Carlos Alcaraz bekommt im Finale des Six Kings Slam Revanche gegen Jannik Sinner - es geht aber nicht nur um Sport

Carlos Alcaraz und Jannik Sinner stehen im Finale des Six Kings Slam. Wer sonst, muss man fast fragen. Im Unterschied zu den bislang 15 offiziellen Partien der beiden Superstars herrscht dieses Mal nicht nur Vorfreude auf ein grandioses Duell. Stattdessen müssen die Spieler erklären, warum sie überhaupt antreten in Riad und wie sich das mit der Belastungssteuerung verträgt. Es ist ein Balanceakt.

Jannik Sinner ist Titelverteidiger beim Six Kings Slam

Fotocredit: Imago

Natürlich verstehe er die Kritik, betonte Carlos Alcaraz, "aber manchmal verstehen die Leute uns und unsere Meinung nicht. Wenn ich sehe, wie sich viele darüber beschweren, dass wir die Exhibition-Matches verteidigen, verstehe ich sie nicht. Denn es ist mental nicht wirklich anstrengend", betonte der 22-Jährige im Gespräch mit der Nachrichtenagentur "PA Media".
Darin liege der entscheidende Unterschied zu "offiziellen Turnieren, die 15 oder 16 Tage dauern und bei denen man sich stark konzentrieren und körperlich anstrengen muss."
Alcaraz' detaillierte Ausführungen zeigen: Der Six Kings Slam ist ein brisantes Thema, in mehrfacher Hinsicht. Zum einen steht der Vorwurf des "Sportwashings" gegenüber dem saudischen Veranstalter im Raum, zum anderen klagen die Spieler seit Jahren über den zu vollen Turnierkalender und die damit verbundene Belastung.
Argumentativ ist es infolgedessen ein Problem, wenn die Profis auf der anderen Seite zusätzlich Show-Events wie jenes in Saudi-Arabien spielen. Zumal Alcaraz forderte, dass die ATP "dringend etwas am Kalender ändern" müsse. Es ist eine heikle Mission.
Doch es geht um viel in der anb Arena von Riad. Nicht aus sportlicher Perspektive, wohl aber aus finanzieller. Sechs Millionen US-Dollar soll der Turniersieger einstreichen, mehr als bei jedem der vier Grand-Slam-Wettbewerbe.
Allein für die Teilnahme wurde an die "Six Kings" Alcaraz, Sinner, Novak Djokovic, Alexander Zverev, Taylor Fritz und Stefanos Tsitsipas jeweils eine Gage von 1,5 Millionen US-Dollar ausgeschüttet. Für Zverev und Tsistipas, die ihre Auftaktbegegnungen verloren und ausschieden, ein höchst lukrativer Ausflug.

Sinner ehrlich: "Ich würde lügen, wenn ..."

"Wir alle haben eine Leidenschaft für Tennis, aber ich würde lügen, wenn ich behaupten würde, dass das Geld keine Rolle spielt. Wir alle wissen, was auf dem Spiel steht", räumte Titelverteidiger Sinner auf einer Pressekonferenz ein.
Aber: Er spiele "nicht für Geld, auch wenn das Preisgeld schön ist. Es ist ganz einfach, ich bin da hin, weil ich mich dort mit den möglicherweise besten fünf Spielern der Welt messen kann. Das Geld ist dann ein Extra oben drauf", hatte Sinner schon nach seinem Titelgewinn 2024 im Gespräch mit Eurosport erklärt.

Alcaraz und Sinner dominieren wieder

Wie schon bei der Premiere des Events vor einem Jahr hat der Italiener nun die Chance, das exorbitante Preisgeld abzuräumen. Eine Prognose über den Ausgang des Finals (heute ab 20:30 Uhr im Liveticker) lässt sich schwer treffen. Alcaraz sagte zuletzt das ATP Masters in Shanghai aufgrund "körperlicher Probleme" ab, Sinner trat zwar an, musste aber sein Drittrundenspiel von Krämpfen geschüttelt abbrechen.
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Tennis: Jannik Sinner im Halbfinale des Six Kings Slam 2025 gegen Novak Djokovic

Fotocredit: Imago

"Ich fühle mich nicht bei 100 Prozent, die Zweifel sind da, wenn ich auf dem Platz bin - aber es hat sich viel verbessert", gab Alcaraz vor ein paar Tagen zu Protokoll. Der Spanier hat im Hinblick auf die Belastung den Vorteil, dass er fürs Halbfinale gesetzt war und dort Fritz klar bezwang.
Titelverteidiger Sinner musste dagegen bereits im Viertelfinale einsteigen, was an der eigenwilligen Setzung lag, die sich an der Zahl der Grand-Slam-Titel bemaß. Der 24-Jährige ließ zunächst Tsitsipas keine Chance, ehe er im Halbfinale Djokovic vom Platz fegte.

Alcaraz: "Ich finde das großartig"

Vor einem Jahr setzte sich der Südtiroler im Endspiel von Riad 6:7 (5:7), 6:3, 6:3 gegen Alcaraz durch, die vergangenen beiden Matches auf Hartplatz in dieser Saison (Finale US Open, Finale Masters Cincinnati) verlor er allerdings. "Carlos ist ein unglaubliches Talent", lobte Sinner seinen Rivalen in Riad. "Ich schaue zu diesen Spielern auf, zu Novak, zu Carlos."
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Carlos Alcaraz beim Six Kings Slam 2025

Fotocredit: Getty Images

Das Finale beim Six Kings Slam werden die beiden Rivalen und Freunde wohl lockerer angehen lassen. "Ich kann nur sagen, dass es ein ganz anderes Format ist, eine ganz andere Situation", erinnerte Alcaraz an den massiven Unterschied zu den großen Turnieren auf der Tour. "Deshalb haben wir einfach ein oder zwei Tage lang Spaß und spielen ein bisschen Tennis. Ich finde das großartig - und darum entscheiden wir uns manchmal für Exhibition-Matches."
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Zverev hadert mit nächster Verletzung

Quelle: SID


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