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Gewagtes Spiel: Geht Murray ein zu hohes Risiko ein?

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Andy Murray beim Show-Event "Battle of the Brits"

Fotocredit: Getty Images

VonTobias Laure
03/08/2020 Am 06:10 | Update 03/08/2020 Am 06:10

Die Karriere von Andy Murray war schon vorbei, im vergangenen Jahr verkündete er unter Tränen, nach dem Wimbledon-Turnier 2019 aufzuhören. "Die Schmerzen sind zu stark, so will ich nicht weiterspielen", so der Schotte. Es kam anders. Murray feierte im August sein Comeback, ehe er im November beim Davis Cup erneut aufgeben musste. Nun will er zu den US Open - und geht dabei ein großes Risiko ein.

Andy Murray ist ein Kämpfer - in jeder Hinsicht.

Was musste sich der Mann aus der schottischen Grafschaft Perthshire nicht alles anhören, nachdem er die ersten fünf Grand-Slam-Finals seiner Karriere allesamt verlor. Er, der doch die große Hoffnung war auf den ersten Grand-Slam-Einzeltitel eines britischen Tennisspielers seit 1936.

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Ein immenser Druck, doch Murray hielt stand. Im September 2012 gewann er die US Open, beendete den Fluch. "Ich bin sehr erleichtert", gab der damals 25-Jährige zu, der drei weitere Major-Titel folgen ließ, unter anderem im Tennis-Mekka Wimbledon.

Ausgerechnet dort im All England Club begann 2017 die dunkle Zeit in der glanzvollen Laufbahn des zweifachen Olympiasiegers. Murray bekam massive Hüftprobleme. Sie begleiten ihn bis heute. 45 Turniere hat er bis zum Beginn seiner Leidenszeit gewonnen, seitdem ist nur ein Erfolg hinzubekommen.

Murray holt Turniersieg mit künstlicher Hüfte

Nach dem Comeback im vergangenen August triumphierte der Brite im Oktober beim ATP-Wettbewerb in Antwerpen - als Nummer 243 der Welt und mit einer künstlichen Hüfte! Die hatte sich Murray bei einer Operation im Januar 2019 einsetzen lassen.

Er sei "unglaublich glücklich", erklärte Murray nach dem Coup von Antwerpen. "Ich hätte nie gedacht in diese Lage zu kommen. Dieser Titel ist einer meiner größten Siege nach allem, was passiert ist."

Seit dem Erfolg hat er allerdings nur noch ein Match bestritten, schlug dabei den Niederländer Tallon Griekspoor im Davis Cup. Dann durchkreuzten Leistenprobleme die Pläne des Superstars. "Es ist nicht wild. Aber wenn ich damit weiter gespielt hätte, wäre es wohl schlimmer geworden", ließ Murray wissen.

Comeback von Murray bei Battle of the Brits

Rund neun Monate ist es nun her, dass der zum Ritter geschlagene Brite ein Wettkampf-Match bestritt. Immerhin gab Murray beim Show-Event "Battle of the Brits" in London ein kleines Comeback, traf im Einzel, im Mixed-Doppel mit Jodie Burrager sowie im Herren-Doppel mit Lloyd Glasspool an.

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Ein wichtiger Zwischenschritt im Kampf um eine Teilnahme bei den US Open. "Ich könnte beim Cincinnati Masters die Qualifikation spielen oder eine Wildcard annehmen", so Murray, der als Nummer 129 im ATP-Ranking keinen Platz im Hauptfeld sicher hat. Er sei freilich nicht "besonders scharf darauf, zwei Turniere hintereinander zu spielen".

Nachvollziehbar, Murrays Gesundheit steht noch immer auf wackligen Beinen und das Grand-Slam-Event von Flushing Meadows ist aufgrund von Hitze, dem Best-of-five-Modus sowie der Dauer eine Extrembelastung.

Hohes Risiko für Murray

Für Murrays Gesundheit würde das ein hohes Risiko bedeuten, dennoch will er das Wagnis eingehen. "Mental plane ich jetzt so, als ob die US Open stattfänden", bekräftigte der 33-Jährige am vergangenen Wochenende in einer Presserunde.

Nur die Zielstellung wird er wohl anpassen müssen. "Ich spiele keine Turniere, um Zweiter zu werden", hatte Murray einst gesagt.

Sollte es tatsächlich klappen mit der Teilnahme in Flushing Meadows, dann wäre allein schon das ein Riesenerfolg - selbst für einen Kämpfer wie Andy Murray.

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