"Im weiteren Verlauf des Spiels, insbesondere in den letzten Games des fünften Satzes, wollte ich nicht, dass einer von ihnen verliert", gestand der 58-Jährige.

Sein Neffe Rafael musste in der Vergangenheit schließlich schon ähnliche Situationen am eigenen Leib erfahren: Im Wimbledon-Endspiel 2007 sowie im Semifinale vor zwei Jahren, verlor Nadal selbst gegen Federer jeweils dramatisch in fünf Sätzen. Auch deshalb gab er zu, dass er letzten Endes Mitleid mit dem Schweizer hatte:

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Ich weiß, wie schmerzhaft solche Niederlagen sind. Deshalb tut mir Roger diesmal wirklich leid. Ich weiß, wie er sich fühlen muss, nachdem er zwei Matchbälle bei eigenem Service vergeben hat.

Ihm falle es deswegen schwer, diese Zeilen zu schreiben, während er an den 37-jährigen Schweizer denke. "Ich weiß nicht, was für unsere Interessen am besten war, aber wie sich alles entwickelt hat, wollte ich nicht, dass Roger verliert", so der langjährige Trainer von Nadal weiter.

Nadal rudert nach Final-Aussagen zurück

Unmittelbar nach dem epischen Final-Krimi verkündete Onkel Toni gegenüber der "Marca" noch flapsig:

Es war besser für Rafa, dass Djokovic gewonnen hat. Jetzt sind die drei ganz eng beisammen. Es hatte alles, was ein grosser Final braucht: Federers vergebene Matchbälle, die Länge des Spiels … aber die Daten zeigen, dass das Finale 2008 besser war."

In besagtem Endspiel triumphierte Nadal über seinen schweizer Dauerrivalen in einem legendären Match, das ebenfalls über die volle Distanz ging. Die Partie gilt bis heute als das beste Tennis-Spiel der Geschichte.

Rafael und Toni Nadal während der ATP World Tour Finals 2017

Fotocredit: Getty Images

Knapp eine Woche später war der 58-Jährige in seiner Kolumne für "El País" voll des Lobes für die Finalprotagonisten. Für ihn haben beide Spieler eindrücklich bewiesen, warum sie zu den besten in der Geschichte gehören.

Während Federer einmal mehr gezeigt habe, dass "die Jahre für ihn nicht vergehen", bezeichnete er Sieger Djokovic als "unermüdlichen Kämpfer".

Nadal sieht "goldenes Zeitalter im Herrentennis"

Onkel Nadal sieht aktuell außerdem eine nie dagewesene Spannung im Herren-Tennis um den Major-Rekord. "20, 18 und 16. Bis vor ein paar Jahren dachten wir noch, es sei sehr schwierig, wenn nicht unmöglich, Federer einzuholen. Nun ist es extrem eng geworden. Wer einst die Nase vorn haben wird, liegt mehr denn je in der Luft."

Im Hinblick auf das Rennen um die meisten Grand-Slam-Siege sehe der Mallorquiner den 32-jährigen Serben im Vorteil.

Grundsätzlich begeistern den langjährigen Mentor Rafael Nadals jedoch nicht nur die bloßen Daten und Fakten der Duelle, sondern die Rivalität der drei Tennis-Legenden per se und welche Bedeutung diese für die Tennis-Historie hat:

Novak, Roger und Rafael haben gemeinsam für ein goldenes Zeitalter im Herrentennis gesorgt, das kaum wiederholt werden kann. Sie haben den Sport auf ein komplett neues Level gehievt.

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