Tennis
Wimbledon

Wimbledon-Absage und die Folgen: So könnte es auf der Tour weitergehen

Teilen mit
Kopieren
Diesen Artikel teilen

Novak Djokovic

Fotocredit: Getty Images

VonKatharina Wiedenmann
01/04/2020 Am 16:41 | Update 01/04/2020 Am 17:24

Mit Wimbledon gibt es das nächste prominente Opfer der Corona-Virus bedingten Sportabsagen. Wie die Organisatoren am Mittwoch mitteilten, findet das älteste Tennis-Turnier der Welt (29. Juni bis 12. Juli) nicht statt. Zudem fällt auch die restliche Rasensaison mit Turnieren wie in Halle oder Stuttgart aus. Doch wie geht es auf den Profi-Touren weiter und wann kann wieder gespielt werden?

Der Tennis-Sport wurde durch die Coronavirus-Pandemie hart getroffen, die gesamte Sandplatzsaison fiel dem Virus zum Opfer. Einzig die French Open wurden vorerst um drei Monate verschoben und sollen damit Ende September stattfinden.

Am Mittwoch wurde nun Wimbledon abgesagt, die Olympischen Spiele in Tokio dagegen wurden vor knapp einer Woche auf 2021 verlegt. Weitere wichtige Fragen stellen sich jetzt aber auch in Bezug auf die US Open.

Tennis

Ex-Coach Bresnik teilt aus: Schwere Vorwürfe gegen Thiem

31/03/2020 AM 16:34

Asian Swing als letzte Hoffnung

Die USTA als Veranstalter des letzten Grand Slam des Jahres gab bereits zu, dass es zu einer Verschiebung kommen könnte. New York gehört zu den am härtesten getroffenen Gebieten in den USA, wo mittlerweile auch weltweit die meisten Fälle registriert wurden.

Ironischerweise könnte die größte Hoffnung in einer Verlängerung des "Asian Swing" liegen, also den Turnieren in Asien zum Ende des Jahres. Und das obwohl das Virus dort seinen Ursprung hatte.

Zuschauer gibt es bei diesen Events ohnehin deutlich weniger als bei anderen Turnieren. Hinter verschlossenen Türen zu spielen, wäre daher keine große Umstellung für die Veranstalter. Sowohl die ATP als auch die WTA spielen ein großes Turnier in Peking, die Männer außerdem ein Masters in Shanghai. Bei den Damen geht es zudem nach Wuhan.

Auch ATP Finals in Gefahr?

Eine weitere Problematik ist aber der Endspurt der ATP-Tour, der die Tennis-Stars eigentlich wieder zurück nach Europa führt. Vor allem das Masters-Turnier in Paris sowie die ATP Finals in London sind dabei in Gefahr. Denn nach Meinung einiger Experten könnte es im Spätherbst aufgrund des kälteren Wetters in Europa zu einem weiteren massiven Anstieg der Infizierten kommen.

Die Londoner O2-Arena beherbergt seit 2009 die ATP Finals, ab 2021 soll das Event aber in Turin stattfinden. Damit könnte der letztjährige Gewinner Stefanos Tsitsipas für lange Zeit der letzte Spieler sein, der sich in Großbritannien den Titel zum Saisonabschluss sicherte.

Bei den Damen ist die Tour zum Ende der Saison ohnehin im Fernen Osten, das Tour-Finale sowie die "Elite Trophy", das B-Finale, werden beide in China, in Shenzhen und Zhuhai, ausgetragen. Allerdings gibt es generelle Zweifel, ob in diesem Jahr überhaupt noch Tennis gespielt werden kann.

Auch interessant: Ex-Coach Bresnik teilt aus: Schwere Vorwürfe gegen Thiem

Tennis stark von Reisefreiheit abhängig

Craig Tiley, der Chef von Tennis Australia, glaubt, dass der Rest des Jahres vor allem wegen logistischer Schwierigkeiten ins Wasser fallen könnte. Wenige Sportarten sind nämlich so stark auf die weltweite Reisefreiheit angewiesen wie Tennis.

Neben den Athleten reisen auch Schiedsrichter und Trainer von Land zu Land. Doch verschiedene Länder und Regionen könnten weiterhin unterschiedlich stark vom Coronavirus betroffen sein. Tiley meinte daher gegenüber dem "Sydney Morning Herald":

Meine persönliche Meinung ist, dass es schwierig sein wird, noch in diesem Jahr zu spielen. Es hängt einfach viel vom weltweiten Reiseverkehr ab und das ist vermutlich das letzte, das sich wieder normalisieren wird. Sportarten, die auf ein Land beschränkt sind, sind da in einer besseren Position, Sportarten, die weltweit agieren, haben mehr Probleme.

Die WTA erklärte in einer Stellungnahme, man schaue sich alle Optionen an: "Die WTA arbeitet nach Kräften mit den Turnieren daran, die Einnahmemöglichkeiten zu maximieren, wenn es weitergeht. Es wird zudem überlegt, die Saison zu verlängern, um mehr Turniere austragen zu können. Wir hoffen wirklich, dass es so schnell wie möglich zurück auf den Court geht. Aber erst wenn die Gesundheit und Sicherheit unserer Spieler, Fans und Angestellten garantiert ist, geht der Wettkampf weiter."

Williams, Djokovic und Nadal jagen Rekorde

So unorthodox und seltsam die Saison bisher auch war, es gibt noch viele Geschichten, die in diesem Jahr geschrieben werden könnten. Serena Williams hat weiter den Grand-Slam-Rekord von Margaret Court im Blick, ihr geht aber langsam die Zeit aus. Schon vor drei Jahren schloss sie zu den 24 Siegen der Australierin auf. Nur ein Titel fehlt Williams noch, um gleichzuziehen.

Roger Federer ist mittlerweile 38 Jahre alt und wird sich zum Abschluss seiner außergewöhnlichen Karriere sicher noch den ein oder anderen Major-Titel sichern wollen. Seine langjährigen Kontrahenten Novak Djokovic (17 Titel) und Rafael Nadal (19) schielen dagegen auf den Grand-Slam-Rekord des Schweizers, der mit 20 Erfolgen weiter vorne, aber in greifbarer Nähe liegt.

Beide gehen auf Mitte 30 zu und wären sicherlich nicht begeistert, wenn sie in diesem Jahr mehrere Chancen verpassen würden, den Rekord von Federer einzuholen. Spieler wie Tsitsipas, Alexander Zverev, Dominic Thiem, Daniil Medvedev, Bianca Andreescu und Sofia Kenin werden dagegen versuchen, auf demselben Niveau weiterzumachen und sich als neue Stars des Tennis zu etablieren.

Eine komplette Absage der Tennis-Saison wird nur der letzte Ausweg sein, könnte aber durchaus zur Realität werden.

Das könnte Dich auch interessieren: Muster über Thiem-Trennung: "Wurde nicht nach 16 Tagen gefeuert"

Nächste Millionenspende! Djokovic hilft Corona-Opfern

00:00:49

Tennis

Federer zeigt Trickshots im Schnee

31/03/2020 AM 07:08
Tennis

Bresnik mit Corona-Rundumschlag: "Kein Politiker kann ein Problem lösen"

29/03/2020 AM 21:34
Ähnliche Themen
TennisWimbledonSerena WilliamsRoger FedererMehr
Teilen mit
Kopieren
Diesen Artikel teilen