US Open 2025 - Daniil Medvedev muss dringend die Kurve bekommen - bedenklicher Tiefpunkt in der einstigen Wohlfühloase:

Das Katastrophenjahr von Daniil Medvedev hat einen neuen Tiefpunkt erreicht. Der Russe musste bei den US Open gegen den Franzosen Benjamin Bonzi das nächste Erstrundenaus bei einem Grand-Slam-Turnier hinnehmen und sorgte darüber hinaus mit seinem Verhalten für einen handfesten Eklat. Der Absturz des ehemaligen Weltranglistenersten nimmt immer bedenklichere Züge an, weshalb er nun handeln muss.

Daniil Medvedev gab bei den US Open 2025 kein gutes Bild ab

Fotocredit: Getty Images

Gerade einmal vier Jahre ist es her, als Daniil Medvedev den Tennis-Olymp erklomm.
Der damals 25-Jährige bezwang Novak Djokovic im Finale der US Open 2021 überraschend deutlich 6:4, 6:4, 6:4 und verwehrte dem Serben damals den Traum vom Grand Slam.
Rund ein halbes Jahr später löste er dann den Djoker auch als Nummer eins der Weltrangliste ab und übernahm damit erstmals in seiner Karriere den Platz an der Sonne.
Keine Frage, der großgewachsene Russe war zu diesem Zeitpunkt die heißeste Aktie auf der ATP-Tour.
Von jenen Erfolgen ist der gebürtige Moskauer gegenwärtig jedoch meilenweit entfernt.

Medvedev mit denkwürdigem Eklat

Medvedev gab in seiner Erstrundenpartie am Montag bei den US Open, wo er in seiner Karriere bereits zweimal im Endspiel stand, nicht nur sportlich, sondern auch menschlich ein äußerst bedenkliches Bild ab.
Als Bonzi im dritten Satz zum Sieg servierte und Matchball hatte, eskalierte die Situation völlig. Nach einem Aufschlag ins Netz lief ein Fotograf voreilig auf den Platz, woraufhin Schiedsrichter Greg Allensworth Bonzi erneut einen ersten Aufschlag zusprach.
Eine Entscheidung, die Medvedev auf die Palme brachte. Der 29-Jährige verlor die Fassung, stachelte das buhende Publikum an und ging den Unparteiischen verbal an.
Dabei fragte er Allensworth unter anderem, ob dieser "ein Mann" sei und schimpfte in die Kamera: "Leute, er will gehen, er wird pro Spiel bezahlt, nicht pro Stunde."
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Daniil Medvedev gab bei den US Open 2025 kein gutes Bild ab

Fotocredit: Getty Images

Mahut: "Beschämend, was Medvedev gemacht hat"

Obwohl Medvedev danach - auch dank der Unterstützung des Publikums, wie er später einräumte - noch einmal zu einer Aufholjagd ansetzte, unterlag er letztlich mit 3:6, 5:7, 7:6 (7:5), 6:0, 4:6.
Anstatt seinem Gegner anschließend die Bühne zu überlassen, zerschmetterte er zunächst auf der Bank seinen Schläger, ehe er mitten im Sieger-Interview von Bonzi das Louis Armstrong Stadium verließ.
"Es ist beschämend, was Daniil gemacht hat", echauffierte sich Bonzis Trainer Nicolas Mahut im Anschluss.
Beim Übeltäter selbst war von Einsicht oder gar Reue auf der anschließenden Pressekonferenz jedoch nur wenig zu spüren.

Medvedev: "Es hat mir Spaß gemacht"

Er habe doch "nichts Schlimmes gemacht", sagte Medvedev, der verriet, dass er gerne noch einen Schritt weiter gegangen wäre:
"Was ich sage und was ich tue, ist in meinem Kopf noch schlimmer. Aber ich kann es nicht machen, weil es Regeln gibt. Aber was auch immer ich gesagt habe, auch mit Reilly - ich erinnere mich nicht mal dran. Aber es hat mir Spaß gemacht."
In der Tennis-Welt sorgte der denkwürdige wie bizarre Auftritt des ehemaligen Weltranglistenersten für Diskussionen. "Ich denke, er braucht professionelle Hilfe?!?", schrieb etwa Boris Becker bei "X".

Medvedev auf sportlicher Talfahrt

Jene Vorfälle täuschen aber nur bedingt über die gegenwärtige sportliche Misere des US-Open-Champions von 2021 hinweg.
Schließlich kam Medvedev in diesem Kalenderjahr auf Grand-Slam-Ebene nur bei den Australian Open über die erste Runde hinaus. Viel zu wenig für einen Spieler seiner Klasse.
Kurios: Beim Rasenklassiker in Wimbledon vor wenigen Wochen war der 1,98 m-Schlaks ebenfalls an Bonzi gescheitert.
Auf einen Turniersieg wartet Medvedev seit Mai 2023, als er den Titel beim Masters in Rom holte. Fast schon folgerichtig rutschte er im März dieses Jahres erstmals seit 2019 aus den Top 10.
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Daniil Medvedev nach seinem Aus bei den US Open 2025

Fotocredit: Getty Images

Zverev und Federer als Vorbilder für Medvedev?

Vom einstigen Angstgegner der Topleute ist in der aktuellen Form nur noch wenig übrig.
Um dem sportlichen Absturz entgegenzuwirken, wäre Medvedev gut beraten, sich eine Auszeit zu nehmen. Er muss sich dringend neu sammeln - ähnlich wie es Alexander Zverev, der ihn einst als "einen der unfairsten Spieler der Welt" bezeichnete, jüngst getan hat.
"Medvedev muss sich den Rest des Jahres freinehmen", forderte auch Ex-Profi Patrick McEnroe bei "X".
Sicherlich hilfreich wäre es zudem, sich weiterzuentwickeln und künftig weniger auf Nebenkriegsschauplätze einzulassen, sondern sich auf den sportlichen Erfolg zu konzentrieren. Als Vorbild könnte dabei einer der größten seines Sports, Roger Federer, herhalten.

Medvedev muss dringend die Kurve bekommen

"Roger hatte früher oft Wutausbrüche, aber dann veränderte er sich, er wurde zu Roger Federer, zu dieser Perfektion, die wir heute alle kennen", erklärte Zverev kürzlich.
"Aber das war nicht immer so. Irgendetwas in seinem Kopf hat geklickt und er hat beschlossen, sich auf dem Platz anders zu verhalten", ergänzte der Hamburger.
Es wäre Medvedev zu wünschen, dass auch er in naher Zukunft diesen Schalter umlegen kann, um schon zeitnah an seine vergangenen Erfolge wie in Flushing Meadows anknüpfen zu können.

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