Lucas Pouille gesteht Depressionen und Alkoholprobleme: "Wäre fast in der Nervenklinik gelandet"

Der französische Tennis-Profi Lucas Pouille hat in einem ausführlichen Interview mit "L'Équipe" über eine Phase seines Lebens gesprochen, in der er unter Depressionen litt. Diese äußerten sich in Schlaflosigkeit und Alkoholkonsum. Der 29-Jährige gestand, dass er während jener Zeit sogar seinen Trainer belog. Mittlerweile gehe es Pouille jedoch glücklicherweise wieder besser.

Lucas Pouille

Fotocredit: Getty Images

Lucas Pouille zählte einst zu den größten Tennis-Talenten Frankreichs. 2016 bezwang er bei den US Open Superstar Rafael Nadal, ein Jahr später gewann er mit seinem Land den Davis Cup. 2018 sicherte er sich einen Platz in den Top Ten der Weltrangliste, 2019 war bei den Australian Open erst im Halbfinale Endstation.
Im Anschluss an seine erfolgreiche Phase folgte jedoch der Absturz. Nach einer Operation am Ellenbogen im Jahr 2020 fand Pouille nicht mehr in die Spur. Auch, weil der mittlerweile 29-Jährige mit schwerwiegenden psychischen Problemen zu kämpfen hatte, wie er nun in einem ausführlichen Interview mit "L'Équipe" verriet.
Besonders schwierig sei die Zeit nach den French Open im vergangenen Jahr gewesen. "Ich litt an einer Depression, schlief nur eine Stunde pro Nacht und begann, alleine zu trinken", gestand er. Damals habe er sich eigentlich in einem Krankenhaus von einer Rippenverletzung erholen sollen. "Aber ich konnte in den Nächten nicht schlafen, ich starrte mit aufgerissenen Augen an die Decke. Es war wirklich gruselig."
Eigenen Angaben zufolge verschloss er sich, anstatt über seine Depressionen zu sprechen. Sogar seinen Trainer Felix Mantilla belog er seinerzeit. "Ich habe ihm gesagt, die verschlafenen Augen kämen von einer Allergie", erklärte Pouille, der sich schließlich den Entschluss fasste, die Tennisschuhe fürs Erste an den Nagel zu hängen. Eine Entscheidungm die er rückblickend als richtig einordnet: "Sonst wäre ich in der Nervenklinik von Sainte-Anne gelandet."

Pouille: "Das ist wichtiger als schöne Autos"

Mittlerweile ist Pouille zurück auf dem Tennisplatz. Er kämpft zwar nicht mehr um die ganz großen Titel, dennoch fühle er sich wohl. "Der Lebensstil hat sich natürlich geändert. Vom Grand-Slam-Halbfinale zur ersten Runde an einem Challenger gibt es einige Nullen weniger", sagte er mit Blick auf die Preisgelder.
Doch Pouille habe gelernt, andere Prioritäten in seinem Leben zu setzen. "Wenn du jung bist und Geld verdienst, nutzt du es aus. Du siehst Prioritäten, wo keine sind. Ich bin jetzt reifer. Ich habe meine Tocher. Das ist wichtiger als Klamotten oder schöne Autos."
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Quelle: SNTV

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