Eurosport
Novak Djokovic muss wegen fehlender Corona-Impfung Pause einlegen - Wimbledon-Champion steuert auf ungewisse Zukunft zu
Von
Publiziert 15/07/2022 um 22:11 GMT+2 Uhr
Novak Djokovic wird in nächster Zeit wohl seltener auf dem Tennis-Platz stehen. Die Nordamerika-Turniere verpasst der Serbe voraussichtlich, weil er nicht gegen das Coronavirus geimpft ist. Bei seiner Entscheidung will Djokovic aber bleiben, wie er nach seinem Sieg in Wimbledon erklärte. Die Planung des Turnierkalenders gestaltet sich damit schwierig - vielleicht auch für das kommende Jahr.
Djokovic stellt klar: Australien-Saga wird sich nicht wiederholen
Quelle: Perform
Es ist keine Woche her, da stemmte Novak Djokovic zum dritten Mal in Folge und insgesamt zum siebten Mal die Wimbedon-Trophäe in die Höhe.
Doch nach seinem größten Erfolg in dieser Saison steht dem Serben eine ungewollt lange Zwangspause bevor. Djokovic ist nicht gegen das Coronavirus geimpft. Damit darf der 35-Jährige nach aktuellem Stand nicht in die USA einreisen und kann somit nicht an den US Open (ab 29. August live bei Eurosport) teilnehmen.
Auch für das kommende Jahr zeichnen sich durch diese Entscheidung einige Probleme ab. Denn bei den Australian Open 2023 könnte Djokovic erneut fehlen.
Das Ziel, als Rekord-Grand-Slam-Sieger in die Geschichte einzugehen, wird dadurch nicht gerade einfacher. Und auch in der Weltrangliste verliert der 35-Jährige so im Vergleich viele Punkte.
ATP Finals bleiben für Djokovic in Reichweite
Im Rennen um den Rekord liegt Djokovic nach seinem Sieg an der Church Road nur noch einen Sieg hinter Hauptkonkurrent Rafael Nadal (22). Vom Dritten im Bunde der Big Three, Roger Federer (20), ist wohl vor allem wegen seines Alters und seiner langen Verletzungspause weniger zu erwarten. Der Schweizer, der bald 41 Jahre alt wird, gewann seinen letzten Major-Titel bereits 2018 bei den Australian Open.
Besonders bitter: Trotz seines Sieges in Wimbledon rutschte Djokovic in der Weltrangliste weiter ab. Da aufgrund des Ausschlusses russischer und belarussischer Sportler*innen beim Rasenklassiker keine Rankingpunkte vergeben wurden, fiel der Serbe von Position drei auf sieben zurück. Die 2000 Zähler von seinem Vorjahressieg in Wimbledon wurden aus der Wertung genommen.
Auch im "Race to Turin", das die besten acht Spieler für die ATP Finals bestimmt, liegt der langjährige Weltranglistenerste im Moment nur auf Rang zehn. Dank seines Wimbledon-Triumphs kann Djokovic dennoch auf einen Start in Italien hoffen. Denn Spieler, die ein Grand-Slam-Turnier gewinnen, müssen lediglich in den Top 20 landen, um bei den Finals dabei zu sein.
Weltrangliste: Djokovic droht weiter abzurutschen
In der Weltrangliste wird der Serbe aber voraussichtlich weiter Anschluss verlieren. Denn nicht nur bei den US Open, auch bei den anderen anstehenden Turnieren in Nordamerika kann Djokovic ohne vollständige Impfung nicht anreisen.
Die hochkarätig besetzten Masters-Events in Montreal (7. bis 14. August) und Cincinnati (14. bis 21. August) finden damit ohne den 21-maligen Grand-Slam-Sieger statt. Denn in Kanada dürfen ebenso wie in den USA nur vollständig geimpfte Personen einreisen. Und Djokovic bleibt trotz anhaltender Kritik dabei, wie er nach dem Wimbledon-Finale erklärte: "Ich bin nicht geimpft und habe auch nicht vor, mich impfen zu lassen." Er erhoffe sich zumindest Respekt für seine Entscheidung.
Einzig wenige Ausnahmegenehmigungen sind in den beiden Ländern möglich. Und auf diese kann der 35-Jährige nicht hoffen. Zudem stellte Djokovic klar: "[Australien] wird sich nicht wiederholen, weil ich nicht in die USA reisen werde, wenn ich keine Erlaubnis bekomme." Die Erlebnisse im Vorfeld der Australian Open seien "überhaupt nicht schön" gewesen. Down Under musste der Serbe nach seiner Einreise und einem tagelangen Drama inklusive Gerichtsverfahren wieder ausreisen.
Neue Hoffnung für Australian Open?
Nach aktuellem Stand könnte die Nicht-Impfung des Tennis-Stars auch den Turnierkalender des kommenden Jahres mitbestimmen. Denn bisher ist ein Start bei den Australian Open 2023 unsicher. Die Chancen dürften zuletzt aber etwas gestiegen sein.
Nach Informationen der "Daily Mail" ist der neue australische Premierminister Anthony Albanese ein großer Tennis-Fan und erhofft sich deshalb einen Start von Djokovic in Melbourne. Sein Vorgänger Scott Morrison hatte dem Serben noch das Visum entzogen. Angeblich steht der neue Regierungschef bereits im engen Austausch mit dem australischen Tennisverband, um eine Lösung zu finden.
Neun Mal konnte Djokovic beim Happy Slam gewinnen. Doch der 35-Jährige hat ein ganz anderes, utopisch wirkendes Ziel, glaubt man seinem Coach Bogdan Obradovic, der dem serbischen Portal "SportKlub" ein Interview gab. "Er will die Nummer 30 erreichen. Das ist es, was Novak will", sagte der 55-Jährige und spielte damit auf 30 Grand-Slam-Titel an. Djokovic werde voraussichtlich "in den nächsten fünf Jahren spielen und wahrscheinlich 20 Gelegenheiten haben, um diese Zahl zu erreichen", so Obradovic, der von 2007 bis 2017 Teamchef der serbischen Davis-Cup-Mannschaft war.
Wird Djokovic wegen seiner fehlenden Impfung weitere Grand-Slam-Turniere verpassen, geht diese Rechnung aber schon nicht mehr auf. Und im Duell mit Nadal wird der 35-Jährige jede Chance nutzen wollen. Die nahe Zukunft von Novak Djokovic ist somit vor allem eines: unsicher.
Das könnte Dich auch interessieren: Toni Nadal kritisiert Spiel von Kyrgios: "Hat die schlechte Angewohnheit ..."
/origin-imgresizer.eurosport.com/2022/07/12/3409219-69664548-2560-1440.jpg)
Große Emotionen - so wurde Djokovic in Belgrad empfangen
Quelle: Perform
Werbung
Werbung