Gelöst plauderte Roger Federer im knallgelben Shirt, von Enttäuschung keine Spur - ganz im Gegenteil. Das Wort "happy" verließ derart oft seine Lippen, dass der Eindruck entstehen konnte, der Maestro hätte bei seinem aufsehenerregenden Comeback in Doha direkt den Titel eingesammelt.
So sehr nach Sieg hatte sich ein Viertelfinal-Aus für den Grand-Slam-Rekordchampion sicher noch nie angefühlt.
Er sei "happy", wie er bei seiner Rückkehr in den Tenniszirkus nach 405 Tagen gespielt und gewonnen habe, und auch der Auftritt im zweiten Match machte ihn trotz der Dreisatz-Niederlage gegen den Georgier Nikoloz Basilashvili "happy".
ATP Doha
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Und sowieso war der 39-Jährige "glücklich, dass ich wieder zurück auf der Tour bin" - nur um anzufügen: "Es war eine wirklich, wirklich positive Rückkehr für mich. Ich bin echt happy."

Federer: "Bin auf dem richtigen Weg"

Der Titel in Katar, das bekräftigte Federer, war bei seinem Comeback nach zwei Knieoperationen und über 13-monatiger Pause ohnehin nie das Ziel. "Es war auch nie realistisch, dieses Turnier zu gewinnen, das wusste ich", sagte der Schweizer, der Fokus lag ganz woanders: "Das Wichtigste: Es war kein Rückschlag, ich fühle mich gut und bin auf dem richtigen Weg."
Denn für diese Erkenntnis war die Reise in die Wüste Gold wert. Das zweimal operierte rechte Knie sendete auch unter Wettkampfbelastung von zwei kräftezehrenden Dreisatz-Matches binnen 24 Stunden keine Alarmsignale. Und doch betonte Federer, er sei "noch nicht bei 100 Prozent, das kann ich fühlen und sehen". Deshalb zieht er sich nun erstmal wieder zurück.

Roger Federer

Fotocredit: Imago

Wenige Stunden nach seiner Niederlage gegen Bassilaschwili sagte Federer seine Teilnahme für das folgende Turnier in Dubai ab. "Es war großartig, auf die ATP-Tour zurückzukehren. Ich habe jede Minute geliebt, die ich in Doha gespielt habe", schrieb der 20-malige Majorsieger bei Twitter: "Ich habe beschlossen, dass es das Beste ist, ins Training zurückzukehren."

Federer: Doha ein "Sprungbrett" für Rasensaison

Denn Federer weiß ganz genau, wofür er schuftet, das Ziel hat er klar vor Augen. Im Sommer will er in Wimbledon (28. Juni bis 11. Juli) konkurrenzfähig sein, vielleicht sogar zum neunten Mal den vergoldeten Challenge Cup in die Höhe stemmen und seinem Tennis-Märchen einen glanzvollen Schlusspunkt versetzen.
"Wichtig ist, dass ich bis zur Rasensaison bei 100 Prozent bin", sagte Federer: "Ich weiß, dass ich noch im Aufbau bin." Doha sei deswegen nur ein "Sprungbrett" gewesen. Denn schon vor seinem Comeback-Turnier hatte er betont: Erst im Sommer, wenn es auf den geliebten Rasen geht, "beginnt meine Saison richtig."
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(SID)

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