Gabriela Sabatini spricht über frühes Karriereende aus menatlen Gründen und ihren Respekt vor Steffi Graf auf und neben dem Platz

Sie galt als eine der größten Konkurrentinnen von Steffi Graf, dann beendete Gabriela Sabatini 1996 im Alter von nur 26 Jahren ihre Karriere. Im Interview mit der "Bild"-Zeitung sprach die Argentinierin über die Gründe. Vor allem habe sie den Spaß an der Sportart verloren. "Ich habe das Spiel einfach nicht mehr genossen. Das begann schon einige Zeit vor dem Karriereende", gestand Sabatini.

Gabriela Sabatini

Fotocredit: Getty Images

"Ich habe das sogar mit meinem Psychologen besprochen, um sicherzugehen, dass ich es nicht bereuen würde. Letztlich war ich mir dann aber sicher, dass ich aufhören wollte. Ich war mental müde von den Zwängen und dem Druck des Profi-Tennis", fügte sie hinzu.
Vor allem habe sie der Zwang mit den Jahren mental erschöpft. Dadurch, immer trainieren zu müssen, genau auf die Ernährung zu achten und kaum zu Hause sein zu können, habe sie keine Freude am Tennis mehr gehabt. Selbst nach dem Karriereende habe sich das zunächst nicht gelegt.
"Ich musste mir erst mal selbst erklären, dass ich plötzlich tun konnte, was ich wollte. Und genau das war mein Wunsch: Zu leben wie ein normaler Mensch. Beispielweise mit meinen Freundinnen essen zu gehen, ohne auf die Uhr zu schauen. Das hatte ich zuvor jahrelang nicht mehr, weil ich ja schon mit 14 Jahren professionell Tennis gespielt habe", sagte Sabatini.
Durch ihre anschließende Pause habe sie aber die Freude am Tennis wiedergefunden. So habe sie großen Spaß bei Teilnahmen an Legenden-Turnieren, wie etwa an der Seite von Gisela Dulko beim Legenden-Doppel 2022 bei den French Open.

Sabatini zu Graf: "Eine der Größten"

An ihre Duelle mit Steffi Graf habe sie sehr positive Erinnerungen, auch wenn sie von 40 Aufeinandertreffen nur elf für sich entscheiden konnte und 29 verlor.
"Steffi war und ist für mich eine der Größten, wenn nicht sogar die Allergrößte! Ich hatte zwar einige bittere Niederlagen gegen sie, bin ihr aber dankbar. Denn sie hat mein bestes Tennis aus mir herausgekitzelt. Unsere sportliche Rivalität hat außerdem für unvergessliche Momente gesorgt, an die ich bis heute gerne zurückdenke", so Sabatini.

Sabatini über Graf: "Ich mag ihre Art unheimlich gerne"

Mehr noch als die Spielerin schätze sie Graf aber auch abseits des Platzes. "Nachdem mit unseren Karrieren auch unsere Rivalität als Sportlerinnen zu Ende gegangen war, haben wir uns als Menschen besser kennenlernen können. Ich mag ihre Art unheimlich gerne. Sie ist sehr bodenständig und privat. Sie lebt für ihre Familie und die Kinder", sagte die 55-Jährige. Die beiden hätten nach wie vor miteinander Kontakt.
Ihren größten Erfolg feierte Sabatini mit dem Sieg bei den US Open 1990, damals im Finale gegen Graf. Zudem sicherten sich die beiden 1988 in Wimbledon gemeinsam den Doppeltitel - und Sabatini war sowohl 1988 als auch 1994 im Einzel bei den WTA Tour Championships erfolgreich.
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Quelle: SID


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