Stefanos Tsitsipas beendet Titel-Durststrecke - warum der Erfolg die Wende nach der langen Krise bedeuten kann
Stefanos Tsitsipas kann nach einer Unmenge an Widrigkeiten sportlich durchatmen. In der Höhe von Gstaad im Berner Oberland holte der 27-Jährige sich nach mehr als 16 Monate andauernder Durststrecke wieder einen Titel auf der ATP Tour. Dem waren Tiefschläge auf dem Platz, Verletzungen, Kritik von Trainerseite und der erneuten Trennung vom Vater vorausgegangen. Nun deutet einiges auf die Wende hin.
Tsitsipas feiert ersten Turniersieg seit über einem Jahr - Highlights
Quelle: SNTV
Im Sport wird gerne vom sogenannten Befreiungsschlag gesprochen, wenn auf lange Phasen des Misserfolgs ein Triumph folgt. Zu Stefanos Tsitsipas passt das geflügelte Wort perfekt.
Der Sandplatzwettbewerb in der Schweiz mag "nur" ein 250er-Turnier gewesen sein, der Grieche aber führte beim höchstgelegenen Tour-Event Europas (1050 m über NN) für sich den wichtigen Beweis, dass er mit Schwierigkeiten umgehen und wieder erfolgreich sein kann.
"Heute könnte ich mich nicht glücklicher fühlen, könnte nicht glücklicher sein", brach es nach dem 6:4, 6:7 (3:7), 6:3 im Finale gegen den Belgier Raphaël Collignon aus Tsitsipas heraus.
Tennis
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20/07/2026 um 10:25 Uhr
Man darf annehmen, dass da eine Menge Erleichterung mitschwang - denn der Weg in den 16 vergangenen Monaten war lang und steinig. Körperlich bremsten Tsitsipas eine Verletzung am unteren linken Rücken und eine am Psoas-Muskel aus.
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Stefanos Tsitsipas bei der Siegerehrung in Gstaad
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Die Blessuren führten zu mentalen Blockaden. Er sei "sehr gestresst und angespannt. Ich glaube, das spielt eine Rolle, ebenso wie das mangelnde Vertrauen in mein Tennis", räumte der Athener im vergangenen September ein.
Tsitsipas: Trennung von Ivanisevic und Vater
Gut zwei Monate zuvor fand die Zusammenarbeit mit Coach Goran Ivanisevic ein - von scharfer Kritik begleitetes - Ende. Er sei "schockiert, ich habe noch nie einen so unvorbereiteten Spieler gesehen", bemängelte der Kroate. "Wirklich schlimm" sei das. Kurz darauf, nach Wimbledon, folgte die Trennung.
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"Habe einen Marathon überlebt": Tsitsipas nach Turniersieg erleichtert
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Eine ähnliche Entscheidung traf Tsitsipas ein Jahr später. Kurz vor Beginn des Rasenklassikers ging wieder ein Coach von Bord.
- Lesetipp: Tsitsipas bezeichnet ATP als "korrupt"
Dieses Mal betraf es Vater Apostolos, mit dem er während seiner Jahre auf der ATP Tour immer wieder aneinandergeraten war. Er empfinde "eine große Erleichterung über die Entscheidung", betonte der Sohn und verpflichtete Thomas Perrin aus der bekannten Mouratoglou-Akademie als neuen Trainer.
Die Fallhöhe bei Tsitsipas ist beträchtlich
Tsitsipas wirkt mitunter wie ein Suchender, was ob der beträchtlichen Fallhöhe absolut nachvollziehbar ist. Zweimal stand er bereits in einem Grand-Slam-Finale (French Open 2021, Australian Open 2023), im August vor fünf Jahren gehörte er als Nummer drei der Weltrangliste zur Beletage im Welttennis. Das traditionsreiche Masters von Monte-Carlo gewann Tsitsipas innerhalb von vier Jahren dreimal (2021, 2022, 2024).
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Tsitsipas wollte Karriere beenden: "Lieber aufhören, als ständig leiden"
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Die Frage damals lautete: Wann räumt der talentierte Rechtshänder seinen ersten Grand-Slam-Titel ab? Die Realität ist inzwischen eine andere.
Tsitsipas wurde in dieser Saison bis auf Position 88 im ATP-Ranking durchgereicht, bei Grand-Slam-Turnieren schied er neunmal in Serie spätestens in der 2. Runde aus. Zwischendrin dachte er auch schon mal laut über das Karriereende nach ("Wenn ich nicht mithalten kann, muss ich aufhören, aber ich will nicht, dass das passiert").
Gstaad verlangt Tsitsipas alles ab - am Ende steht der Titel
Fakten, die man kennen muss, um zu verstehen, welche Bedeutung der verhältnismäßig kleine Titel von Gstaad für Tsitsipas hat - zumal er auch in den Schweizer Alpen Widerstände zu überwinden hatte. "Ich hatte in den vergangenen Tagen mit einigen Schmerzen zu kämpfen, musste eine Menge verschiedener Herausforderungen bewältigen", berichtete der Champion nach dem Endspiel.
Im Final-Duell gegen Raphaël Collignon habe er einen "Marathon überstanden". Jedes Matches in Gstaad "kam mir so vor, als würde es nie enden - und irgendwie habe ich es jedes Mal geschafft, den Sieg zu erringen". Tatsächlich gelang Tsitsipas nur in der 1. Runde ein Zweisatzerfolg, die anderen vier Partien zogen sich über drei Sätze. Schwerstarbeit in der Höhenluft.
Tsitsipas glücklich: "Ein verrücktes Gefühl"
"Das Ergebnis war natürlich das Beste, das ich mir seit Beginn der Woche hätte vorstellen können", freute sich der Grieche, der prompt einen gewaltigen Satz in der Weltrangliste um 34 Positionen nach vorne machte und nun wieder an den Top 50 kratzt (51).
"Ein verrücktes Gefühl." So fasste Tsitsipas seine Gemütslage in der Schweiz in drei Worte. Damit reiste der Turniersieger zunächst nach Hause - bevor er ins Flugzeug steigt, um beim sogenannten US Swing, der mit den US Open gipfelt, sein neues Gesicht zu zeigen.
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Tsitsipas wehrt sich vergeblich gegen Erstrunden-Aus - Highlights
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