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Wettlauf gegen die Zeit: Federer jagt seinem Traum hinterher

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Roger Federer

Fotocredit: Getty Images

VonTobias Laure
03/04/2020 Am 06:19 | Update 03/04/2020 Am 08:19

Roger Federer spielt auch mit 38 Jahren noch Tennis auf sensationellem Niveau, in Wimbledon hätte er in diesem Jahr zu den Favoriten gehört. Der Rasenklassiker kann allerdings infolge der Corona-Pandemie erst 2021 wieder stattfinden, was die Jagd des Schweizers nach dem neunten Titel ins Wanken bringt. Der Traum aber lebt weiter - und Federer ist bei seiner größten Mission alles zuzutrauen.

So kann und darf die Geschichte einfach nicht enden. Als Roger Federer am 14. Juli des vergangenen Jahres eine Vorhand in den Himmel über Wimbledon schlug, war es vorbei. Der Schweizer hatte das bis dato längste Finale in der Geschichte des Rasenklassikers gegen Novak Djokovic verloren - mit einem Leichtsinnsfehler.

Seit gestern steht fest: Federer bekommt keine Gelegenheit, diesen letzten Eindruck in diesem Jahr zu korrigieren. Das berühmteste Tennisturnier der Welt fällt aufgrund der Corona-Pandemie erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg aus.

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Grand-Slam-Champion mit 39 Jahren?

Er sei "am Boden zerstört", gab Federer in einer ersten Reaktion auf Twitter zu. Verständlich, ist der Wettbewerb im All England Lawn Tennis and Croquet Club doch das wichtigste Turnier im Jahresplan des Schweizers.

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"Ich habe den Leuten gezeigt, dass es mit 37 Jahren noch nicht vorbei ist", hat der achtmalige Wimbledon-Champion nach der letztjährigen Niederlage im Endspiel gesagt.

Wimbledon-Rekordsieger Roger Federer

Fotocredit: Eurosport

Die Message war klar: Wenn er es mit 37 ins Finale schafft, dann geht das auch mit 38. Und mit 39? Bislang ist das keinem gelungen, aber Federer wird das "Unmögliche" versuchen. Das legen seine Aussagen nahe, nachdem auch das Rasen-Event im westfälischen Halle abgesagt wurde.

Wir erleben schwierige Zeiten, wir werden jedoch daraus gestärkt hervorgehen. Bereits heute freue ich mich über meine Rückkehr nach Halle im nächsten Jahr.

Bedeutet: Wenn der Maestro in Halle seinem elften Titel nachjagt, wird er auch eine gute Woche später in Wimbledon aufschlagen. Den Traum vom 21. Major-Erfolg hat Federer noch nicht aufgegeben, zumal er damit einen weiteren Rekord aufstellen würde. Bislang ist Ken Rosewall durch seinen Triumph bei den Australian Open 1972 mit 37 Jahren der älteste Grand-Slam-Turniersieger.

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Federer spielt schon wieder Trickshots

Federers Konzentration gilt derzeit aber seinem Comeback. Im Februar unterzog sich der Weltranglisten-Vierte einer Operation am rechten Knie, der Eingriff ging ohne Komplikationen über die Bühne. "Die Reha läuft großartig", erklärte Coach Ivan Ljubicic schon vor ein paar Wochen. Er hoffe, "bald wieder mit Roger auf dem Platz zu stehen".

Ein geregeltes Training mit dem Team ist aufgrund der Coronakrise zwar noch nicht möglich, Spaß am Tennis hat Federer dennoch. Im Schneetreiben übte der Schweizer bereits ein bisschen. "Um sicherzugehen, dass ich noch weiß wie man Trickshots spielt", witzelte Federer und postete dazu ein passendes Video:

Wann der Ernst des Tour-Lebens wieder beginnt, ist dagegen offener denn je. ATP und WTA entschieden sich dazu, die Zwangspause bis mindestens 13. Juli zu verlängern. Craig Tiley, Turnierdirektor der Australian Open, verbreitete indes im Gespräch mit dem "Syndey Morning Herald" und "The Age" nicht gerade Optimismus:

Ich persönlich denke, dass es sehr schwer wird, in diesem Jahr wieder Tennis zu spielen. Das setzt globale Reisen voraus und ich glaube, dass dies eines der Dinge ist, die als Letztes wieder möglich sein werden.

Es ist schwer zu beurteilen, ob es für Federers Konkurrenzfähigkeit ein Vor- oder Nachteil ist, wenn es erst 2021 weiterginge. Man darf aber sicher sein, dass der Maestro alles darauf ausrichten wird, topfit in Wimbledon aufzuschlagen - denn so kann und darf die Geschichte einfach nicht enden.

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