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Novak Djokovic verpflichtet Andy Murray als Coach - Mats Wilander und Álex Corretja erklären Schachzug des Superstars
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Update 27/11/2024 um 18:08 GMT+1 Uhr
Novak Djokovic zieht auf der Jagd nach dem 25. Grand-Slam-Titel alle Register. Wenig verwunderlich, ist der Serbe doch bekannt dafür, für den Erfolg an den unterschiedlichsten Stellschrauben zu drehen. Mit der Verpflichtung von Andy Murray als Coach ist Djokovic trotzdem ein Überraschungscoup gelungen, aber welches sportliche Kalkül steckt dahinter? Mats Wilander und Àlex Corretja klären auf.
Wilander on what Murray will bring to Djokovic’s game and how it could test their relationship
Quelle: Eurosport
Freund, Trauzeuge, Gegner - und jetzt auch Trainer. Andy Murray verbindet eine ungewöhnliche Beziehung mit Novak Djokovic. Nun soll der Schotte dem Serben helfen, den letzten großen Karrieretraum zu erfüllen.
Es geht natürlich um den 25. Titel bei einem Grand-Slam-Turnier. Nicht nur eine schöne Zahl, sondern vor allem die Steigerung jenes Rekords, den er sich aktuell mit Margaret Court teilen muss, die ebenfalls 24 Major-Wettbewerbe für sich entschied.
Allerdings: Die Saison 2024 zeigte, dass Djokovic mindestens zwei massive Probleme hat: Jannik Sinner und Carlos Alcaraz. Dem Italiener unterlag er bei den Australian Open und in Indian Wells, dem Spanier im Wimbledon-Finale.
Gewonnen hat Djokovic gegen die beiden Senkrechtstarter nur einmal: im Endspiel von Paris, als er sich gegen Alcaraz erstmals Olympia-Gold sicherte und damit die letzte echte Lücke seiner Titelsammlung schloss.
Corretja rät Djokovic: Nur Aggressivität hilft
Es war aber nicht zu übersehen, dass er über das Jahr betrachtet nicht an das Niveau der Shootingstars herankam - und genau da kommt Murray ins Spiel. Der ehemalige Weltranglistenerste, der seine Laufbahn im Sommer bei Olympia beendete, werde "sicher eine große Hilfe sein", sagt Tennis-Legende Mats Wilander im Exklusiv-Interview mit Eurosport. "Andy hat gegen alle gespielt, gegen die Novak antreten wird. Er hat sie gesehen, mit ihnen trainiert. Er hat mit Spielern wie Sinner, Alcaraz, Daniil Medvedev, Stefanos Tsitsipas und Alexander Zverev gesprochen."
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Highlights: Djokovic holt Gold in Final-Thriller gegen Alcaraz
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Murray werde Djokovic zwar keine Geheimnisse verraten können, "aber er hat eine andere Meinung, wenn es um den Stil geht, wie diese jüngeren Profis spielen".
Ähnlich sieht es Àlex Corretja im Gespräch mit Eurosport. "Novak muss anfangen, die Dinge ein bisschen anders zu machen. Er war sehr solide und sehr beständig, fast wie eine perfekte Maschine", so der French-Open-Finalist von 1998 und 2001. Die Schwierigkeit bestehe darin, dass "die anderen Jungs jünger sind, sich etwas schneller bewegen". Die Lösung für Djokovic? "Ich erwarte eine sehr aggressive Version von Novak, denn sonst wird er es schwer haben", betont Corretja.
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‘Smart move’ – Corretja explains why Murray appointment could be bad news for Djokovic’s rivals
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Mit Aggressivität alleine wird Sinner und Alcaraz indes nicht beizukommen sein. Es braucht zudem eine angepasste Strategie - und auch hier könne Murray eine große Hilfe sein. "Er kennt die Taktik der Gegner sehr genau. Andy weiß, wie es ist, wenn man als Routinier von den jungen Spielern bedrängt wird und wie man sich dagegen wehren und dem Kontrahenten wehtun kann", führt der Eurosport-Experte aus.
Djokovic und Murray "eine explosive Kombination"
Zusammen mit Murray könne Djokovic nun an der Taktik feilen und Ideen entwickeln, um die die Rivalen zu überraschen. "Andy hat die Dinge immer ganz klar gesehen, wenn man sich mit ihm zusammengesetzt hat." Die Zusammenarbeit zwischen Djokovic und dem dreimaligen Grand-Slam-Turniersieger könne klappen, sei aber auch "eine explosive Kombination", unterstreicht Corretja.
Tatsächlich sind weder Djokovic noch Murray Charaktere, die im Tennis sparsam mit ihren Emotionen umgehen. "Andy und Novak haben sich beide gegenüber ihren Trainern ähnlich verhalten. Mal haben sie sich ein bisschen beschwert, mal einfach nur klargemacht, wie sie sich auf dem Platz gerade fühlen", erläutert Wilander.
"Es wird interessant, wie Andy reagieren wird, wenn Novak zur Trainerbox hochschaut, die Arme ausbreitet und signalisiert: 'Was soll ich denn jetzt machen? Wie kommt es, dass meine Vorhand nicht besser funktioniert? Was kannst du mir sagen?'" Wilander freut sich bereits auf die "unterhaltsamste oder interessanteste Beziehungen, die wir zwischen Spieler und Trainer haben werden".
Zverev spielt fast doppelt so viele Matches wie Djokovic
Gleichzeitig ist die Kooperation eine Botschaft an die Konkurrenz: Djokovic will es noch einmal wissen, holt sich durch Murray neue Motivation, neue Aspekte und Sichtweisen in sein Spiel. Und: Durch seine Fokussierung nur auf die großen Turniere wird er seinen Körper weniger belasten als klassische Vielspieler wie Zverev, der in der Spielzeit 2024 auf satte 90 Matches kam, während der Superstar aus Serbien fast exakt die Hälfte (46) dieses Pensums fuhr.
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Top 5 - Djokovic - Paris 2024 - Olympic Highlights
Quelle: Eurosport
Djokovic werde für die kommende Saison "wahrscheinlich 15 bis 20 Wochen Zeit einplanen, in denen er unglaubliches Tennis zeigen kann", glaubt Wilander. Murray sei aus seiner Sicht "nicht nur dafür da, Novak in den großen Matches zu helfen. Es geht darum, dass Andy ihn in jedem Training und jedem Match, bei taktischen Besprechungen und mentalen Belangen unterstützt."
Da braut sich also etwas zusammen - und wenn die beiden Freunde auch in der Konstellation Spieler/Trainer harmonieren, könnte die 25 im Jahr 2025 tatsächlich fallen.
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Djokovic nach Finaltriumph bei Olympia gerührt und "geschockt"
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