Roger Federer: Novak Djokovic war "Partycrasher der Rafa- und Roger-Fans" - Tennis-Ikone spricht in Amazon-Doku

In der Ära der "Big Three" wurde Novak Djokovic lange eher skeptisch beäugt. Roger Federer und Rafael Nadal ließen viele Fan-Herzen höherschlagen als der Serbe - aus Sicht des Schweizers aus einem simplen Grund. Djokovic sei als "Partycrasher der Rafa- und Roger-Fans" auf der Bildfläche erschienen, sagte Federer auf "Amazon Prime" und betonte, dass dieser "ein wenig missverstanden" worden sei.

Federer gerührt: "Diese zehn Siege bedeuten mir extrem viel"

Quelle: Eurosport

"Als Novak kam, sagten viele Leute: 'Wir brauchen keinen dritten Mann. Wir sind glücklich mit Roger und Rafa'", erklärte der 42-Jährige in der Dokumentation "Federer: Zwölf letzte Tage".
Seine Anhänger hätten Djokovic anfangs nicht wirklich gemocht, "weil sie dachten: 'Roger ist ein bisschen lockerer, er macht das mit einer Leichtigkeit'", führte der Schweizer weiter aus.
Der Serbe hingegen sei mit einer "starken Persönlichkeit" und dem "unglaublichen Willen", um jeden Preis gewinnen zu wollen, auf die ATP-Tour gekommen. Diese Verbissenheit habe "vielleicht einige Leute abgeschreckt", vermutet Federer.
Der Dreikampf zwischen Federer, Nadal und Djokovic um den Status des erfolgreichsten Titelsammlers der Historie fesselte die Tennisszene jahrelang. Federer war der erste, dem 2003 mit seinem Wimbledon-Coup ein Grand-Slam-Sieg gelang. Nadal folgte zwei Jahre später mit seinem Debütsieg in Roland-Garros, ehe Djokovic bei den Australian Open 2008 seinen ersten großen Titel gewann.

Djokovic "ein bisschen missverstanden"

Mit mittlerweile 24 Grand-Slam-Siegen hat Djokovic seine beiden Mitstreiter überflügelt, eingeholt werden wird der 37-Jährige in naher Zukunft höchstwahrscheinlich nicht mehr. Schließlich rückt beim 22-maligen Champion Nadal das Karriereende näher, während Federer (20 Grand Slams) bereits vor zwei Jahren zurückgetreten ist.
Doch obwohl sich Djokovic zum Grand-Slam-Rekordchampion hochgekämpft hat, konnte er nicht die gleiche Popularität wie seine beiden langjährigen Konkurrenten erlangen.
Der Serbe sei "ein wenig missverstanden worden", erklärte nun Federer bei "Amazon" und sprang dem Ex-Rivalen zur Seite: "Ich schaue an den Medien vorbei und sehe am Ende den Mann, der er ist. Wenn ich sein Spiel wegnehme, wer ist er dann? Was sind seine Werte? Ich weiß, dass ihm seine Familie sehr am Herzen liegt."

Federer anfangs nicht überzeugt

Gleichzeitig räumte Federer aber auch ein, dass er Djokovic anfangs nicht den Respekt entgegengebracht hatte, den dieser verdient habe. Wie zum Beispiel bei ihrem ersten Aufeinandertreffen im Jahr 2006.
Damals war Federer als Weltranglistenerster in der ersten Runde des Masters von Monte Carlo auf den jungen Qualifikanten getroffen und hatte sich 6:2, 3:6, 6:3 durchgesetzt.
Hinterher sei er vom Platz gegangen und habe gedacht: "Er spielt ganz okay." Doch auch wenn es zu dieser Zeit bereits einen gewissen Hype um Djokovic gab, sei er selbst "nicht wirklich überzeugt gewesen", erinnert sich Federer.
"Ich hatte das Gefühl, dass Novak einen sehr extremen Vorhandgriff hatte und seine Rückhand für mich nicht so flüssig war, wie sie heute ist", betonte Federer. Dieses Bild allerdings habe sich vollends geändert. Denn Djokovic habe "diese Dinge super gut ausgebügelt - und wurde zu einem unglaublichen Monster von Spieler".
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‘Nearly impossible to beat’ – Alcaraz compared to Federer, Djokovic and Nadal by Wilander

Quelle: Eurosport


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