6:1, 3:6, 3:6. Es war eine Niederlage, die nach dem ersten Satz kaum möglich schien, so gut spielte Williams, so schlecht Azarenka. Aber dann. "Vielleicht habe ich den Fuß zu sehr vom Gas genommen", sagte Williams (38), betonte aber auch: "Ich habe getan, was ich konnte."

Doch was sie auch tat, es war zu wenig. Azarenka (31) riss das Match an sich, sie spielte mutig und dennoch nahezu fehlerfrei und hetzte ihre Gegnerin beim erst fünften Sieg im 23. Duell schließlich vom Platz.

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"Enttäuschend", sagte Williams wenig überraschend, sei diese Niederlage. Doch sie ist wohl mehr als das. Bei den Australian Open 2017 hatte Williams zum 23. Mal den Titel bei einem der vier Grand Slams gewonnen.

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Nun ist ihr neunter Versuch gescheitert, Titel Nummer 24 zu holen und damit den Rekord der Australierin Margaret Court einzustellen. Will sie tatsächlich weiterspielen, bis sie die Bestmarke einstellt? "Ich ... ich weiß es nicht", sagte Williams, "ich habe darüber noch nicht nachgedacht."

Für Azarenka und ihre Finalgegnerin Naomi Osaka stellen sich derlei Fragen nicht. Die beiden früheren Weltranglistenersten kämpfen am Samstag (22.00 Uhr) um ihren jeweils erst dritten Titel bei einem Grand Slam. Osaka gewann 2018 in New York und 2019 bei den Australian Open und fühlt sich nach einem Durchhänger gerüstet für den nächsten großen Wurf. "Ich würde sagen, dass ich mental stärker bin. Ich habe viel aus meinem Auf und Ab gelernt", betonte die 22-Jährige.

Weit mehr hat freilich Asarenka durchgemacht. Die Nummer eins war sie erstmals schon vor acht Jahren, 2012 und 2013 gewann sie die Australian Open und stand außerdem im Endspiel der US Open. Dann folgten Verletzungen und Formkrisen, darüber hinaus geriet sie nach der Geburt ihres Sohnes 2016 in einen Sorgerechtsstreit mit dem Vater des Kindes. Kalifornien, wo sie wohnte, konnte die Mixed-Olympiasiegerin von 2012 daher erst wieder ab Mitte 2018 verlassen.

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Sieben Jahre dauerte es, ehe Azarenka wieder das Finale eines Grand Slams erreichte, und "es fühlt sich erfüllender an als damals", versicherte sie nach dem Sieg über Williams.

Damals, auf dem Höhepunkt ihrer Karriere, sei das von ihr ja mehr oder weniger erwartet worden, "das war in diesem Jahr sicher nicht so". Allerdings hatte sie in New York die Generalprobe für die US Open gewonnen, nachdem ihre Finalgegnerin verletzt abgesagt hatte. Die Finalgegnerin wäre Osaka gewesen.

Williams kündigte unterdessen an, bei den French Open (ab 27. September) "definitiv" mitmachen zu wollen - sofern die linke Achillessehne, die zu Beginn des dritten Satzes versorgt werden musste, nicht schlimmer lädiert ist. Ob sie ausgerechnet auf der roten Asche von Roland Garros Titel Nummer 24 näher kommt, darf allerdings bezweifelt werden.

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(SID)

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