US Open 2026 in New York: Alexander Zverev blockt Fragen nach Favoritenrolle ab - die Ansprüche sind massiv gestiegen

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Erstmals in seiner Laufbahn und als erster Deutscher seit Boris Becker startet Alexander Zverev als topgesetzter Spieler in ein Grand-Slam-Turnier. Die externen Ansprüchen sind nach dem Grand-Slam-Titel und dem Fehlen von Jannik Sinner gestiegen. Doch auch Zverev wirkt, als habe er selbst noch einiges davor. Dafür blockt er Fragen nach der Favoritenrolle gekonnt ab und trainiert intensiv.

Zverev, Alcaraz oder Djokovic? Favoriten-Check US Open

Quelle: Perform

Jez Green wirkte plötzlich wie ein weiterer Sicherheitsbeauftragter. Eingerahmt zwischen zwei erstaunlichen Erscheinungen stand der ebenfalls kraftvolle Fitnesstrainer von Alexander Zverev zwischen Spielerbank und Haupttribüne des Arthur-Ashe-Stadions bei den US Open in New York.
Für einen Moment wirkte es so, als wollte Zverevs langjähriger Vertrauter seinen Schützling während einer kurzen Pause tatsächlich beschützen. Nicht vor physischen Bedrohungen - sondern im übertragenen Sinne vor den Erwartungen der Öffentlichkeit.
Der Center Court beim letzten Grand Slam des Jahres war bei einer Trainingseinheit vor Turnierstart mit Learner Tien brechend voll. Zverev ist nach der verletzungsbedingten Absage Jannik Sinners ganz offiziell die Nummer eins des Turniers.
Es ist eine Premiere für den French-Open-Sieger, aus deutscher Sicht zudem das erste Mal seit Boris Becker. Der hatte sich in seinem Podcast gerne zurückerinnert an die Stellung als "König der Löwen". Es sei "die geilste Situation für mich überhaupt" gewesen.

Zverev: Funktioniert die Taktik der Selbstlüge noch einmal?

Zverev, das weiß die Öffentlichkeit spätestens seit dem French-Open-Titel im Juni und seinen vielsagenden "Sky"-Aussagen danach, bevorzugt lieber die Taktik der Selbstlüge und gab zu, sich selbst und die Öffentlichkeit in den Wochen von Paris ob der Erwartungshaltung angelogen zu haben. Ob diese Strategie noch einmal funktioniert?
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Alexander Zverev hat viel vor bei den US Open 2026

Fotocredit: Getty Images

Mehrere Tausend Tennisfans beobachteten Zverev und Tien jedenfalls für gut 90 Minuten. Unter Dauerbeschallung feilte Zverev an seinem Spiel, testete zwei verschiedene Bespannungen. Es war eine von mindestens zwei Tenniseinheiten an diesem Tag. Am Medientag Freitag trainierte Zverev vor und nach seinen nicht wenigen Medienverpflichtungen.
Als Nummer eins des Turniers standen nach der offiziellen Pressekonferenz Interviews mit allen wichtigen internationalen übertragenden Sendern an, unterbrochen von einem Livebesuch auf der größten Bühne. Dort platzte Zverev geplant in eine Podcastübertragung mit Ex-US-Open-Champion Andy Roddick.

Zverev amüsiert Fans: "Habe mir zwei Wochen in die Hosen gemacht"

"Ich habe mir zwei Wochen in die Hosen gemacht", sagte Zverev dort rückblickend über die Zeit nach dem Aus von Sinner und Djokovic in Paris und amüsierte die vielen zuhörenden Fans damit prächtig. Dabei hatte er bloß die Wahrheit öffentlich ausgesprochen.
Bei der Pressekonferenz nutzte er sein neues, seit Paris gewohntes Narrativ, um die Erwartungen einzubremsen. Ob er Topfavorit auf den Titel sei? "Ich bin genauso Favorit wie alle anderen 127 Spieler im Hauptfeld", sprach er, konnte sich ein Grinsen aber nicht verkneifen.
Im deutschen Teil seiner Presserunde wurde er seriöser: "Ich bin gerade so fokussiert auf mein eigenes Spiel, trainiere sehr viel und bin sehr glücklich mit den Fortschritten, die ich gemacht habe seit Cincinnati. Deswegen achte ich da auf die Setzung nicht so. Das Wichtigste ist, wer am Ende des Turniers noch im Tableau ist."

Zverev im Tunnel: Keine Scherze, nur Kritik

Tatsächlich machen die meisten der vielen Einheiten vor Turnierstart Hoffnung auf bessere Leistungen als in Kanada und Cincinnati. Zu passiv habe er da gespielt und die Chance verpasst, Punkte in der Weltrangliste aufzuholen, unkten Experten wie Becker. Zverevs selbsterklärtes Ziel ist Rang eins in der Weltrangliste. Anfang 2025 schien ihn dieses Vorhaben zu hemmen.
In New York wirkt Zverev früh erstaunlich in sich gekehrt, als habe er den Tunnelblick bereits vor Turnierstart aktiviert. Im Training wird nicht gescherzt. Wenn überhaupt geredet wird, steht Kritik an seinem Spiel im Mittelpunkt.
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Alexander Zverev im Training bei den US Open

Fotocredit: Getty Images

Auf die Frage, wie sein Gefühl der Plätze im Vergleich mit anderen Hardcourts wie jenen in Australien sei, erklärte Zverev: "Im Training ist alles gut, es wird von Tag zu Tag besser." Er müsse aber das erste Match spielen. "Dann kann man das Gefühl etwas besser beschreiben." In Australien habe er die Woche vor dem Turnier im Training "unfassbar schlecht" gespielt und habe daraufhin ein sehr schlechtes erstes Match gehabt. "Dann bin ich in das Turnier reingekommen und dann wurde es besser und besser." 

Zverevs Gesundheit passt - Duell mit Sonego kann kommen

Zverev-Fans könnten mit Blick auf Lorenzo Sonego und Runde eins etwas Bauchschmerzen bekommen. Es gibt angesichts des fehlenden Rhythmus leichtere Auftakthürden als die ehemalige Nummer acht der Welt. Der 31-jährige Italiener wird nach einer komplizierten Saison aber nur auf 91 gelistet - und hat alle bisherigen sechs Vergleiche mit dem Hamburger verloren.
Gesundheitlich befinde sich Zverev in einem guten Zustand. Anders als jeweils vor Australien und Paris sei momentan keine Behandlung an seinem Rücken bei Dr. Müller-Wohlfahrt in München nötig gewesen. "Gesundheitlich ist alles momentan ok", entgegnete Zverev auf Nachfrage.
Entscheidend, so wirkt es in diesen Tagen von Paris, wird mehr der Zverev'sche Umgang mit der externen und eigenen Erwartungshaltung. Davor kann ihn Jez Green auch im Alltag nur bedingt beschützen.
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Alcaraz vor Comeback bei US Open: Das ist der Stand der Dinge

Quelle: SNTV


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