Wimbledon 2023 - Kontroverse vor dem Matchball: Tennis-Wunderkind Andreeva verliert die Nerven und scheitert an Keys

Das neue Tennis-"Wunderkind" Mirra Andreeva ist im Achtelfinale der All England Championships in Wimbledon gescheitert. Die 16 Jahre alte Russin vergab gegen Madison Keys aus den USA einen deutlichen Vorsprung und unterlag nach 2:02 Stunden beim zweiten Matchball 6:3, 6:7 (4:7), 2:6. Ende des dritten Satzes kam es dabei zu einer kontroversen Szene, die zu einem Punktverlust für Andreeva führte.

Mirra Andreeva

Fotocredit: Getty Images

Andreeva lag nach einer bemerkenswerten Vorstellung im zweiten Satz bereits 4:1 und 40:30 in Führung, dann aber entglitt ihr das Match von Spiel zu Spiel. Der Frust darüber war ihr anzusehen. Nach dem verlorenen Tiebreak im zweiten Satz warf sie ihren Schläger über den Platz und kassierte dafür eine Verwarnung.
Den Höhepunkt erreichte das dramatische Spiel dann Ende des dritten Satzes. Beim Stand von 2:5 aus Sicht von Andreeva und Vorteil für die 16-Jährige machte Keys den Punkt zum Einstand. Andreeva rutschte während des Ballwechsels an der Grundlinie weg und schien im Anschluss erneut ihren Schläger auf den "Heiligen Rasen" gefeuert zu haben.
So sah es zumindest die Stuhlschiedsrichterin, die Andreeva erneut verwarnte und wegen des vermeintlich zweiten Vergehens dieser Art einen Punktabzug aussprach.
Die Russin konnte es nicht fassen und begann mit der Offiziellen zu diskutieren. "Ich bin ausgerutscht", sagte sie immer wieder und ergänzte: "Du weißt nicht, was du tust."

Mirra Andreeva spricht über strittige Szene

Keys, die nun den Vorteil auf ihrer Seite hatte, nutzte im folgenden Ballwechsel ihren zweiten Matchball zum 6:2 im dritten Satz. Andreeva verließ daraufhin tief enttäuscht und ohne sich von der Schiedsrichterin zu verabschieden den Platz.
"Für mich war das eine falsche Entscheidung", erklärte die junge Russin auf der Pressekonferenz. Daher habe sie der Schiedsrichterin auch nicht die Hand geschüttelt. Andreeva ergänzte: "Sie ist die Schiedsrichterin. Sie ist diejenige, die die Entscheidung trifft. Aber, ehrlich gesagt, hatte ich nicht die Absicht, den Schläger zu werfen. Ich bin gerutscht."
Die erste Verwarnung sei aber verdient gewesen, sagte die 16-Jährige: "Ich war ein bisschen frustriert. Deshalb habe ich den Schläger geworfen. (...) Für mich hat sie hier eine richtige Entscheidung getroffen."

Andreeva verliert Nerven: Kühnen wirbt für Nachsicht

"Sky"-Experte Patrick Kühnen warb im Anschluss auch für Nachsicht und Verständnis: "Das ist Interpretationssache, ob sie den Schläger geworfen hat oder nicht", so der 57-Jährige: "Meiner Meinung nach lässt sie den Schläger nur los. Ich hätte mir ein bisschen mehr Toleranz gewünscht."
Auch Keys fand im Anschluss lobende Worte für ihre Gegnerin. "Sie ist eine phänomenale Spielerin", sagte die US-Amerikanerin über die Senkrechtstarterin aus Sibirien, die mittlerweile in Cannes lebt. Sie habe "einfach nur versucht, im Match zu bleiben, weil ich wusste, dass sich meine viel, viel mehr Jahre auf der Tour auszahlen würden".
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Mirra Andreeva diskutiert mit der Stuhlschiedsrichterin

Fotocredit: Getty Images

In Wimbledon steht Keys nun zum ersten Mal seit 2015 wieder im Viertelfinale. Seitdem hatte die 28-Jährige bei den US Open 2017 das Finale erreicht sowie bei den French Open und US Open 2018 und den Australian Open 2022 das Halbfinale. In der Runde der letzten Acht wartet nun die Belarussin Aryna Sabalenka, die der Russin Ekaterina Alexandrova beim 6:4, 6:0 keine Chance ließ.
Andreeva, die zu Jahresbeginn bei den Australian Open in Melbourne noch das Juniorinnen-Turnier gespielt hatte, war wie bei den French Open über die Qualifikation ins Hauptfeld gekommen. In der Weltrangliste stand sie zu Jahresbeginn noch auf Rang 293, nach Wimbledon wird sie wohl auf Position 64 geführt werden.
(mit SID)
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Quelle: Eurosport

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