US Open - John McEnroe zweifelt nach frühem Aus erstmals an Novak Djokovic: "Man fragt sich, ob er noch gewinnen kann"

John McEnroe hat sich im exklusiven Interview mit Eurosport über die Chancen von Novak Djokovic auf den Gewinn eines 25. Grand-Slam-Titels geäußert. "Man will ihn nie anzählen, aber momentan ist sicherlich das erste Mal, dass man sich ernsthaft fragt, ob er noch gewinnen kann", sagte der US-Amerikaner nach dem Drittrundenaus des Serben bei den US Open in New York gegen den Australier Alex Popyrin.

Novak Djokovic scheiterte bei den US Open in New York früh

Fotocredit: Getty Images

Angesichts der jüngsten Erfolge des Djokers zeigte sich der 65-Jährige daher zwiegespalten: "Er hat drei von vier Grand Slams im letzten und Olympia-Gold in diesem Jahr gewonnen und jetzt sagen wir ernsthaft, er wird nie wieder ganz oben stehen?"
McEnroe weiter: "Auf der anderen Seite wird er auch älter. Irgendwann merkt man das, weil du einen Teil deines Angst-Faktors bei deinen Gegnern verlierst. Dann denken Jungs, die vorher nicht an ihre Chance geglaubt hätten, dass sie dich schlagen können und das macht es viel schwerer. Damit wird Djokovic aktuell konfrontiert", gestand er mit Blick auf den 37-Jährigen ein.
Djokovic hatte bei den US Open gegen Popyrin, die Nummer 29 der Setzliste, mit 4:6, 4:6, 6:2, 4:6 verloren und es nach den Masters in Indian Wells und Rom zum dritten Mal in dieser Saison bei einem Turnier nicht ins Achtelfinale geschafft.
2024 ist der Weltranglisten-4. mit Ausnahme des Sieges bei den Olympischen Spielen noch ohne Turniersieg auf der ATP-Tour.

McEnroe: Glück, dass Djokovic noch so gut ist

Trotzdem wollte McEnroe einen erneuten Triumph des Serben bei einem Major nicht ausschließen: "Es wird spannend zu sehen sein, ob er in der Lage sein wird, Nummer 25 zu holen, aber ich glaube, dass er versuchen wird, diese Motivation wieder zu finden."
Darüber hinaus blickte der geborene Wiesbadener auf die neue Ära nach den "Big Three", bestehend aus Djokovic, Roger Federer und Rafael Nadal.
"Das sind wahrscheinlich die drei größten Spieler der Geschichte, die alle in dieser Zeit gespielt haben. Es wäre also verrückt, zu glauben, dass sie keine Lücke hinterlassen werden", erklärte McEnroe.
"Auf eine gewisse Weise haben wir Glück, dass Djokovic immer noch so gut spielt, dass diese jungen Spieler - wie Carlos Alcaraz und Jannik Sinner - auch noch eine Rivalität mit ihm haben können", führte er aus.

McEnroe: "Das ist, was die Big 3 so interessant machte"

An die vorherige Epoche kommt das neue Zeitalter im Tennis nach Ansicht des siebenmaligen Grand-Slam-Siegers jedoch noch nicht ganz heran.
"Der nächste Schritt wäre für mich, einige US-Amerikaner und ein paar andere Spieler groß zu machen, weil in einem Eins-gegen-eins-Sport brauchst du meiner Meinung nach Rivalen. Du brauchst große Duelle. Das ist, was Djokovic, Nadal und Federer so interessant und sie zu besseren Spielern machte", so McEnroe

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