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Kampf der Geschlechter: Best-of-Five für alle?
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Publiziert 28/05/2015 um 16:03 GMT+2 Uhr
Andy Murray liegt zwar gerade im Krankenhaus flach, eine Grundsatzdiskussion konnte er dennoch vorher noch anstoßen: Mal wieder geht es um das leidige Thema, das inzwischen viermal pro Saison die Gemüter erhitzt - vornehmlich die der männlichen Tennisprofis.
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Denn dass die Damen bei den Grand Slams das gleiche Preisgeld kassieren, dafür im Schnitt aber deutlich kürzer auf dem Platz ackern müssen, schmeckt den Herren der Schöpfung überhaupt nicht. "Entweder die Männer spielen nur noch über zwei Gewinnsätze oder die Frauen spielen auch Best-of-Five", forderte Murray also: "Das ist es doch, was uns mehr nervt, als das gleiche Preisgeld an sich."
"Bereit, gewillt und in der Lage"
Daraufhin kam von WTA-Chefin Stacey Allaster eine Ansage, die die Grand-Slam-Turniere bald neu definieren könnte: Die Spielerinnen seien "bereit, gewillt und in der Lage" Fünfsatzmatches zu spielen - "man muss uns nur fragen." Die Frage ist nur - bei allem Gemurre aus dem Lager der Männer - wer sollte sie denn eigentlich fragen? Die Organisatoren aus Melbourne, Paris, London und New York zumindest werden den Teufel tun!
Einen Spielplan in zwei Wochen durchzuboxen, inklusive Wetterkapriolen und mit den Marathonmatches der Herren, reicht ihnen als Herausforderung völlig aus. Und es hat ja einen Grund, dass sich die Veranstalter schon zwischen den Jahren 1984 bis 1998 mit Händen und Füßen dagegen gewehrt hatten, den Modus für die Damen zu übernehmen, als beim Ladies-Masters am Saisonende in dieser Zeit noch über drei Gewinnsätze gespielt wurde - keiner war so verrückt, zu sagen: Prima, ab jetzt auch bei unserem Grand Slam.
Was passiert mit den Ticketpreisen?
Denn was wäre denn, wenn etwa bei den French Open auch die Damen Best-of-Five spielen würden? Auf Sand dauern die Partien ohnehin meist länger, der Spielplan würde auch mit den 17 Courts in Roland Garros kaum bis Einbruch der Dunkelheit über die Bühne gehen. Flutlicht und Dächer gibt es ja erst in ein paar Jahren, und wenn es dann Regenpausen gibt, wird sicher nicht bloß das Herrenfinale montags zu Ende gespielt. Dabei hat Paris schon einen Turniertag mehr.
Andererseits würden wir kein langweiliges, einseitiges Finale in Lichtgeschwindigkeit mehr sehen, wie eigentlich fast immer in Paris und wie auch in diesem Jahr zwischen Serena Williams und Maria Scharapowa - das ist wahr. Auch im Endspiel von Wimbledon hätte man gerne mehr fürs Eintrittsgeld gesehen, obwohl Lisickis Qual noch maximiert worden wäre. Wenn man die Wahl hat, ein Ticket für ein Halbfinale bei den Frauen oder den Männern zu kaufen, würden sich die meisten wohl für die Männer entscheiden, weil man im Zweifel mehr Tennis fürs Geld geboten bekommt. Doch würden die Ticketpreise dann künftig nicht auch steigen?
Es heißt Grand Slam, nicht Mini Slam...
Und "Mann" sollte lieber vorsichtig sein mit dem, was er sich wünscht: Die Männer hassen es doch jetzt schon, wenn sie durch ein langes Damenmatch auf ihren Einsatz warten müssen. Wollen sie jetzt noch elendig viel länger warten? Und das vielleicht noch bei Night Sessions? Da dürfte der Spielbetrieb in New York und Melbourne dann regelmäßig bis 2:00 Uhr morgens gehen, wenn die Damen vorher auch schon fünf Sätze spielen.
Wie viele Zuschauer wären dann noch im Stadion? Eine Möglichkeit wäre auch, erst ab dem Viertelfinale Best-of-Five zu spielen - natürlich für alle. Lahme Damen-Endspiele wären dann passé, aber wohl vor allem auch der besondere Grand-Slam-Reiz im Herrenwettbewerb. Und sobald einer der Topstars plötzlich in der zweiten Runde in zwei Sätzen rausfliegt, wäre das Geschrei dann wieder groß.
Und wir wollen doch die packenden Fünfsatzmatches sehen. Es heißt ja Grand Slam und nicht Mini Slam. Da muss schon mehr gefordert sein, als im Tour-Alltag. Aber muss das auch zwingend für die Frauen gelten? Schließlich lehrt die Erfahrung, dass auch längst nicht alle langen Herrenmatches in den ersten Runden wirklich prickelnd sind. Sollte man da bei den Damen nicht lieber beim System bleiben, dass sich bei den Grand Slams seit Jahrzehnten als bewährt erwiesen und bezahlt gemacht hat? Die TV-Sender werden sicher nicht daran rütteln wollen. Völlige Unberechenbarkeit ist Gift für ihr Geschäft. Und schließlich geht es bei der Aufteilung des Preisgeldes doch um mehr, als das Stoppen der Matchdauer. Die Damen sind genauso ein Teil der erfolgreichen und lukrativen Grand-Slam-Show wie die Männer - also sollte es wohl Fifty-Fifty heißen.
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