Alexander Zverev (Hamburg/Nr. 4) machte seinen Halbfinaleinzug mit einem krachenden Ass perfekt und dachte dann sofort an Novak Djokovic.
"Ich hoffe, sein Match dauert viereinhalb Stunden, er kriecht auf dem Platz und ich kann am Ende ins Finale einziehen", sagte die deutsche Nummer eins zum zu diesem Zeitpunkt noch nicht feststehenden Aufeinandertreffen mit dem Tour-Dominator und Weltranglistenersten.
Der zog dann in der Night Session nach, schlug
Matteo Berrettini 5:7, 6:2, 6:2 und 6:3. Mit knapp dreieinhalb Stunden Spielzeit war der Serbe allerdings eine Stunde schneller als von Zverev erhofft.
Der hatte in der Day Session mit unbändiger Power vorgelegt und war mit einer Machtdemonstration in die Runde der letzten Vier bei US Open eingezogen.
Zverev setzte sich nach anfänglichen Problemen sicher im Viertelfinale gegen den Südafrikaner Lloyd Harris durch und darf rund einen Monat nach Olympiagold weiter auf seinen ersten Grand-Slam-Triumph hoffen.
Viertelfinale: Zverev gewinnt aufreibendes Duell mit Harris
Quelle: Eurosport
Zverev jetzt mit 16:0-Serie
Der Olympia- und Cincinnati-Sieger baute damit seine aktuell laufende Siegesserie auf 16:0 aus und ist nur noch zwei Spiele von seinem großen Traum - einem Grand-Slam-Triumph - entfernt. In zwei Jahren erreichte er nun viermal mindestens das Halbfinale - 2020 bei den Australian Open und den US Open, 2021 bei den French Open und nun in New York.
Gegen Harris, den er bereits 2020 in Köln und just vor den US Open in Cincinnati geschlagen hatte, returnierte Zverev im ersten Satz bei 3:5 schon gegen den Satzverlust, schaffte aber das sofortige Rebreak.
"Der Ballwurf bei Harris ist so niedrig, ist flüssig und schwer zu lesen. Damit hat Sascha bisher Probleme", analysierte Bruder Mischa Zverev bei Eurosport.
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Harris macht es Zverev schwer
Harris hatte vor dem Duell mit Zverev mit einem Fünfsatzkrimi gegen den Olympiaszweiten Karen Khachanov sowie klaren Erfolgen gegen Denis Shapovalov, die Nummer sieben der Setzliste, und den stark aufspielenden US-Amerikaner Reilly Opelka, für Aufsehen gesorgt.
Im Tiebreak hatte der bis dato konzentriert spielende Südafrikaner bei 6:5 und eigenem Aufschlag sogar Satzball, wurde jedoch von einer Spielunterbrechung aus dem Rhythmus gebracht.
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Zverev hatte wie schon im Achtelfinale moniert, dass ihn die schnellen Bildfolgen auf dem Videoscreen des Arthur Ashe Stadiums stören würden - was die Schiedsrichterin Louise Azemar-Engzell (Schweden) an die Stadionregie durchgab.
Zverev vom Videoscreen gestört
"Dieser große Bildschirm hinter dem Platz zeigt eine Nahaufnahme vom Schuh, vom Schläger, vom Ball, aber die Aufnahme ist immer verspätet", erklärte Zverev später bei Matchball Becker: "Das heißt, wenn er den Ball hochwirft, sieht man immer noch die Großaufnahme, die dann plötzlich kleiner wird. Der Ball verschwindet dann einfach."
Nach der Unterbrechung vergab Harris seinen Satzball und verlor den Tiebreak 6:8. "Bei seinem Aufschlag hatte ich im ersten Satz kaum eine Chance und habe den Satz einfach nur irgendwie gewonnen", musste Zverev später zugeben: "Danach bin ich lockerer geworden."
"Eigentlich ein kleiner Skandal": Harris im Tiebreak benachteiligt?
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In der folgenden Pause sorgte Harris dann für einen kleinen Eklat, als er voller Wut eine Flasche auf den Court feuerte.
Da sich diese öffnete, setzte der 24-Jährige damit den Court unter Wasser. Helfer mussten aufwischen, beide Spieler halfen mit.
Eklat: Harris setzt Court unter Wasser - Zverev wischt mit auf
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Harris sorgt mit Flaschenwurf für Eklat
Zu Beginn des zweiten Satzes machten sich dann bei Zverev-Fans Sorgenfalten breit: Nach einem Aufschlag griff sich der 24 Jahre alte Deutsche unten links an den Rücken und schlug in der Folge vorsichtiger auf.
"Mein Rücken ist irgendwie steif geworden. Im ersten Satz hatte ich schon ein komisches Gefühl und es wurde nicht besser", verriet er hinterher: "Ich bin jetzt relativ steif."
Zverev exklusiv: So geht's seinem Rücken nach dem Match
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"Kompliment, wie ehrlich er ist. Für meinen Geschmack manchmal zu ehrlich. Er hätte auch sagen können, da war ein bisschen was - denn der Gegner hört das ja auch", meinte Experte Becker.
Schrecksekunde: Zverev fährt es in den Rücken
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Harris hatte Zverev dennoch nur noch wenig entgegenzusetzen. Fahrig streute der Südafrikaner immer wieder Fehler ein, machte die Big Points nicht und gab auch den zweiten Satz ab (3:6), obwohl sein Gegenüber nicht sein bestes Tennis spielte und wegen der Rückenschmerzen sichtlich aufs Tempo drückte.
"Kurz vor Weihnachten!" Harris schenkt zweiten Satz an Zverev ab
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"Wenn man ein bisschen angeschlagen ist, ist es enorm wichtig, hier jetzt in drei Sätzen zu gewinnen, um ein bisschen Kraft für das Halbfinale zu sparen", meinte Boris Becker bei Eurosport.
Zverev zieht im dritten Satz davon
Im dritten Satz zog Zverev gegen den entnervt wirkenden Südafrikaner schnell auf 4:0 davon - der Grundstein zum Sieg. "Harris ist das Match aus der Hand gerutscht, so wie die Flaschen nach dem ersten Satz", kommentierte Mischa Zverev bei Eurosport die eindeutige Tendenz in Satz zwei und drei.
Und weiter: "Da sieht man den Klassenunterschied zwischen Sascha, der schon seit Jahren unter den Top Ten ist und Harris, der einen Riesensprung gemacht hat, aber noch nicht da angekommen ist, wo er hin kann." Der Südafrikaner war bei elf Grand-Slam-Teilnahmen vor New York noch nie über die dritte Runde hinausgekommen.
Im dritten Satz kam Harris allerdings nochmal auf 3:4 heran. Der Deutsche hielt jedoch ein Break Vorsprung und verwandelte nach 2:05 Stunden seinen ersten Matchball.
"Standesgemäß!" Zverev macht mit einem Ass den Halbfinal-Einzug perfekt
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Zverev selbstkritisch
"Ich habe es mir am Ende selbst schwer gemacht. Ich war mental nicht mehr richtig da. Das kann man nicht machen, besonders in einem Grand-Slam-Viertelfinale", meinte Zverev hinterher selbstkritisch.
Statistisch hatte er das Duell jedoch in fast allen Belangen dominiert. So lag Harris nur bei den Doppelfehlern (1:5) und dem Prozentsatz der genutzten Breakchancen (2/3 gegenüber 4/9 bei Zverev) vorne. Zverev schlug dagegen mehr Asse (21:13), machte mehr Punkte mit dem ersten Aufschlag (82 Prozent) und am Netz (12/15).
Dazu verzeichnete der Deutsche mehr direkte Gewinnpunkte (43:34) bei gleichvielen "unforced errors" (je 26).
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Zverev will es Murray nachmachen
Zverev kann der zweite Profi nach Andy Murray 2012 werden, der im selben Jahr Olympia-Gold und den Titel in New York holt.
Im Halbfinale am Freitag könnte ihn gegen Tour-Dominator Novak Djokovic (Serbien/Nr. 1) die maximale Herausforderung erwarten.
Djokovic, der in New York das Kunststück vollführen will, alle vier Grand-Slam-Titel in einem Jahr zu gewinnen, tritt in der Nacht (MESZ) gegen den Wimbledon-Finalisten Matteo Berrettini (Italien/Nr. 6) an (
live bei Eurosport auf Joyn). Der 34-Jährige könnte als erster Profi seit Rod Laver 1969 den Kalender-Grand-Slam komplettieren.
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Djokovic - oder ein neuer Grand-Slam-Sieger?
"Ich freue mich auf das Halbfinale, das wird ein Highlight des Turniers", sagte Zverev.
2020 hatte der Deutsche bei den US Open bereits das Finale erreicht, jedoch dramatisch
in fünf Sätzen gegen den Österreicher Dominic Thiem verloren. Thiem ist 2021 wie die Ex-Sieger Roger Federer und Rafael Nadal nicht in New York am Start.
Zverev im Siegerinterview: "Hab hier schon ein Finale vor sechs Leuten gespielt …"
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Im anderen Halbfinale stehen sich am Freitag Félix Auger-Aliassime (Kanada/Nr. 12) und Daniil Medvedev (Russland/Nr. 2) gegenüber. Außer Djokovic hat noch keiner der noch im Turnier verbliebenden Spieler einen Grand-Slam-Titel gewonnen.
Der ausgeschiedene Harris darf sich derweil mit 425.000 US-Dollar Preisgeld (ca. 360.000 Euro) trösten. In der neuen Weltrangliste wird er zudem um 15 Plätze auf die 31 hochrücken - so hoch stand der Südafrikaner noch nie.
Überragender Return: Harris setzt Zverev mit Break unter Druck
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US Open - Viertelfinale Herren:
Harris stemmt sich gegen das Aus: "Zverev muss höllisch aufpassen"
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Links zu den US Open:
(mit SID)
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