Wimbledon 2023 - Daniil Medvedev peilt Titel im All England Club an: "Bin in der Lage, alles zu schaffen"

Daniil Medvedev steht in der Wahrnehmung des 136. Wimbledon-Turniers im Schatten von Titelverteidiger Novak Djokovic und Branchenprimus Carlos Alcaraz. Dennoch holt der 27-Jährige zum großen Schlag aus, der erste Titel beim Rasenklassiker ist das Ziel. Stören lässt sich Medvedev dabei weder von schwankenden Leistungen, den Erwartungen oder der scheinbaren Übermacht von Djokovic.

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Quelle: Eurosport

Es passiert schon wieder. Allen ist klar, dass mit Daniil Medvedev gerechnet werden muss - und doch kursieren andere Namen, wenn es um den heißesten Titelkandidaten oder das Traumfinale bei einem Grand-Slam-Turnier geht.
"Auf dem Papier und in den Herzen, da wollen die Leute im Finale Novak Djokovic gegen Carlos Alcaraz sehen", sagt Mischa Zverev bei "Sky" und trifft damit wohl ziemlich genau die Stimmungslage im All England Club. "Das wäre toll für die Geschichte und das Turnier."
Und Medvedev? Stört eher.
So war das schon häufiger bei den Major-Wettbewerben. Bei Wimbledon kommt hinzu, dass der 27-Jährige dort nie sein bestes Tennis abrufen kann und vor der diesjährigen Auflage nur einmal in die zweite Woche vorstieß (Achtelfinale 2021). Mitreißend ist das nicht.

Medvedev: "Das Spiel selbst komplett verloren"

Auch in diesem Jahr sind die Leistungen auf dem heiligen Rasen keine Offenbarung. In Runde drei musste Medvedev einen Satzrückstand gegen Martón Fucsovics wettmachen, im Achtelfinale gab Gegner Jiri Lehecka nach dem zweiten Satz auf, im Viertelfinale stand er beim Fünfsatzerfolg gegen Shootingstar Christopher Eubanks kurz vor dem Aus.
Nichtsdestotrotz ist Medvedev noch immer da und bereit, im Halbfinale den "Spielverderber" zu mimen, Alcaraz den Weg ins Endspiel abzuschneiden. Die mitunter holprigen Auftritte der vergangenen Tage dürften ihn kaum kümmern, geschweige denn ins Grübeln bringen.
"Es gab einen Moment in der Partie, in dem ich das Spiel selbst komplett verloren habe. Ich kam in den Sinkflug, machte eine Menge Fehler", gab Medvedev nach dem 6:4, 1:6, 4:6, 7:6 (7:4), 6:1 gegen Eubanks unumwunden zu.

Gefährliche Mischung für Alcaraz

Das sei nicht weiter schlimm, auf dem grünen Belag herrschten eben andere Gesetzte. "Du kannst das beste Match deines Lebens auf Rasen spielen und drei Tiebreaks verlieren - und dann interessiert es niemanden mehr, ob du gut gespielt hast", erläuterte der Russe den Zuschauern auf dem No. 1 Court.
Die direkte Art kam an, es gab Gelächter und Medvedev war anzumerken, dass er sich pudelwohl fühlte.
Eine gefährliche Mischung - für Alcaraz. Der absolvierte im Halbfinale gegen Holger Rune zwar erst das 17. Rasenmatch seiner Laufbahn und ist noch immer dabei, sich an die Besonderheiten des Spiels anzupassen, gilt aber als leichter Favorit.

Medvedev heiß auf Titel: "Sage ich mir immer"

Medvedev liebt solche Ausgangslagen und hat den jungen Spanier überdies vor zwei Jahren in Wimbledon geschlagen. Nimmt man die größere Erfahrung, die Schlitzohrigkeit und taktische Klasse des US-Open-Champions von 2021 hinzu, schält sich da ein Gegner heraus, der für Alcaraz zum Stolperstein werden könnte.
Denn am Ziel lässt Medvedev keinen Zweifel: Der Turniersieg soll her. "Das sage ich mir immer. Sicher, wir haben Novak, der viermal in Serie und siebenmal insgesamt gewonnen hat. Aber seit ich in den Top 10 bin und vor allem 2019 im Finale der US Open gegen Rafa Nadal stand, ist das so. Damals habe ich erkannt: 'Es ist möglich, weit zu kommen bei den Grand Slams'", so die ehemalige Nummer eins der Welt.

Wimbledonsieger Medvedev?

Mehr noch: "Ich bin in der Lage, alles zu schaffen!" Wimbledon sei "bislang nicht so erfolgreich" verlaufen, aber er habe nun sein bestes Resultat an der Church Road eingefahren und wolle darauf aufbauen. Die Sache sei noch nicht zu Ende, ließ er wissen.
Wimbledonsieger Medvedev? Warum eigentlich nicht. Selbst in einem wahrscheinlichen Finalduell gegen den haushohen Turnierfavoriten Djokovic ist ihm alles zuzutrauen - so wie 2021, als der Serbe nur einen Sieg vom Kalender-Slam entfernt und dann im US-Open-Finale chancenlos war gegen Medvedev.
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Quelle: Eurosport

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