US Open: Alexander Zverev kommt immer mehr in Fahrt - Becker-Rekord eingestellt und Traum-Finale gegen Alcaraz im Blick

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Alexander Zverev hat sich in Form gespielt. Der Weg in sein zweites US-Open-Finale nach 2020 scheint frei. Mit seinem Sieg gegen den Italiener Luciano Darderi erreicht der 29-jährige Hamburger nicht nur das Viertelfinale der US Open, sondern egalisiert auch einen Rekord von Tennislegend Boris Becker. Nach dem Match sprach Zverev über seinen Hang zum Nachtschwärmen aufgrund langer Matches.

Alexander Zverev steht im Viertelfinale der US Open

Fotocredit: Getty Images

Nachtschwärmer Alexander Zverev schien etwas überfordert mit seiner selbst verschafften Freizeit. "Ehrlich gesagt weiß ich gar nicht, was ich mit mir anfangen soll, weil es noch vor Mitternacht ist. Vielleicht gehe ich zurück auf den Trainingsplatz oder in eine Bar", sagte Deutschlands Tennisstar bestens gelaunt nach seinem humorlosen Viertelfinaleinzug bei den US Open.
6:2, 6:2, 7:6 (7:3) hieß es gegen den Italiener Luciano Darderi, die Uhr in New York zeigte beim per Ass verwandelten Matchball zehn vor zwölf. French-Open-Champion Zverev ist (von sich) anderes gewohnt aus den ersten Runden, als er gegen Underdogs zweimal fünf Sätze benötigte und mitunter nach zwei Uhr nachts noch auf dem Platz rackerte.
Gegen Darderi, immerhin die Nummer 22 der Welt, präsentierte sich Zverev zunächst locker-leicht, auch bei wachsendem Gegnerdruck behielt er stets die Kontrolle. "Ich bin definitiv zufrieden", sagte der in Abwesenheit von Jannik Sinner topgesetzte Hamburger: "Im Vergleich zu den ersten beiden Matches ist mein Niveau gestiegen. Das ist natürlich das Ziel."
So kann es weit gehen für ihn in New York, ein Traumfinale gegen Titelverteidiger Carlos Alcaraz nimmt Konturen an. Zverev jedenfalls wird auch im Viertel- und einem möglichen Halbfinale kein nominelles Schwergewicht zum Gegner haben.

Mögliches Halbfinale gegen Khachanov oder Blockx

Am Mittwoch (Ortszeit) geht es für den Hamburger in der Runde der besten acht gegen Botic van de Zandschulp, es ist das erste Aufeinandertreffen mit der Nummer 70 der Welt. Zverev adelte den Niederländer als "beeindruckenden Spieler", den es besonders bei den US Open zu beachten gelte - was Alcaraz 2024 zu spüren bekam bei seinem überraschenden Aus.
In einem möglichen Halbfinale träfe Zverev auf den Russen Karen Khachanov, den er im Olympia-Finale 2021 besiegt hatte, oder den belgischen Shootingstar Alexander Blockx. Den 21-Jährigen mit der wuchtigen Vorhand kennt der Weltranglistenzweite aus drei Duellen, alle 2026, zuletzt in der ersten Runde von Wimbledon, als Zverevs Weg schon zum zweiten Mal in diesem Jahr in ein Grand-Slam-Finale führte.
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Alexander Zverev scherzte im On-Court-Interview

Fotocredit: Imago

Schon jetzt darf Zverev auf sein konstantestes und zugleich an Höhepunkten reichstes Grand-Slam-Jahr zurückblicken. Im Juni in Paris holte er seinen ersehnten ersten Major-Titel, nun erreichte er erstmals in seiner Karriere bei jedem Grand-Slam-Turnier eines Jahres die Runde der besten acht.

Zverev stellt Becker-Rekord ein

Und Zverev passierte im Vorbeigehen weitere kleine Meilensteine. Gegen Darderi gelang dem 29-Jährigen der 22. Matcherfolg bei Grand Slams in diesem Jahr - damit teilt er sich nun den deutschen "Rekord" mit Boris Becker, dem dies 1989 geglückt war. Zudem ist Zverev mit 570 gewonnenen Matches nun die alleinige deutsche Nummer zwei in der Open Era hinter dem sechsmaligen Major-Gewinner Becker (713), Zverev überflügelte Tommy Haas.
Bei seinen bisherigen vier Auftritten wurde Zverev in der Night Session auf den Court gebeten. Fortsetzung erwünscht. "Ich werde definitiv wieder ein Abendspiel anfragen", sagte der Deutsche, auch wenn er weit davon entfernt sei zu sagen, das gigantische Arthur Ashe Stadium sei "mein Platz".
Dies dürften nur Ikonen und US-Open-Seriensieger wie Roger Federer oder Pete Sampras behaupten, so Zverev: "Aber ich habe das Gefühl, als hätte ich diesen Platz für zwei Wochen von 23 Uhr bis 2 Uhr morgens gemietet. Ich hoffe also, dass sie mich weiterhin zu dieser Zeit ansetzen."
Spätestens im Finale am Sonntag, das um 14.00 Uhr Ortszeit beginnt, müsste Zverev seinen Rhythmus ändern. Er würde es gewiss verschmerzen.
(SID)

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