Ferrero verrät: So sehe ich die Zukunft von Djokovic, Nadal und Federer
Novak Djokovic und Rafael Nadal haben auch in der Saison 2020 dominiert und ihre Spitzenposition in der Weltrangliste verteidigt. Es war aber nicht zu übersehen, dass die Einschläge näher kommen, der Vorsprung im Ranking schmilzt und das Selbstvertrauen bei Dominic Thiem, Alexander Zverev und Co. wächst. Juan-Carlos Ferrero glaubt trotzdem nicht an eine schnelle Wachablösung.
Novak Djokovic - die Nummer eins der Welt
Fotocredit: Getty Images
Novak Djokovic, Rafael Nadal und Roger Federer haben den Kampf gegen die Zeit für sich entschieden, mal wieder.
Die Ü30-Giganten setzten auch in der von der Corona-Pandemie arg gebeutelten Saison 2020 dicke Ausrufezeichen.
Djokovic reüssierte als Australian-Open-Champion und knackte kurz vor Jahresende die magische 300-Wochen-Marke als Nummer eins der Welt.
Nadal schrieb in Roland Garros an der eigenen Legende weiter und holte sich den 13. Titel beim Sandplatz-Klassiker.
Selbst Federer, der ganz sechs Matches in diesem Jahr spielte, verbesserte einen ganz besonderen Rekord - doch dazu später mehr.
Unstrittig ist, dass die neue Generation den sogenannten Big 3 näher auf die Pelle gerückt ist.
Dominic Thiem gewann die US Open und ist drauf und dran, Nadal von Platz zwei der Weltrangliste zu verdrängen. Daniil Medvedev triumphierte bei den ATP Finals, Alexander Zverev erreichte sein erstes Grand-Slam-Finale.
Sturz der Big 3? Ferrero sagt nein
Aber sind das wirklich untrügliche Zeichen dafür, dass es in der Saison 2021 zu dem seit Jahren immer wieder falsch vorhergesagten Sturz der Big 3 kommt?
Nein, sagt Juan Carlos Ferrero. "Djokovic und Nadal haben uns in diesem Jahr gezeigt, dass sie noch immer die Ambition und den Körper haben, um die größten Titel unserer Sportart zu kämpfen", so der Spanier im Interview bei "tennismajors.com". Es würde ihn nicht wundern, wenn die beiden Superstars ihre Grand-Slam-Titelsammlungen ausbauen.
Und es gehört eben auch zur Wahrheit, dass der einzige Major-Titel in diesem Jahr, der nicht an einen der Big 3 ging, von bemerkenswerten Umständen begleitet war. Thiem triumphierte bei den US Open in Abwesenheit von Nadal und Federer. Djokovic war zwar am Start, wurde aber im Achtelfinale disqualifiziert. Die Bilder, wie er einer Linienrichterin den Ball an den Kopf schoss, gingen um die Welt.
Ferrero sieht Nadal und Djokovic indes im Vergleich mit Thiem, Zverev, Medvedev oder Tsitsipas "noch immer als Favoriten", mahnt aber auch: "Sie sind nicht mehr so klar favorisiert." Es sei schon so, dass sich die Zahl der potenziellen Siegkandidaten bei den vier großen Turnieren in Melbourne, Paris, Wimbledon und New York stark erhöht habe. Vor allem Thiem traut der French-Open-Champion von 2003 weitere Titel zu.
Federer baut Rekord aus - und bleibt vage
Das größte Fragezeichen in den Top Ten der Welt steht derweil hinter dem Namen Roger Federer. Der 39-Jährige unterzog sich in diesem Jahr zweier operativer Eingriffe im Knie und arbeitet derzeit dosiert am Comeback. "Ich hätte gehofft, dass ich im Oktober schon bei 100 Prozent wäre. Das bin ich aber auch heute noch nicht. Für die Australian Open wird es knapp werden", gab der Superstar unlängst im Rahmen der Preisverleihung "Sports Awards" zu.
Er hoffe, "es gibt noch etwas von mir zu sehen im neuen Jahr. Aber wenn es das gewesen sein sollte für mich, dann ist das hier ein unglaublicher Schlusspunkt", so Federer. Dennoch ist die Teilnahme bei den Australian Open geplant, die Verschiebung des Turniers auf den 8. Februar kommt dem Schweizer entgegen.
Kurz vor Jahresende baute Federer noch einen ganz speziellen Rekord aus. Der Routinier gewann zum 18. Mal in Folge (!) die ATP-Wahl zum Liebling der Fans. Die Popularität des 20-fachen Grand-Slam-Turniersiegers ist ungebrochen.
Auf dem Platz wird ihm das freilich nur bedingt helfen, allein schon die Verteidigung von Platz fünf in der Weltrangliste ist eine Herkulesaufgabe.
Insgesamt aber erwartet Ferrero keine Verschiebung der Machtverhältnisse. Die Top 5, glaubt der 40-Jährige, "werden Ende 2021 ziemlich genau so aussehen wie im Moment. Aber der Abstand zum Rest der Top 10 wird sich verringern."
Die Wachablösung an der Weltspitze wird demzufolge also warten müssen ...
Becker im Eurosport-Podcast "Das Gelbe vom Ball"
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