uhr.
Die Extraminuten auf dem Platz halfen dem Weltranglistendritten zwei Stunden später zu Beginn seines Matches nicht. Es lief im ersten Satz zunächst wenig zusammen. "Er spielt lieber am Nachmittag, ist ein Langschläfer", meinte Eurosport-Experte Boris Becker: "So war dann auch sein erster Satz."
Was an Zverev selbst, einem gut aufgelegten Niederländer und ein bisschen ebenfalls am recht langsamen Platz lag. Alle drei Komponenten bekam Zverev mit fortlaufender Spieldauer in den Griff und benannte später den Schlüsselmoment.
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Matchball Becker zum Zverev-Sieg: Kaltstart für den Langschläfer
Quelle: Eurosport
Zverev und der langsame Court Simonne-Mathieu
Doch zunächst zurück zu den drei Komponenten. Da wäre dieser schöne Platz, den Zverev vor dem Turnier als "langsamsten Court der Anlage" bezeichnete. Das hatte sich naturgemäß innerhalb der vergangenen vier Tage nicht grundlegend geändert.
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2. Runde: Zverev dreht nach Satzrückstand auf - Highlights
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Nach seinem Sieg ging er nochmal ins Detail: "Der Platz ist der weichste. Ein Sandplatz benötigt Zeit, der Belag benötigt Zeit, um gut zu werden. Der benötigt Jahre, um dort ranzukommen, wo die anderen beiden großen Plätze sind", erklärte er mit Verweis auf den Neubau vor drei Jahre und präzisierte noch einmal: "Der Platz ist nicht schlecht, der Aufsprung ist gleichmäßig. Er ist einfach langsamer."
Zudem sei ob der Sonne und der wärmeren Temperaturen der Ball am Mittwoch deutlich höher abgesprungen. Ergo: "Ich musste anfangs meinen Rhythmus ein wenig finden."
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Alexander Zverev steht bei den French Open in der dritten Runde
Fotocredit: Imago
De Jong macht Zverev zu Beginn Mühe
Die Zeit dazu gab ihm ein gut aufgelegter Jesper de Jong jedoch nicht. Die niederländische Hoffnung gewann in der Vergangenheit in Paris schon gegen Jake Draper und sicherte sich einen Satz gegen Carlos Alcaraz.
"Er fühlt sich auf diesem Belag sehr wohl und hat härter geschlagen als Tien in Runde eins, als ich viel mehr Tempo selbst generieren musste", meinte der deutsche. Zu allem Überfluss nutzte de Jong seine erste Breakchance, ging 3:0 in Führung und sicherte sich Satz eins (6:3).
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Becker-Analyse: So gelang Zverev der Turnaround gegen de Jong
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Zverev dagegen hatte Probleme mit seinem durchschnittlichen Tempo beim zweiten Aufschlag. Das lag in Satz eins "nur" bei 165 km/h und steigerte sich erst im Matchverlauf um fast zehn km/h - ein nicht unerheblicher Unterschied auf dem höchsten Niveau, gerade für einen aufschlagdominanten Spieler wie Zverev.
Zverev-Aufschlag steigert sich
Zurück zum Schlüsselmoment des Matches: Zverev hatte einige Probleme beim ersten Servicegame des zweiten Satzes, musste wiederholt über Einstand gehen. Mit sage und schreibe fünf Assen (!) in jenem Aufschlagspiel, überstand er diese brenzlige Situation.
"Dass ich zu Beginn des zweiten Satzes meinen Aufschlag gehalten habe, war sehr, sehr wichtig", bekannte er später. Zverev hielt seinen Aufschlag, breakte den Gegner umgehend und blickte fortan nicht mehr zurück: "Ich habe dann viel aggressiver gespielt, war viel aktiver mit der Beinarbeit und mit den Armen."
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Zverev nach Sieg gegen de Jong: "Liebe es hier zu spielen"
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Nach knapp drei Stunden Spielzeit winkte er ins Publikum und bedankte sich am Stadionmikrofon für die Unterstützung. Dafür kassierte er, auch von dutzenden Deutschen Fans - warmen Applaus. Wiederum 70 Minuten später nahm er bei der Pressekonferenz Platz, sagte: "Müde bin ich jetzt nicht, das war völlig okay. Es war ein guter Test. Er hat gutes Tennis gezeigt."
Cobolli wird ein Härtetest für Zverev
Das letzte Zitat passt ebenfalls zu Zverevs Drittrunden-Gegner Flavio Cobolli. Der 23-jährige Italiener ist einer der formstärksten Spieler der ATP-Tour. Er reiste mit dem Hamburg-Titel im Gepäck nach Paris, besiegte dort im Finale Andrey Rublev glatt in zwei Sätzen und ließ hier zunächst Marin Cilic keine Chance. Am Donnerstag eliminierte er Landsmann Matteo Arnaldi in vier Sätzen.
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2. Runde: Cobolli macht Duell mit Zverev klar - Highlights
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Cobolli ist auf der Tour schon länger bekannt für seinen unermüdlichen Kampfgeist und eine sehr gute Physis und Schnelligkeit. Der Italiener ist einer der wenigen Spieler, die auch mit den physisch stärksten Spielern der Tour - wie Zverev - mithalten können.
Der Weltranglisten-26. steht nicht zufällig auf einem Karrierehoch. Seine Auf und Abs auf dem Platz sind weniger geworden. Nach dem Test von Donnerstag wartet am Samstag ein Spieler der nächsthöheren Kategorie - ein echter Prüfstein für Spiel und Fitness von Alexander Zverev.
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Wirbel um Entscheidung: Zverev diskutiert mit Schiedsrichter
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