Matteo Berrettini, der die Chance hatte, als erster Italiener ins Wimbledon-Finale einzuziehen, und Hubert Hurkacz starteten jeweils mit einem ganz souveränen Aufschlagspiel in die Partie.
In seinem zweiten Aufschlagspiel hatte Hurkacz dann jedoch drei Breakbälle gegen sich, die er allerdings alle abwehren konnte. Davon einen spektakulär mit zwei Smashbällen in einem Ballwechsel. Insgesamt fünf Punkte in Folge bescherten ihm schließlich doch noch das 2:1.
Der Pole blieb auch im Halbfinale seinem offensiven Spiel am Netz treu und zog damit die Fans auf dem Centre Court auf seine Seite.
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Nachdem Berrettini seine ersten beiden Aufschlagspiele zu null durchgezogen hatte, bekam nun auch Hurkacz seine erste Breakchance. Diesen konnte Berrettini mit einem guten ersten Aufschlag parieren.

Berrettini schnappt sich nach 35 Minuten den ersten Satz

Ein überragender Passierschlag bescherte Berrettini das 15:0 bei Aufschlag Hurkacz. Es war der Auftakt zum ersten Break dieser Partie.
Seinen eigenen Service brachte der Römer anschließend souverän durch zum 5:3.
Hurkacz servierte gegen den Satzverlust und Berrettini erspielte sich seinen ersten Satzball, welcher durch einen Rahmentreffer des Polen entschieden wurde. Die Filzkugel flog hinter die Grundlinie und Berrettini ging nach 35 Minuten 1:0 in Sätzen in Führung.

Hurkacz verliert zehn Spiele in Folge

Zu Beginn des zweiten Satzes verfestigten sich die Probleme beim Polen. Ohne eigenen Punkt verlor er sein erstes Aufschlagspiel. Berrettini servierte dagegen souverän durch und stellte auf 3:0.
Der Italiener spielte in dieser Phase sehr konstant und brachte jeden Ball zurück. Dies frustrierte Hurkacz zunehmend, was wiederum zu Fehlern führte. Der Pole fand schlicht kein Mittel den Rhythmus seines Gegners zu brechen.
Dies sollte sich bis zum Ende des zweiten Satzes auch nicht mehr ändern. Mit dem dritten Break im zweiten Durchgang holte sich Berrettini mit 6:0 die 2:0-Satzführung. Es war das zehnte Spiel in Folge, das der Italiener für sich entschied.

Hurkacz kommt im dritten Durchgang zurück

Im dritten Durchgang fand Hurkacz wieder besser in die Partie, auch sein Serve-and-Volley-Spiel kam wieder zum Tragen. So gelang es ihm, Berrettinis Dominanz zu brechen.
Sein drittes Aufschlagspiel gewann er zu null. Beim Service des Italieners hatte er jedoch weiterhin kaum eine Chance. Allein in den ersten drei Aufschlagspielen punktete Berrettini sechsmal per Ass.
Bei 4:5 servierte Hurkacz gegen das Halbfinal-Aus. Mit einem ganz starken Passierball erspielte sich Berrettini das 40:40. Einen Matchball bekam er jedoch nicht. Mit einem gutem Volley am Netz schaffte Hurkacz das 5:5.
Der Pole nahm Berrettini im Tiebreak direkt den ersten Aufschlag ab. Mit diesem Mini-Break drehte sich plötzlich das Momentum. Der Pole zog auf 4:0 davon.
Bei 1:5 fing Berrettini nun an zu gestikulieren, eine Wende gelang aber nicht mehr. Hurkacz entschied mit 7:3 den Tiebreak für sich und erzwang Satz Nummer vier.

Berrettini schlägt insgesamt 22 Asse

Dieser verlief jedoch aus Sicht des Federer-Bezwingers direkt in die falsche Richtung. Berrettini holte sich ein frühes Break, welches er bei eigenem Service bestätigte.
Mit einem Ass vollendete Hurkacz ein perfektes Aufschlagspiel und verkürzte wieder auf 1:2. Es gelang ihm im weiteren Verlauf jedoch nicht, das frühe Break wieder zu egalisieren. Was auch daran lag, dass Berrettini weiter sehr souverän servierte und erst gar keine Breakmöglichkeit zuließ.
Mit den Assen Nummer 20 und 21 stellte Berrettini auf 5:3. So musste Hurkacz wie schon im Durchgang zuvor gegen den Matchverlust servieren. In einem ausgeglichenen Aufschlagspiel behielt der 24-Jährige die Nerven und nutzte den ersten Spielball zum 4:5.
Mit dem 22. Ass holte sich Berrettini die Matchbälle zwei und drei. Nach 2:36 Stunden war der historische Coup perfekt: Ein Return-Fehler von Hurkacz beendete die Partie und Berrettini zog als erster Italiener ins Finale beim Rasen-Klassikers ein.

Berrettini sprachlos: "Habe nie davon geträumt, weil das für einen Traum zu groß war"

"Mir fehlen die Worte. Ich brauche ein paar Stunden, um zu verstehen, was passiert ist", sagte Berrettini, der 2019 bei den US Open in seinem ersten Grand-Slam-Halbfinale am spanischen Superstar Rafael Nadal gescheitert war, nach dem Spiel: "Ich habe davon nie geträumt, weil das zu groß für einen Traum war. Ich bin einfach so glücklich."
Im Endspiel am Sonntag (ab 15:00 Uhr im Liveticker auf Eurosport.de) bekommt es der Weltranglistenneunte mit Novak Djokovic zu tun. Der Serbe, der in Wimbledon seinen 20. Grand-Slam-Titel holen kann, bezwang am Abend den jungen Kanadier Denis Shapovalov in drei Sätzen 7:6 (7:3), 7:5, 7:5.
Für Hurkacz endete dagegen am Freitag eine märchenhafte Reise. Bereits vor seinem sensationellen Coup gegen Roger Federer, dem er im dritten Satz gar eine 0:6-Packung verpasste, hatte er im Achtelfinale den Weltranglistenzweiten Daniil Medvedev in fünf Sätzen bezwungen. An diese Form hatte er am Freitag jedoch nicht anknüpfen können.
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