Iga Swiatek nach positivem Dopingtest für einen Monat gesperrt - Verunreinigtes Medikament sorgt für Sperre

Iga Swiatek hat nach einem positiven Dopingtest im August 2024 wegen eines kontaminierten Medikaments eine einmonatige Sperre akzeptiert. Dies teilte die International Tennis Integrity Agency (ITIA) am Donnerstag mit. Die Polin wurde außerhalb eines Turniers positiv auf die verbotene Substanz Trimetazidin (TMZ) getestet. Swiatek konnte jedoch kein signifikantes Verschulden nachgewiesen werden.

Swiatek zur Dopingsperre: "Starkes Gefühl der Ungerechtigkeit"

Quelle: Perform

Die 23-Jährige wurde vom 22. September bis zum 4. Oktober vorläufig gesperrt und verpasste drei Turniere, die auf die Sanktion angerechnet wurden. Entsprechend bleiben noch acht Tage übrig. Die Sperre endet am 4. Dezember 2024, nachdem Swiatek am 27. November diese akzeptierte.
Die Polin, die in diesem Jahr die French Open zum vierten Mal gewann, verliert auch ihr Preisgeld von den Cincinnati Open, die unmittelbar nach dem positiven Test stattfanden. Swiatek erreichte bei dem Turnier in den USA das Halbfinale.
Sie gab gegenüber der ITIA an, dass der positive Dopingtest durch die Verunreinigung eines nicht verschreibungspflichtigen Medikaments (Melatonin) verursacht wurde, das in Polen hergestellt und verkauft wird. Sie habe es gegen Jetlag und Schlafprobleme eingenommen.
Da das Mittel ohne Verschulden oder Wissen von Swiatek verunreinigt wurde, sei der Verstoß "nicht vorsätzlich", so die ITIA in einem Statement. Der Fall werde daher als "kein erhebliches Verschulden" eingestuft.

Swiatek: "Härteste Zeit meiner bisherigen Karriere"

Wie die ITIA am Donnerstag weiter bekannt gab, war in Swiateks Blut bei einem Test am 12. August der im Leistungssport verbotene Wirkstoff nachgewiesen worden.
Es ist eine Substanz, die zuletzt in weiteren prominenten Fällen auftauchte. Die russische Eiskunstläuferin Kamila Valieva etwa wurde aufgrund eines Nachweises Anfang 2024 nachträglich von der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA für vier Jahre gesperrt.
"Das war die härteste Zeit in meiner bisherigen Karriere", teilte Swiatek in einer Stellungnahme mit: "Es war überaus bedauerlich, da ich nichts falsch gemacht habe." Sie glaube jedoch daran, dass die Stärke eines Sportlers sich auch darin zeige, wie er sich nach einem unverschuldeten Ereignis wieder aufraffe.

Doping: Swiatek nach Sinner nächster prominenter Fall im Tennis

Swiatek ist bereits der zweite prominente Dopingfall im Tennis in diesem Jahr, nachdem im Frühjahr der heutige Weltranglistenerste Jannik Sinner positiv auf das verbotene Steroid Clostebol getestet worden war.
Ein von der ITIA beauftragtes unabhängiges Gericht hatte den Italiener freigesprochen, nach einem Einspruch der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) liegt der Fall vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS.
Die WADA kündigte nun auf "SID"-Anfrage an, auch die Entscheidung über Swiatek "sorgfältig zu prüfen". Man behalte sich das Recht vor, gegebenenfalls beim Internationalen Sportgerichtshof CAS Berufung einzulegen.

WTA sichert Swiatek volle Unterstützung zu

Auch rund um die positiven Proben bei Sinner, der in diesem Jahr die Australian Open, die US Open, die ATP Finals und den Davis Cup gewann, bemängelten Beobachter eine fehlende Transparenz. Die ITIA informierte die Öffentlichkeit erst lange nach dem Vorfällen.
Sinner gab an, die Substanz sei durch den Kontakt mit seinem Physio in seinen Körper gelangt und blieb vorerst straffrei, was zu Diskussionen in der Szene führte.
Im September schaltete sich dann die WADA ein, eine Strafe von bis zu zwei Jahren bleibt möglich. Auch der Fall Swiatek wird noch genauer unter die Lupe genommen werden.
Die Spielerinnenvereinigung WTA kündigte die "volle Unterstützung" Swiateks an. "Iga hat stets ein starkes Engagement für faires Spiel und die Einhaltung der Grundsätze eines sauberen Sports gezeigt, und dieser bedauerliche Vorfall unterstreicht die Herausforderungen, denen sich Athleten bei der Verwendung von Medikamenten und Nahrungsergänzungsmitteln gegenübersehen", hieß es in einer Stellungnahme.
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(mit SID)
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Quelle: Eurosport


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