Alexander Zverev nach seinem Sieg bei den French Open endlich am Ziel: "Egal, was noch passiert ..."
Update 07/06/2026 um 23:32 GMT+2 Uhr
Alexander Zverev hat nach seinem Sieg bei den French Open einen tiefen Einblick in sein Seelenleben geliefert. Auf der Pressekonferenz nach dem gewonnenen Finale gegen den Italiener Flavio Cobolli gab der Hamburger zu, dass er im Falle einer Niederlage den "Glauben" an sich selbst wohl verloren hätte. Der lang ersehnte Grand-Slam-Titel gebe ihm nun aber endlich "Freiheit", so Zverev weiter.
Zverev lässt tief blicken: "Am Ende haben wir es geschafft"
Quelle: Eurosport
"Ich hatte Krämpfe. Ich war den ganzen Tag sehr angespannt. Ich glaube nicht, dass sie körperlich bedingt waren, sondern mental", gestand der 29-Jährige auf der Pressekonferenz nach seinem Triumph in Roland-Garros.
Die körperlichen Beschwerden hätten ihn allerdings nur kurz behindert, anschließend hätten sie "geholfen, mich zu lockern - locker zu lassen. Danach habe ich meine Schläge besser getroffen. Ich bin froh, dass der fünfte Satz dann in meine Richtung lief."
Ganze 41 Mal war Zverev in seiner Karriere zu einem Grand Slam angetreten - mit 29 Jahren und nach drei verlorenen Endspielen konnte er nun endlich die ersehnte Major-Trophäe in die Höhe recken. Dabei blickte Zverev auch auf schwierige Zeiten zurück:
"Letztes Jahr war eine der schwersten Phasen meiner Karriere, jetzt ist es die glücklichste. Es fühlt sich komplett anders an. Wenn jemand denken sollte, dass ich vielleicht der schlechteste Spieler bin, der je einen Grand Slam gewonnen hat, wäre mir das komplett egal."
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"Betrunkener" Zverev lässt tief blicken
Den Sieger-Champagner hatte der Deutsche bei seinem Interview-Marathon aber wohl bereits genossen. Zumindest scherzte Zverev mit den anwesenden Journalisten: "Ich bin schon ein bisschen betrunken, sorry, wenn ich mich wiederhole. Aber ich bin einfach froh, neben dieser Trophäe zu sitzen."
Doch die Erleichterung überwog. Zu lange hatte Zverev den Makel des "Unvollendeten" mit sich herumtragen müssen: "Egal, was noch passiert, jetzt bin ich ein Grand-Slam-Sieger. Und das kann mir niemand mehr nehmen. Vielleicht gibt mir das auch Freiheit. Vielleicht ist mein Kopf dann auch ruhiger, wenn ich ein Finale spiele. Denn auch, wenn ich noch eins verliere, bin ich trotzdem ein Grand-Slam-Champion."
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Finale: Zverev beendet deutsche Grand-Slam-Durststrecke - Highlights
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Zverev ehrlich: "Diese Erinnerung schlägt sie alle"
Unumwunden gab der Hamburger zu, dass der "Glaube an mich selbst" im Falle einer Niederlage verloren gegangen wäre. "Aber jetzt, wo ich ihn gewonnen habe, fühle ich mich so, als könnte ich es wieder tun."
Er selbst habe immer Vertrauen in seine Stärken gehabt: "Ich habe immer geglaubt, dass ich einen gewinnen werde. Da bin ich auch ehrlich. Ich habe immer gesagt: Ich gebe nicht auf, bevor ich einen gewinne."
Dabei holte Zverev seinen ersten Grand-Slam-Triumph auf einem ganz besonderen Platz. Auf Court Philippe-Chatrier hatte er sich im Halbfinale gegen Rafael Nadal 2022 schwer verletzt, vor zwei Jahren verlor er trotz Führung gegen Carlos Alcaraz im Endspiel.
"Als ich am Boden lag, kamen all diese Emotionen. Dieser Platz ist etwas ganz Besonderes für mich, im Positiven wie im Negativen: Hier habe ich mit die schlimmsten Momente meiner Karriere erlebt. Ich lag hier mit einer Verletzung, wo ich nicht wusste, ob ich mich davon nochmal erholen werde. Ich habe hier ein Finale verloren. All diese Erinnerungen sind noch da, aber diese schlägt sie alle."
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