US Open 2023 - Coco Gauff spricht vor Finale gegen Sabalenka über Impostor-Syndrom: "Wird immer ein Teil von mir sein"
Coco Gauff hat sich erstmals in ihrer noch jungen Karriere für das Finale der US Open gekämpft. Trotz der beeindruckenden Leistungen kämpft die 19-Jährige mit ihren inneren Dämonen. Gauff leidet eigenen Angaben zufolge an einem psychologischen Phänomen. Das Impostor-Syndrom, auch Hochstapler-Syndrom genannt, macht dem Top-Talent seit geraumer Zeit zu schaffen.
Coco Gauff steht im Finale der US Open
Fotocredit: Getty Images
Personen, die am Impostor-Syndrom leiden, zweifeln ihre eigenen Leistungen an, sind der Meinung, ihren erarbeiteten Erfolg nicht verdient zu haben.
Kurz gesagt: Sie halten sich für Hochstapler und kämpfen mit enormen Selbstzweifeln.
Bereist im Juni hatte Gauff offen über das Impostor-Syndrom gesprochen. "Wenn ich auf den Platz gehe, habe ich viel Selbstvertrauen. Aber ich war mein ganzes Leben, auch als Juniorin, ängstlich, wenn ich gut gespielt habe. Ich denke, es geht einfach darum, gegen diese Gedanken anzukämpfen und zu erkennen, dass ich hierher gehöre."
Gauff ergänzte damals: "Das Impostor-Syndrom ist eine ernste Sache. Ich fühle es manchmal, aber ich arbeite daran. Ich muss verstehen, dass ich aus einem bestimmten Grund hier bin und dass ich meine Platzierung in der Weltrangliste verdient habe."
Gauff: "Wird immer ein Teil von mir bleiben"
Gänzlich verschwunden sind die dunklen Gedanken aber nicht, wie sie nach ihrem gewonnenen Halbfinale in Flushing Meadows gegen Karolína Muchová (6:4, 7:5) zu verstehen gab: "Als ich in Wimbledon war, dachte ich wirklich daran, aufzuhören und mich auf die nächste Saison vorzubereiten", erklärte Gauff, die beim Rasenklassiker in London schon in der ersten Runde die Segel streichen musste.
Im Anschluss lief es deutlich besser für das Top-Talent aus Florida, Gauff gewann sowohl die Citi Open in Washington als auch das Cincinnati Masters. Erfolge, die ihr im Umgang mit dem Syndrom offenbar geholfen haben. "Ich denke, es wird immer ein Teil von mir bleiben. Ich wusste aber dennoch, dass ich einige gute Spielerinnen geschlagen hatte. Aber vielleicht hatte ich sie an einem schlechten Tag geschlagen. Dann kam aber Cincinnati und ich gewann gegen Iga Swiatek (im Halbfinale, Anm. d. Red.)."
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Coco Gauff, US Open 2023
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Gauff mit Selbstvertrauen gegen Muchová
Im Finale von Cincinnati hatte es Gauff mit Muchová zu tun bekommen. Ebenjene Muchová, die nun bei den US-Open in der Runde der letzten Vier wartete: "Heute Morgen dachte ich an das Endspiel von Cincinnati. Ich habe in den Spiegel geschaut und mir gesagt, dass ich eine gute Spielerin bin und sie trotz ihrer körperlichen Verfassung schlagen kann", so Gauff.
Die aktuelle Nummer sechs der Welt abschließend: "Ich wusste, dass sie hier aufgrund ihres freien Tages in noch besserer Verfassung sein würde. Aber ich habe mir gesagt: 'Du kannst es wieder tun.'"
Gauff bezwang die Tschechin und zog somit zum ersten Mal in ihrer Karriere ins Finale der US Open ein. Dort wartet am Samstag (22:00 Uhr MESZ im Liveticker) mit Aryna Sabalenka die amtierende Australian-Open-Siegerin.
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