US Open 2025: Alexander Zverev und das Rezept gegen Jannik Sinner und Carlos Alcaraz - das Risiko ist sein Freund
Update 20/08/2025 um 19:31 GMT+2 Uhr
Der Tiefschlag von Wimbledon ist vergessen: Sowohl in Toronto als auch in Cincinnati stand Alexander Zverev im Masters-Halbfinale, bei den US Open soll es für die Nummer drei der Welt bestenfalls zwei Schritte weiter gehen. In einer Welt mit Jannik Sinner und Carlos Alcaraz eine Mammutaufgabe - doch Eurosport-Experte Mats Wilander weiß wie, Zverev endlich nach seinem ersten Grand Slam greift.
Alexander Zverev nimmt bei den US Open seinen Traum ins Visier
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Zu hoch darf man die Niederlage vom Dienstag nicht hängen.
Im Achtelfinale des Mixed-Turniers der US Open 2025 schied Alexander Zverev an der Seite von Belinda Bencic bereits zum Auftakt im Achtelfinale gegen die nachgerückten Lokalmatadoren Christian Harrison und Danielle Collins aus (0:4, 3:5). Ob die schillernden Namen das Format tatsächlich dauerhaft attraktiver machen, bleibt abzuwarten. Die eigentliche Show steht jedenfalls erst bevor.
Am Sonntag fällt der Startschuss für das Einzel und Zverev bringt sich für seinen ewigen Traum vom ersten Grand-Slam-Titel in Stellung.
Nach dem Tiefschlag in Wimbledon, wo er bereits in Runde eins an Arthur Rinderknech gescheitert war, scheint der 28-jährige Hamburger davon ein Stück weiter entfernt zu sein. Eurosport-Experte Mats Wilander wähnt Zverev aber auf dem richtigen Weg - das Risiko sei nämlich sein Freund.
Wilander: "Zverev weiß, was er macht"
In einer Welt, in welcher Jannik Sinner und Carlos Alcaraz bei besten Kräften sind, wird selbst Olympiasiegern und mehrmaligen Masters-Champions höchstens der Status eines Geheimfavoriten zuteil.
"Alexander Zverev darf man nie außer Acht lassen", meinte Wilander im exklusiven Interview mit Eurosport. "Er ist immer noch da, schafft es in die späten Runden."
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Wilander exklusiv: "Zverev noch immer Geheimfavorit"
Quelle: Eurosport
Vor allem dank seines unvergleichlichen Aufschlags sei der 1,98 Meter große Deutsche gegen den Großteil seiner Herausforderer im Vorteil. "Für mich ist er also immer noch ein Geheimfavorit, wenn es um Grand-Slam-Turniere geht, weil er weiß, was er tut", so Wilander, der im selben Atemzug jedoch auch den Knackpunkt hervorhob. "Nur hat er es eben mit zwei unfassbaren Spielern zu tun."
Immerhin: Seine Bilanz gegen Sinner (4:3) und Alcaraz (6:6) ist zwar beachtlich und zementiert seinen Status als Nummer drei Welt. Einzig der Zeitpunkt seiner Niederlagen offenbart jedoch seine Schwächen. In den entscheidenden Momenten - dem Finale der French Open 2024 und jenem der Australian Open 2025 - hatten ihm die Himmelsstürmer etwas voraus.
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Alexander Zverev stand sich zuletzt häufig selbst im Weg
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Zverev: Der Feinschliff von Nadal
Laut Wilander gibt es dagegen aber ein Heilmittel - und das könnte bereits bei den US Open zum Tragen kommen.
Gerade nach Satzgewinnen war sich Zverev in den vergangenen Jahren immer wieder selbst im Weg gestanden: Die deutsche Nummer eins ließ sich oftmals hinter die Grundlinie zurückfallen, agierte weitgehend zu passiv und öffnete dem Gegenüber damit die Tür zum Comeback.
Um solche Verhaltensmuster aufzubrechen und sich den bis dato fehlenden Major-Feinschliff zu holen, kam es nach Wimbledon zu einer kurzen Zusammenarbeit mit Trainerlegende Toni Nadal - laut Wilander mit Erfolg.
"Dank der Hilfe von Toni Nadal kann man sehen, dass sich Sascha um mehr Aggressivität auf dem Court bemüht", stellte der siebenmalige Grand-Slam-Sieger fest.
Von heute auf morgen werde man keinen komplett ausgetauschten Zverev sehen, bei den US Open könnte die Entwicklung aber bereits in die gewünschte Richtung gehen. "Es ist nicht so einfach, seinen Stil plötzlich zu ändern. Es wird also kleine Veränderungen geben, die für das normale Auge nicht erkennbar sind", merkte Wilander an. "Aber wir wissen, dass er das kann."
Zverev: Das Risiko ist sein Freund
Mehr Aggressivität auf dem Platz bedeutet auch mehr Risiko. Und ebenjener Drahtseilakt sollte im Fall von Zverev keineswegs ein Tabu sein.
Blickt man auf die epischen Duelle zwischen Sinner und Alcaraz in den zurückliegenden Monaten, offenbart sich der goldene Mehrwert von Antizipation und Waghalsigkeit am Netz. Der Gegner wird auf dem falschen Fuß erwischt, mental zermürbt oder zu überhasteten Fehlern gezwungen.
"Sascha ist in seiner Karriere an einem Punkt angelangt, an dem er ein paar Risiken eingehen muss", analysierte Wilander. "Er muss auch Fehler machen, weil er aggressiver spielen muss, um Alcaraz und Sinner zu schlagen. Die schlagen sich nicht selbst."
Um sich den Traum vom Grand-Slam-Titel erfüllen zu können, müsse er die beiden Überflieger ihre eigene Medizin kosten lassen. "Zverev hat das Spiel, die Technik, die Schläge", unterstrich Wilander und arbeitete das letzte Puzzleteil heraus. "Und ich denke, mit der Hilfe von Toni Nadal kann man sehen, dass er dabei ist, aggressiver zu werden."
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