Saudi-Arabien legt ATP und WTA offenbar Milliardenangebot vor, um Profi-Touren in Zukunft zusammenzulegen

Saudi-Arabien hat der ATP und WTA offenbar ein lukratives Angebot unterbreitet. Wie die englische Zeitung "Telegraph" berichtet, bietet der saudi-arabische Public Investment Fund (PIF) zwei Milliarden US-Dollar (1,83 Milliarden Euro), um die beiden Profi-Touren zusammenzulegen. Der ATP-Vorsitzende Andrea Gaudenzi habe in Indian Wells die Veranstalter der Masters-Turniere dazu gebrieft.

Daniil Medvedev celebrates with his winners trophy after the Men's Final Single's match on day fourteen of the Dubai Duty Free Tennis at Dubai Duty Free Tennis Stadium

Fotocredit: Getty Images

Angeblich soll die Offerte allerdings nur 90 Tage gültig sein. Eine Entscheidung der Tennis-Bosse müsste somit in diesem Zeitrahmen fallen.
Laut dem Bericht sollen die vier Grand-Slam-Turniere (Australian Open, French Open, Wimbledon, US Open) nicht Teil des Deals sein. In den vergangenen Jahren investierte Saudi-Arabien bereits sehr viel Geld in den Sport. 2022 wurde damit unter anderem im Golf die umstrittene LIV Tour gegründet.
Offenbar legte der PIF zuletzt auch einer anderen Sportart ein millionenschweres Angebot vor. Berichten zufolge trafen sich Vertreter des Funds beim Formel-1-Grand-Prix in Dschidda mit Leichtathletik-Boss Sebastian Coe, um über eine Investition zu sprechen. Auch im Fußball sorgten im vergangenen Sommer zahlreiche Mega-Transfers saudischer Klubs für Schlagzeilen.
Die WTA teilte laut "Telegraph" in einem Statement mit, das Angebot zu prüfen: "Es gibt noch keinen Konsens innerhalb des Sports über ein bevorzugtes Ergebnis."

Saudi-Arabien will offenbar eigenes Masters

Saudi-Arabien hatte zuvor schon Schritte unternommen, im Tennis Fuß zu fassen. Im Februar vereinbarte der PIF eine mehrjährige strategische Partnerschaft mit der ATP-Tour. Laut dieser werde der PIF unter anderem offizieller Namenspartner des ATP-Rankings und Partner der Veranstaltungen in Indian Wells, Miami, Madrid, Peking und der ATP Finals.
Den 22-maligen Major-Champion Rafael Nadal verpflichtete man zudem als Botschafter. Dazu richtet der Wüstenstaat im Oktober, und damit mitten in der ATP-Saison, erstmals ein hochkarätig besetztes Show-Turnier mit insgesamt fünf Grand-Slam-Siegern aus.
Auch die Next Gen ATP Finals werden bis 2027 in Dschidda stattfinden. Ein eigenes Masters-Turnier zu Beginn des Jahres ist offenbar ebenfalls im Gespräch. Diesen Vorschlag lehnte allerdings Craig Tiley, Chef von Tennis Australia, bereits ab, da dadurch der United Cup als erstes Event der Saison in Gefahr geraten könnte.
"Ich habe das PIF-Interesse nie negativ gesehen. Ich habe es immer positiv gesehen. Aber als Sport sollten wir nicht etwas tun, das einen langjährigen Partner im Sport negativ beeinflusst", hatte Tiley bereits im Januar betont.

Grand Slams mit eigenen Plänen

Die Grand Slams sollen unterdessen andere Pläne verfolgen. Laut "Telegraph" sprach sich der All England Club, Ausrichter von Wimbledon, für die Gründung einer Premium-Tour aus, bei der die weltbesten Tennisspieler*innen der ATP und WTA in Top-Events gegeneinander spielen.
"Die Diskussion, die wir führen wollen, lautet: Wo ist die Chance für alle, bei der wir alle nebeneinander existieren können", sagte Tiley. Nebeneinander zu existieren ist den Saudis aber zu wenig, seit Jahren investiert der wegen seiner verheerenden Menschenrechtslage höchst umstrittene Wüstenstaat in den Sport und reißt im Fußball, Golf oder Boxen immer mehr Events und Turniere an sich.
(mit SID)
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Quelle: Perform

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