Mischa Zverev: Darum pflegt Alexander Zverev diesen Aberglauben
Alexander Zverev kommt bislang hervorragend durch diese besonderen US Open, die infolge der Corona-Pandemie ohne Fans und mit einer ganzen Reihe an Sicherheitsvorkehrungen stattfinden müssen. Die Mission erster Grand-Slam-Titel läuft fast verdächtig gut. Einer aber tritt auf die Bremse: Bruder Mischa Zverev. "Bei Sascha ist es so, als ob man eine Münze wirft", so der 33-Jährige bei Eurosport.
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"Ich hoffe, er hört das nicht", sagt Mischa Zverev mit einem Lachen, als es um die aktuelle sportliche Verfassung seines zehn Jahre jüngeren Bruders geht. Der macht dieser Tage bei den US Open eine sehr gute Figur und steht im Achtelfinale. Dennoch, so Mischa, gebe es noch ein wenig Luft nach oben.
"Sascha versucht momentan, einfach die richtigen Sachen zu machen. Er ist ja relativ häufig ans Netz gegangen und die Statistik sieht gut aus. Er hat dabei viele Punkte gemacht. Aber dann erlaubt er sich einfache Rückhandfehler beim Return des zweiten Aufschlags. Das darf eigentlich nicht passieren und das ärgert ihn auch sehr stark", so der 33-Jährige, der aktuelle auf Platz 260 der Weltrangliste notiert ist, beim Turnier in New York aber fehlt.
"Sascha braucht nur ein hartes Match"
Pessimismus will der große Bruder aber nicht verbreiten, im Gegenteil. Schwächen wie den Return beim Service könne der Weltranglistensiebte "sehr schnell umdrehen und innerhalb kürzester Zeit verbessern. Er braucht nur ein hartes und gutes Match, dann kann sich alles drehen." Dies habe Alexander Zverev schon zu Jahresbeginn in Australien bewiesen. "Da hat er in Brisbane nicht gut gespielt und dann spielt er in Melbourne das Halbfinale bei einem Grand-Slam-Wettbewerb."
Beim 23-Jährigen hänge "so vieles vom Kopf ab und seiner Gemütslage, wie er morgens aufgestanden ist", verrät Mischa. Und: "Er ist auch einen Tick abergläubisch." Dazu gehört, dass Deutschlands Nummer eins generell nur ein paar Schuhe auf den Court mitnimmt. Sind diese durchgeschwitzt, wie beim Zweitrundenmatch gegen Brandon Nakashima, gibt es ein Problem. In diesem Fall spurtete Physio Hugo Garvil los und beschaffte Ersatz.
"Daran wird sich auch nie etwas ändern", betont Mischa Zverev und wartet mit einer kuriosen Anekdote auf.
Als Zverev eine 6:2, 5:1-Führung verspielte
"Als Sascha 17, 18 Jahre alt war und auf Challenger-Turnieren gespielt hat, fing das mit dem Aberglauben an. Da habe ich gesagt: 'Lass' das doch, das raubt dir nur Kraft.' Ich habe dann einen Abend lang mit ihm darüber geredet und er hat sich bereit erklärt, es zu versuchen. Am nächsten Tag hat er gegen Facundo Bagnis gespielt, der an Position zwei gesetzt war. Sascha führt also mit 6:2, 5:1 und hat Matchball - und was ist passiert? Er verliert!"
Die Niederlage habe er darauf zurückgeführt, seinem Aberglauben nicht nachgegeben zu haben. "Seitdem sage ich nichts mehr und lasse ihn alles so machen, wie er das will", erzählt Mischa Zverev. Und so wird es Alexander Zverev dann auch halten, wenn er am Sonntag im Achtelfinale auf das spanische Toptalent Alejandro Davidovich Fokina trifft.
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