Als das "Duell der Schmerzen" bezeichnete die "FAZ" das Finale von Indian Wells zwischen Rafael Nadal und Taylor Fritz.
Hier der Über-Spanier mit einer Bilanz von 20:0-Siegen im Jahr 2022 und einer schmerzhaften Brustkorbverletzung, die sich Nadal im Halbfinale gegen seinen Landsmann Carlos Alcaraz zugezogen hatte, dort der US-Amerikaner, der sich am Abend vor dem Finale den Fuß vertreten und dem sein Team dringend von einer Finalteilnahme abgeraten hatte.
Aber bei Nadal und Fritz handelt es sich eben um "sture Typen", wie Fritz es nach seinem Finalsieg treffend formulierte.
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Der 24-Jährige kann den bislang größten Erfolg seiner Karriere erstmal genießen und hat offenbar keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen in naher Zukunft zu befürchten. Der lädierte Fuß scheint ok zu sein.

Rafael Nadal: "Ich bin am Boden zerstört und traurig"

Ganz anders stellt sich die Angelegenheit für Nadal dar: Der 21-malige Grand-Slam-Sieger wird wegen einer Stressfraktur im Rippenbogen voraussichtlich vier bis sechs Wochen ausfallen.
"Das sind keine guten Nachrichten und ich habe das nicht erwartet. Ich bin am Boden zerstört und traurig, denn nach einem so guten Start in die Saison bin ich mit einem sehr guten Gefühl und guten Ergebnissen in einen sehr wichtigen Teil des Jahres gegangen", schrieb Nadal auf Twitter.
Den Kopf in den Sand stecken will der 35-Jährige aber nicht. "Ich hatte schon immer diesen Kampf- und Überwindungsgeist, und ich werde nach meiner Genesung geduldig sein und hart arbeiten. Ich möchte mich noch einmal bei allen für ihre Unterstützung bedanken", legte Nadal in einem zweiten Twitterpost nach.
Es würde auch so gar nicht zu Nadals Naturell passen, wegen eines längeren Ausfalls groß zu jammern. Es ist beileibe nicht die erste Verletzung, die ihn in die Knie zwingt. Im Herbst 2021 wurde aufgrund einer komplizierten Fußverletzung schon über Nadals Karriereende spekuliert.

Der Sandplatzkönig ist zum Zuschauen verdammt

Doch Nadal ist es schon unzählige Male gelungen, nach Rückschlägen wiederzukommen und weitere große Siege einzufahren. Seine Vorbereitung auf die diesjährigen Australian Open war infolge einer Coronainfektion im Dezember 2021 holprig. Nadal reiste nach Australien, gewann erst das ATP-Event von Melbourne und anschließend die Australian Open an gleicher Stelle.
Seine mentale Stärke, mit diesen Rückschlägen umzugehen, wird auch von seinen Spielerkolleg:innen bewundert. "Rafa ist geistig nicht von dieser Welt", sagte Paula Badosa in der jüngsten Ausgabe der Eurosport Players' Voice.
Dennoch wird seine Geduld in diesem Fall auf eine harte Probe gestellt. Die Sandplatzsaison steht an und der Sandplatzkönig ist erstmal auf lange Sicht zum Zuschauen verdammt. Das Masters-Turnier von Monte Carlo (4. bis 10. April) wird Nadal ebenso sicher verpassen wie die Barcelona Open (18. bis 24. April).
Und auch die Teilnahme am Masters in Madrid (1. bis 8. Mai) steht in den Sternen. In Monte Carlo gewann Nadal elf Mal den Titel, in Barcelona zwölf Mal und in Madrid fünf Mal.

Nadals Comeback könnte sich bis Rom hinziehen

"Nadals Verletzung zerstört die Vorbereitung auf die French Open", schrieb die "Marca" in ihrer Onlineausgabe.
Das zweite Grand-Slam-Turnier des Jahres wird vom 22. Mai bis 5. Juni in Roland Garros (Paris) ausgetragen. 13 seiner 21 Majortitel hat Nadal auf der roten Asche am Bois de Boulogne geholt und es ist sein erklärtes Ziel, ein 14. Mal zu triumphieren und seine Widersacher Roger Federer und Novak Djokovic (beide 20 Major-Titel) in Sachen Grand-Slam-Titel weiter zu distanzieren.
Sollte der Genesungsprozess gut verlaufen, könnte Nadal Anfang Mai in Madrid aufschlagen. Aufgrund der Höhenlage taugt diese Veranstaltung aber am wenigsten als Vorbereitung auf die French Open.
Wahrscheinlicher ist Nadals Comeback eine Woche später beim ATP Masters in Rom. Die italienische Hauptstadt verließ er bereits zehn Mal als Turniersieger, zuletzt 2021 durch einen Finalsieg gegen Djokovic. Der revanchierte sich bekanntlich wenige Tage später in Paris beim Viersatzsieg im Halbfinale.

Rafael Nadal: "Ich leide wirklich etwas"

Vier bis sechs Wochen Pause - das klingt auf den ersten Blick nach einer überschaubaren Zeit. Aber Nadal hat diesmal zwei Probleme: Die French Open sind nicht mehr weit weg und eine Verletzung an den Rippen ist tückisch und betrifft einen Bereich, der bei fast jeder Bewegung beansprucht wird.
"Ich leide wirklich. Ich habe beim Atmen manchmal einen scharfen Schmerz gefühlt. Ich muss versuchen, das Problem so schnell wie möglich zu lösen", sagte Nadal nach der Finalpleite in Indian Wells.
Für Nadal ist die Diagnose ein echter Rückschritt bei seinem Vorhaben, die Sandplatzkrone in Paris zurückzuerobern.
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