Wimbledon 2023 - Sperre aufgehoben? Daniil Medvedev und Co. können wohl in London antreten

Als Reaktion auf den Angriff Russlands auf die Ukraine wurden seit Februar 2022 russische und belarussische Sportler*innen von mehreren internationalen Sportveranstaltungen ausgeschlossen. So auch vom Turnier in Wimbledon. Die Sperre sollte 2023 bestehen bleiben, doch laut der britischen Zeitung "Evening Standard" hat bei den Veranstaltern hinter verschlossenen Türen ein Umdenken stattgefunden.

Daniil Medvedev

Fotocredit: Getty Images

Spitzenspieler*innen wie Daniil Medvedev, Andrey Rublev oder Aryna Sabalenka durften infolge des Krieges in der Ukraine 2022 beim Turnier von Wimbledon nicht antreten. Für diese Entscheidung hatten die Veranstalter viel Kritik einstecken müssen.
Eurosport-Experte Mats Wilander verglich die Aktion selbst mit der Apartheid in Südafrika: "Mit ihren Befugnissen versuchen sie, etwas zu verändern, ähnlich wie es einige Länder in den siebziger und achtziger Jahren mit der Apartheid in Südafrika getan haben. Hat das am Ende dazu beigetragen, die Apartheid aus der Politik in Südafrika zu bannen? Nein", stellte Wilander klar.
Laut dem "Evening Standard" soll die Sperre für das Turnier in diesem Jahr (3. bis 16. Juli) aufgehoben werden.
Der All England Lawn Tennis and Croquet Club, Veranstalter des jährlichen Grand Slams in Großbritannien, hält sich jedoch bedeckt: "Wir gehen dieses Thema weiterhin zusammen mit der britischen Regierung und allen Entscheidungsträgern im Tennis an. Wir haben jedoch noch keine Entscheidung zu den Teilnahmebedingungen für Wimbledon 2023 getroffen."

Andy Murray geht von Teilnahme russischer Spieler*innen aus

Sollte die Sperre tatsächlich aufgehoben werden, hätten russische und belarussische Sportler*innen dennoch mit Einschränkungen zu rechnen. Eine davon soll das Antreten als neutraler Sportler, also ohne Zugehörigkeit einer Nation, sein.
Der dreifache britische Grand-Slam-Sieger Andy Murray äußerte sich im Rahmen des Turniers von Indian Wells bei der "BBC" zu einem für ihn "wirklich schwierigen Thema".
"Ich fühle mit den Spielern, die letztes Jahr nicht spielen konnten. Aber ich verstehe auch die Situation und warum es so schwer ist für Wimbledon, eine solche Entscheidung zu treffen", sagte Murray, der allerdings davon ausgeht, dass die Sperre einkassiert wird.
"Wie ich das verstehe, werden sie spielen dürfen und es würde mich auch nicht sonderlich überraschen, wenn das der Fall ist. Aber wenn Wimbledon eine andere Entscheidung trifft, verstehe ich das", so Murray.
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Quelle: Perform

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