US Open: Sara Errani von der Doping-Hölle ins Paradies - Italienerin gewinnt Mixed-Turnier mit Andrea Vavassori

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Es ist eine Sternstunde sondergleichen: Sara Errani und Andrea Vavassori haben das modifizierte Mixed-Turnier der US Open gewonnen, im Finale von New York schlugen sie Iga Swiatek und Casper Ruud. Das italienische Duo hat sich an den Erfolg gewöhnt - doch vor allem für Errani ist dieser alles andere als selbstverständlich. Eine Geschichte von Titeln, Krisen, Doping und einer goldenen Wiedergeburt.

Sara Errani und Andrea Vavassori haben das Mixed-Turnier der US Open 2025 gewonnen

Fotocredit: Getty Images

Beim Championship Point war Sara Errani ausnahmsweise nur Zuschauerin.
Eins, zwei, drei, vier Schläge feuerte ihr Doppel-Partner Andrea Vavassori nach Aufschlag von Casper Ruud über das Netz, ehe Iga Swiatek die eigene Rückhand zum Verhängnis wurde. Jubel brandete im Arthur Ashe Stadion auf, Errani warf ihren Schläger weg und wurde von Vavassori in die Höhe gehalten.
Es war nicht nur eine Titelverteidigung. Als einzige Doppel-Spezialisten fanden sich Errani/Vavassori im modifizierten Mixed-Turnier der US Open wieder, doch selbst gegen die Superstars aus dem Einzel brachen die Italiener nicht ein - trotz der nervenaufreibenden Spannung im Finale (6:3, 5:7, 10:6).
Errani fügte ihrer besonderen Erfolgsgeschichte ein weiteres goldenes Kapitel hinzu - was vor acht Jahren wohl niemand mehr für möglich gehalten hätte.

Auf den Höhenflug folgt der tiefe Absturz

Im Juli 2003 machte Errani ihre ersten Schritte auf der WTA-Tour, in der Qualifikation von Palermo siegte sie bei ihrem Debüt über ihre Landsfrau Emily Stellato, Nummer 396 der Welt, mit 6:4, 6:3. Eine Runde später war gegen die Kroatin Ivana Abramovic Endstation (6:4, 4:6, 1:6). Doch es sollte nur ein Anfang sein.
In den darauffolgenden Jahren sammelte sie bei ITF-Turnieren und einzelnen WTA-Abenteuern weiter Erfahrungen, ehe sie bei den US Open 2007 zum ersten Mal im Einzel-Hauptfeld eines Grand-Slam-Turniers stand. Ein Jahr später folgten ihre Titel-Debüts in Einzel und Doppel - ausgerechnet in Palermo.
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Sara Errani im Finale der French Open 2012

Fotocredit: Getty Images

2012 gelang Errani schließlich der endgültige Durchbruch. Im Doppel erreichte sie an der Seite von Roberta Vinci das Finale der Australian Open, dort verloren die Italienerinnen aber gegen die Russinnen Svetlana Kuznetsova und Vera Zvonareva (7:5, 4:6, 3:6). Bei den French Open und US Open im selben Jahr schlug das Duo dafür zu, in Roland-Garros stand Errani auch im Einzel im Endspiel - unterlag jedoch Maria Sharapova (3:6, 2:6).
Der Höhenflug hielt an: Im Einzel-Ranking stürmte sie auf Platz fünf, im Doppel erklomm sie mit Vinci Platz eins. 2013 und 2014 verbuchten sie bei den Australian Open (2013, 2014) und in Wimbledon (2014) weitere triumphale Erfolge. Doch dann der Absturz.
2015 trennte sie sich von Vinci, um sich auf ihre Einzel-Karriere zu fokussieren. Es folgte eine Ergebniskrise, aufgrund welcher sie die Saison 2016 bereits im September beendete. Fünf Monate später der Knall: Ein routinemäßiger Dopingtest fiel positiv aus, bei Errani wurde die verbotene Substanz Letrozol nachgewiesen.

Dopingsperre und der Weg zurück

Errani beteuerte damals, dass keine Absicht vorgelegen habe und ihre Pasta mit dem Brustmedikament ihrer Mutter kontaminiert gewesen sei. Die Azzurra wurde zunächst für zwei Monate gesperrt, all ihre Ergebnisse zwischen Februar und Oktober 2017 wurden gestrichen.
Errani zog vor den Internationalen Sportgerichtshof, dieser verlängerte im Juni 2018 die Sperre auf zehn Monate, wodurch sie acht Monate "nachsitzen" musste. In der Weltrangliste wurde sie derweil durchgereicht.
Erst fünf Jahre später sollte Errani wieder den Sprung in die Top 100 schaffen - und dann eine Wiedergeburt sondergleichen erleben.

An einem Tisch mit den Williams-Schwestern

Der Fokus galt nun vermehrt dem Doppel, gemeinsam mit Jasmine Paolini bildete sie ein kongeniales Duo. Die beiden triumphierten in Monastir (WTA 250), Linz (WTA 500) und Rom (WTA 1000) und schrieben schließlich im August 2024 goldene Geschichte.
Bei den Olympischen Spielen in Paris eroberten die Italienerinnen die Goldmedaille, im Finale schlugen sie Mirra Andreeva und Diana Shnaider (2:6, 6:1, 10:7). Die 37-jährige Errani avancierte damit zur ältesten Tennis-Olympiasiegerin der Geschichte, bei ihrem Triumph war sie 20 Tage älter als ein gewisser Novak Djokovic.
Es war die endgültige Rückkehr ins Paradies - die mit dem Einzug in einen exklusiven Club belohnt wurde. Sieben Frauen ist ein Career Golden Slam im Doppel bislang gelungen, neben Errani vollendeten nur Venus und Serena Williams, Gigi Fernández, Pam Shriver, Katerina Siniakova und Barbora Kejcikova dieses Kunststück.
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Final-Highlights: Gold für Andreeva/Shnaider im Damen-Doppel

Quelle: Eurosport

Zumindest im Einzel hing sie ihren Tennisschläger im vergangenen Mai an den Nagel. Trotzdem scheint der Weg der Sara Errani aber noch lange nicht zu Ende zu sein.
2024 fand sie in Vavassori den idealen Partner für das Mixed. Mit dem acht Jahre jüngeren Turiner gewann sie die US Open 2024 und verteidigte den Titel nun ein Jahr später gegen eine Reihe an Superstars.
Bei den diesjährigen French Open strahlte sie gleich doppelt - sowohl mit Paolini als auch mit Vavassori tütete sie die Trophäe ein.
Kometenhafter Aufstieg, vom Doppel-Monster zur Einzel-Abenteurerin, Krise, Doping, Absturz und nach jahrelangem Kampf die goldene Rückkehr an die Spitze. Die Geschichte von Errani ist ein Pfad vom Paradies in die Hölle - und einmal zurück.
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Wilander exklusiv: "Zverev noch immer Geheimfavorit"

Quelle: Eurosport


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