Für Novak Djokovic begann sein 41. Grand-Slam-Halbfinale nicht nach Wunsch. Zwar brachte er sein erstes Aufschlagspiel souverän zu null durch, doch beim zweiten Service bescherte er Denis Shapovalov mit einem Doppelfehler den ersten Breakball. Und der Kanadier war sofort zur Stelle: Mit einem Rückhand-Winner ging er nach elf Minuten mit 2:1 in Führung.
Das gab dem mutig agierenden Außenseiter natürlich noch einmal Auftrieb. Shapovalov hielt die Nummer eins der Welt auf Distanz und so musste Djokovic bei 3:5 gegen den Satzverlust servieren. Nachdem er über Einstand gehen musste, sicherte sich der Weltranglistenerste mit zwei guten Aufschlägen das 4:5.
Shapovalov servierte zum Satzgewinn. Bei 30:30 verteidigte Djokovic mit viel Einsatz, Shapovalov hatte am Netz die Chance auf den ersten Satzball, verschlug aber eine Vorhand hinter die Grundlinie. Statt Satzball Shapovalov hieß es Breakball Djokovic.
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Diesen konnte der Youngster über einen guten Aufschlag mit dem Volley parieren. Ein Longline-Fehler bescherte Djokovic die nächste Breakchance. Wieder patzte Shapovalov und Djokovic egalisierte das Break – 5:5.

Shapovalov patzt im Tiebreak

Das folgende Aufschlagspiel brachte Djokovic ohne große Probleme durch und so war es auf einmal Shapovalov, der gegen den Satzrückstand aufschlagen musste.
Trotz der Drucksituation blieb Shapovalov bei seinem offensiven und auch spektakulären Spiel. Mit einer brillanten einhändigen Rückhand-Longline ging er im zwölften Spiel mit 30:0 in Führung. Djokovic war da machtlos und applaudierte anerkennend.
Kurz danach verschlug Djokovic eine Rückhand und es ging in den Tiebreak.
Im Tiebreak machte jedoch dann der 22-jährige Kanadier zu viele unnötige Fehler und Djokovic erspielte sich drei Satzbälle. Auch hier patzte Shapovalov: Mit einem Doppelfehler schenkte er den ersten Satz an die Nummer eins der Welt ab.

Shapovalov erspielt sich mehrere Breakbälle - doch Djokovic wehrt alle ab

Das Spektakel setzte sich auch im zweiten Durchgang fort, was vor allem an Denis Shapovalov lag. Direkt den ersten Punkt gewann er sich mit einem starken Rückhand-Smash. Zu null sicherte er sich das Aufschlagspiel.
Beide hielten in der Folge ihre Aufschläge, wobei der Kanadier deutlich souveräner wirkte. Während Shapovalov in seinen ersten drei Aufschlagspielen nur einen Punkt abgab, musste Djokovic fünf Breakbälle abwehren.
Ganz knapp war es bei 1:2 und 0:40. Nachdem der 19-malige Grand-Slam-Sieger die ersten beiden Breakmöglichkeiten gut parierte, hatte anschließend Shapovalov mit der Vorhand die Chance mit 3:1 in Führung zu gehen. Doch der Weltranglistenzwölfte patzte. Es kam wie es kommen musste: Djokovic verwertete einen Vorhand-Winner, Shapovalov verschlug eine Rückhand und alles blieb in der Reihe.
Die vierten Aufschlagspiele gingen jeweils ohne Punktverlust an den Gegner über die Bühne.

Shapovalov schwächt sich mit Doppelfehlern selbst

Im elften Spiel wurde es bei 30:15 für Shapovalov wieder einmal spektakulär: Zuächst hatte der Youngster Glück mit der Netzkante, dann landete der Notschlag von Djokovic genau auf der Linie. Shapovalov sprintete vom Netz zurück und erreichte den Ball noch, doch der "Djoker" verwandelte seinerseits am Netz. Kurz danach hatte der Belgrader Breakball, den Shapovalov wieder mit einem Doppelfehler herschenkte.
Mit einem souveränen Aufschlagspiel holte sich Djokovic die 2:0-Satzführung.
Der dritte Durchgang startete für den fünfmaligen Wimbledon-Champion mit einer Schrecksekunde: Nachdem Shapovalov seinen eigenen Aufschlag souverän durchbrachte, rutschte Djokovic bei eigenem Service bei 15:30 aus und ermöglichte Shapovalov somit unfreiwillig zwei Breakchancen.

Djokovic macht bei eigenem Aufschlag alles klar

Den ersten wehrte er mit einem starken Aufschlag ab. Beim zweiten probierte es der "Djoker" mit Serve-and-Volley. Shapovalov versuchte die Idee des Serben mit einem Lob zu kontern, doch dieser geriet zu lang. Durch den Smash holte sich der Kanadier Nummer drei, aber dann folgte das Ass von Djokovic.
So blieb doch alles in der Reihe. Zumindest bis zum 5:5. Nach zwei starken Punkten unterlief Shapovalov ein Doppelfehler, der Djokovic einen Breakball bescherte. Seinen Mut ließ sich der Kanadier aber nicht nehmen. Am Netz stellte er den Einstand wieder her. Ein Rückhand- und ein Vorhandfehler ließen dann jedoch den Serben jubeln.
Bei eigenem Aufschlag hatte Djokovic die Chance, seine 30. Final-Teilnahme bei einem Grand Slam perfekt zu machen. Diese ließ er sich nicht entgehen: Ein Aufschlagwinner brachte ihm drei Matchbälle ein, von denen er direkt den ersten nach 2:44 Stunden mit einem Ass verwandelte.
Damit ist der Serbe nur noch einen Schritt von seinem 20. Grand-Slam-Titel entfernt. Im Endspiel am Sonntag (ab 15:00 Uhr im Liveticker auf Eurosport.de) trifft er auf den Italiener Matteo Berrettini, der zuvor Hubert Hurkacz besiegt hatte.
Zugleich ist es für Djokovic das dritte Wimbledon-Finale in Folge und sein siebtes insgesamt. Fünfmal konnte er bisher an der Church Road triumphieren. Seine einzige Finalniederlage kassierte er 2013 gegen Lokalmatador Andy Murray. Der Brite war in diesem Jahr in der dritten Runde an Shapovalov gescheitert.
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