Neun aus zehn. Ein Blick auf die Ergebnisse der vergangenen zehn Grand-Slam-Turniere zeigt, dass die Tenniswelt noch immer fest in Händen der Big 3 ist.
Wirklich?
Tatsächlich findet sich mit Dominic Thiem, der die US Open 2020 gewann, nur ein Spieler aus der nächsten Generation auf der Siegerliste der vergangenen zehn Majors. Ein Name aber fehlt gänzlich: der von Roger Federer.
Tennis
Djokovic-Vater haut auf den Putz: "Wurde von Gott gesandt"
25/02/2021 AM 11:14
Der Schweizer ist seit sieben Grand-Slam-Teilnahmen ohne Titel, seinen letzten Erfolg bei einem der vier Saisonhighlights feierte er 2018 bei den Australian Open.
Novak Djokovic betonte erst vor wenigen Tagen, dass ihn "Federer und Nadal inspirieren". Er werde "so lange Gas geben, so lange sie Gas geben".
Den jüngeren Herausforderern um Daniil Medvedev, Alexander Zverev, Stefanos Tsistipas oder eben Thiem riet er, sich den "Arsch aufzureißen", denn das Feld werde man ihnen ganz bestimmt nicht einfach so überlassen.

Ist Federer noch der Federer, der alle verzaubert?

Es drängt sich der Verdacht auf, dass der 33-Jährige eigentlich nur noch sich selbst und Rafael Nadal meint, wenn er davon spricht, dass die Altstars noch immer am Drücker sind.

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Denn die Frage, ob Federer im Alter von 39 Jahren bei seinem angepeilten Comeback beim am 8. März beginnenden ATP-Turnier von Doha wieder der Federer ist, der Fans und Fachleute auf der ganzen Welt verzaubert, ist schwer zu beantworten. Zweifel aber darf man schon haben. "Als ich mit ihm zu arbeiten begann, waren wir ganz unten", gab Pierre Paganini in einem Interview mit dem "Tagesanzeiger" zu bedenken.
Der Konditionstrainer arbeitet mit dem 20-fachen Grand-Slam-Turniersieger nach dessen beiden Knieoperationen im vergangenen Jahr am Comeback. Ob Federer aus seiner Sicht in der Verfassung ist, Turniere zu gewinnen? "Kommt darauf an, wie gesund er ist", bleibt Paganini vorsichtig. Es sei "etwas früh, diese Frage zu beantworten. Es ist auch schon die fünfte Generation, gegen die er spielt."

Djokovic und Nadal haben 300 Partien weniger im Tank

Tatsächlich ist Federer im 24. Jahr (!) seiner Profikarriere, die 1998 offiziell ihren Lauf nahm. 2001 holte er in Mailand seinen ersten von mittlerweile 103 ATP-Titeln. Der Superstar hat 1513 Matches auf der Tour in den Beinen, mehr als jeder andere Spieler in der bisherigen Tennisgeschichte. Nadal (1213) und Djokovic (1135) haben mindestens 300 Partien weniger gespielt.
Dass ein Dauerbrenner wie Federer bei diesem Wahnsinnspensum "mehrere Baustellen an seinem Körper hat, gehört zum Alltag", führt Paganini aus.

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Alltag hin oder her, es wird eine Herkulesaufgabe, der Zeit noch einmal ein Schnippchen zu schlagen. So wie nach dem Wimbledon-Triumph 2012, als es rund viereinhalb Jahre dauerte, ehe Federer 2017 die Australian Open für sich entscheiden konnte. Wie oft wurde dem Maestro in diesen Jahren ein Rücktritt nahegelegt, meist von der Furcht befeuert, der Basler könne seinen Legenden-Status mit frühen Turnierniederlagen und schwachen Leistungen zerstören.

Stich: "Federer in Wimbledon Titelkandidat"

Federer blieb cool, arbeitete an seinem Spiel, strafte alle Kritiker lügen.
Michael Stich, Wimbledon-Champion von 1992, glaubt daran, dass dies dem Weltranglistenfünften auch dieses Mal gelingen kann. "Besonders in Wimbledon ist er sicherlich immer noch ein Titelkandidat - wenn alles zusammenpasst, da er dort diese mentale Stärke und die größte Freude hat", so der 52-Jährige gegenüber den "Stats Perform News".

Wimbledon-Rekordsieger Roger Federer

Fotocredit: Eurosport

Schon gar nicht rechnet Stich damit, dass Federer die innere Überzeugung fehlt. "Er macht das wirklich, weil er glaubt, dass er noch Titel gewinnen kann."

Federer: Diese vier Turniere sind das Ziel

Vielleicht noch nicht beim Comeback auf Sand in Doha, da gehe es um andere Dinge. "Wie reagiert der Körper, einfach mal wieder weg vom Trainingsplatz. Wieder ins Geschehen eingreifen, das ist für mich etwas Spezielles nach so einem langen Jahr", erläuterte Federer im Interview mit dem "SFR".
Der "wirkliche Startschuss", stellte der Superstar klar, falle dann in "Halle, Wimbledon, bei Olympia, den US Open". Während der Sommerspiele von Tokio feiert der Ausnahmespieler seinen 40. Geburtstag und spätestens dann wird die Frage beantwortet, ob es Federer gelingt, die Zeit noch einmal zurückzudrehen.
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