Beim Stand von 6:5 hatte Novak Djokovic insgesamt drei Satzbälle zur 2:0-Führung. Beim zweiten schlug er einen Service nach außen, Shapovalov setzte zum Return an, doch dann unterbrach ein "Aus!"-Ruf des Schiedsrichters die Stille auf dem Centre Court.
Djokovic bemühte das Hawkeye und bekam recht: Der Ball war drin. Der Serbe hatte sich damit auch den zweiten Satz gesichert.
Shapovalov sah die Szene ein bisschen anders. Er wollte eine Wiederholung des Aufschlags, da er sich durch den Ruf des Linienrichters in seinem Ablauf gestört sah. Zudem ärgerte er sich über den Zeitpunkt des Calls.
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Während Djokovic sich über seine ausgebaute Satzführung freuen konnte, stürmte Shapovalov Richtung Stuhlschiedsrichter.

Shapovalov schreit den Schiedsrichter an: "Wollen Sie mich veralbern?"

"30 Minuten vor meinem Schlag, mein Lieber. 30 Minuten vor meinem Schlag. Was machen Sie?", fuhr der Kanadier den Schiedsrichter an.
"Wie können Sie bei Satzball so einen Call machen, wollen Sie mich veralbern?" echauffierte sich Shapovalov.
"Wollen Sie mich veralbern? Der Call kommt 30 Minuten vor meinem Schlag", der Youngster redete sich förmlich in Rage: "30 Minuten vor meinem Schlag. Ich habe es nicht versucht, ich bin abgerutscht. Ich rutschte. Was machen Sie?"
Sein ganzer Ärger und seine Diskussion half nichts. Der Schiedsrichter blieb bei seiner Entscheidung: Es gibt keine Wiederholung, der zweite Satz gehört Djokovic.

Becker über den Shapovalov-Wutausbruch: "Hier geht es definitiv nicht um den Punkt"

Eurosport-Experte Boris Becker meinte in der "BBC" zum Wutausbruch des Halbfinal-Debütanten: "Hier geht es definitiv nicht um den Punkt selbst, sondern viel mehr darum, dass er keinen der ersten beiden Sätzen gewinnen konnte."
Und das obwohl Shapovalov über weite Strecken ein hervorragende Partie gezeigt hatte, doch in den entscheidenden Momenten patzte er. So auch vor eben jenem Aufschlagspiel, bei dem Djokovic zum Satzgewinn servierte.
Beim Stand von 5:5 hatte sich Shapovalov bei Breakball für den "Djoker" einen Doppelfehler geleistet und so seinen Aufschlag leichtfertig abgegeben. Der Frust darüber war beim emotionalen Kanadier bei der Challenge-Szene sicher noch nicht abgeklungen.
Im dritten Satz konzentrierte sich Shapovalov wieder auf sein Spiel und hielt erneut lange sehr gut mit. Am Ende verlor er dennoch 6:7 (3:7), 5:7, 5:7 gegen den 19-maligen Grand-Slam-Champion.
Shapovalov verließ anschließend mit Tränen in den Augen den Centre Court, der Ärger über den Satzball zum 0:2 war da möglicherweise immer noch nicht ganz verflogen.
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