WTA Peking: Eva Lys nach Viertelfinaleinzug und erstem Top-Ten-Sieg gegen Elena Rybakina in erweiterter Weltspitze

Eva Lys wird nach ihrem Viertelfinaleinzug beim WTA-1000er-Turnier in Peking zum ersten Mal in ihrer Karriere unter den ersten 50 der Weltrangliste zu finden sein. Auf dem Weg dorthin schlug sie in der chinesischen Hauptstadt mit Elena Rybakina erstmals eine Top-10-Spielerin. Zu Beginn des Jahres war die Hamburgerin außerhalb der ersten 100 klassiert, dann begann in Australien der steile Aufstieg.

Lys unterliegt Superstar Gauff im Viertelfinale - Highlights

Quelle: Perform

Eine Woche voller "Firsts", voller erster Male war die Turnierwoche in Peking für die 23-Jährige, wie sie auf ihrem Instagram-Kanal schrieb. Dabei war es ein ganzes Jahr voller "Firsts". Unter dem Spitznamen "Lucky Lys" kam Lys im Januar als 128. des WTA-Rankings zur Qualifikation zu den Australian Open und verlor in der letzten Runde.
Kurz bevor sie die Heimreise antrat, rückte die Hanseatin doch noch ins Hauptfeld auf - ganze zehn Minuten vor Matchbeginn erfuhr sie davon. Der "Kopfmensch" Lys, wie sie sich selbst beschreibt, wurde ins kalte Wasser geworfen, zum Nachdenken blieb keine Zeit.
Sie nahm die Euphorie mit, gewann Runde um Runde und eroberte durch ihre erfrischenden Interview-Auftritte die Herzen der Fans. Erst im Achtelfinale war gegen Iga Swiatek Schluss.
Dass Lys am Montag unter den besten 50 der Welt steht, zeigt: Sie ist keine Eintagsfliege - die Entwicklung lief schnell, aber konstant und folgerichtig, wie auch Eurosport-Expertin Barbara Rittner konstatiert:
"Eva macht vor allem mental einen unglaublich stabilen und in sich ruhenden Eindruck", sagte Rittner. "Spielerisch war sie schon früher an den Top 50, aber jetzt ist das auch in ihrem Mindset angekommen."

Rittner lobt Lys: "Macht stärkeren, fitteren Eindruck"

Nachdem Lys 2024 zum ersten Mal eine komplette Saison auf der WTA Tour verbrachte, macht sie nun erstaunliche Fortschritte.
"Sie macht körperlich einen stärkeren, fitteren Eindruck als in der Vergangenheit", erklärt Ex-Bundestrainerin Rittner die Entwicklung der Hamburgerin. "Sie trainiert gut und hart, das weiß ich von ihrem Umfeld. Nicht jeder kann mit 17 den Durchbruch schaffen, es muss sich alles gemeinsam entwickeln. Sie hat Abitur gemacht, musste lernen, mit ihrer Krankheit umzugehen, die Ernährung umgestellt. Manchmal braucht es eben seine Zeit, bis die Zahnräder ineinander fassen, aber dann kommt eben das dabei heraus."
Eine Autoimmunerkrankung warf - und wirft - Lys immer wieder zurück. Aufgrund starker Schmerzen muss sie Trainingstage ausfallen lassen und auch in diesem Jahr Matches aufgeben. Dass sie einen Umgang damit gefunden hat, zeigte die Woche von Peking.
"Der Sieg gegen Rybakina hat ihrem Selbstvertrauen wahnsinnig gutgetan", sagt Rittner. "Sie macht den Eindruck, dass ihr Tennis Spaß macht, dass sie das genießt und deswegen genau jetzt auch ihr bestes Spiel zeigen kann." Gegen Coco Gauff war im Viertelfinale zwar Endstation - die French-Open-Siegerin war aber nicht um Klassen besser als die Deutsche. Das Spiel lief lange Zeit auf Augenhöhe ab.

Wie weit kann es für Lys gehen?

"Kopfmensch" Lys scheint in der Lage, sich auf ihre Rivalinnen immer besser einzustellen. In Rom war gegen Rybakina noch glatt in zwei Sätzen Endstation - diesmal siegte sie nach Break-Rückstand im dritten Durchgang, entschlüsselte den starken Aufschlag der Gegnerin und fand stetig bessere Lösungen.
Rittner, die Lys von Kindesbeinen an kennt, sieht noch Verbesserungspotenzial bei der 23-Jährigen und warnt davor, "Wunder" zu erwarten.
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Eva Lys erreichte in Peking das Viertelfinale

Fotocredit: Getty Images

"Ich denke, dass sie sich in den Top 50 festsetzt und die Top 30 angreifen wird", meint die Expertin, die auch konkrete Baustellen ausmacht: "Mit 1,65 Metern Körpergröße muss sie im Vergleich zu den Topstars etwas ausgleichen. Wenn sie ihren Aufschlag noch etwas verbessert und auch das Spiel am Netz. Sie macht das schon sehr gut - ähnlich wie Jasmine Paolini, die ihre Körpergröße durch eine sehr gute Platzposition ausgleicht. Daran wird natürlich schon gearbeitet, aber bis man sich dann traut, das umzusetzen, dauert es eben seine Zeit. Sie kann noch weiter nach oben kommen, aber erstmal soll sie sich da stabilisieren, wo sie jetzt steht"
Das unglaubliche Jahr der Eva Lys neigt sich aus sportlicher Sicht dem Ende entgegen. Nach dem Jahresstart "Lucky Lys" hat sie bewiesen, dass sie sich in der Weltspitze festsetzen kann. Die Belohnung einer Top-50-Platzierung kommt nicht von ungefähr.

Lucky Lys war einmal ...

2026 beginnt dann die Pflicht - sie will ihre Punkte verteidigen und sich weiter nach vorne arbeiten. In Australien wird Lys ganz sicher nicht erneut als Lucky Loserin antreten - mit der Qualifikation muss sie sich bei Grand-Slam-Wettbewerben erst einmal nicht mehr abgeben.
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Lys exklusiv: "Ziel ist es, das Lucky zu streichen"

Quelle: Eurosport

Und auch der Namenszusatz "Lucky" gehört der Vergangenheit an. "Ich weiß, dass die Zuschauer zu dem Begriff eine positive Verbindung haben, daher bin ich die Letzte, die sich darüber beschweren würde", erzählte Lys im Eurosport-Interview. Ziel aber sei es, "das Lucky zu streichen und zu zeigen, dass es nicht nur Glück war".
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Bagel im dritten Satz: Bitteres Achtelfinal-Aus für Swiatek

Quelle: Perform


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