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Wimbledon 2024 - Jannik Sinner und sein neues Gespür für Rasen - gut genug für den Klassiker im All England Club?
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Publiziert 25/06/2024 um 14:41 GMT+2 Uhr
Jannik Sinner hat mit seinem Erfolg beim ATP-Rasenturnier in Halle die Hoffnungen auf den ersten italienischen Wimbledonsieg der Tennis-Geschichte genährt. Allerdings war es für die Nummer eins der Welt die erste Finalteilnahme und der Premieren-Titel für auf dem grünen Belag. Lässt sich daraus der Schluss ziehen, dass Sinners Spiel nicht so gut zu Rasen passt wie zu Hartplatz oder Sand?
Highlights: Sinner marschiert zur goldenen Rasen-Premiere
Quelle: Eurosport
"Wir haben ein sehr junges Team und einige Änderungen vorgenommen, es wird interessant", erklärte Jannik Sinner vor ein paar Tagen, bevor es losging auf dem grünen Rasen.
Der 22-Jährige sprach nicht über Tennis, sondern über die Aussichten der italienischen Fußball-Nationalmannschaft bei der EM in Deutschland. Doch auch für Sinner wird es jetzt sehr interessant.
Der Australian-Open-Champion peilt in Wimbledon den zweiten Grand-Slam-Titel seiner Laufbahn an und will damit seinen vor zwei Wochen eroberten Status als Nummer eins der Szene zementieren.
Der Turniersieg im westfälischen Halle war ein immens wichtiger Schritt, wenngleich der Wettbewerb zeigte, dass Sinner seine Kontrahenten auf Rasen (noch) nicht dominiert. Bei drei seiner fünf Partien musste er über drei Sätze gehen, über die Hälfte der insgesamt 13 gespielten Sätze (7) wurden im Tiebreak entschieden. Und das, obwohl nur Finalgegner Hubert Hurkacz in den Top 10 des ATP-Rankings notiert war.
Sinner in Wimbledon: "Es gab keinen Plan B"
Schwer abzuschätzen, was die Leistungen von Halle wert sind, mental aber sind sie ein massiver Schub für den Südtiroler. "Das bedeutet mir sehr viel. Der erste Titel auf Rasen gibt mir ein gutes Gefühl", so Sinner, der den Blick nun voll auf Wimbledon (ab 1. Juli) richtet: "Vergangenes Jahr habe ich es dort bis ins Halbfinale geschafft und gutes Tennis gespielt."
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Erster Titel als Nummer eins: Sinner zwingt Hurkacz in die Knie
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Gegen Novak Djokovic stand Sinner dann auf verlorenem Posten (3:6, 4:6, 6:7) und offenbarte Schwächen. "Er haut immer voll drauf und hakt es dann ab, es gibt keinen Plan B", analysierte Mischa Zverev, der das Match als TV-Experte für "Sky" begleitet hatte.
Djokovic sei in den "Drucksituationen sehr gut" gewesen und habe "keine Fehler gemacht", musste auch Sinner anerkennen. Es war offensichtlich: Sinner ist stark auf Rasen, aber es reicht noch nicht fürs oberste Regal.
Inzwischen ist aber viel passiert. Der Italiener startete im Ranking von Position acht auf eins durch, ist Grand-Slam-Champion.
Sinner auf Rasen immer besser
Neben den mentalen Vorteilen, die mit diesen Erfolgen einhergehen, hat Sinner an spielerischen Komponenten gearbeitet, die seine Chancen auf dem schnelleren Spiel auf Rasen steigern. Dazu gehört etwa der Aufschlag, mit dem er mehr Druck entfaltet.
Die Gegner haben es schwerer, die Returns sauber zurückzuspielen, was dem exzellenten Grundlinienspieler Sinner die Möglichkeit eröffnet, die Ballwechsel sofort zu dominieren.
Er kann infolgedessen weniger riskant spielen und die Punkte von der Grundlinie oder dem Halbfeld abschließen. Den Weg ans Netz, den er nicht allzu gerne auf sich nimmt, muss er seltener suchen - auch wenn er da besser geworden ist. "Man kann keine Schwächen in seinem Spiel erkennen", lobte die ehemalige Weltranglistenerste Ana Ivanovic in der "Gazzetta dello Sport".
Macht Sinner es Alcaraz nach?
Zieht man Sinners Anpassungsfähikgeit und die an Djokovic erinnernde Art und Weise der Platzabdeckung hinzu, ist dem 22-Jährigen der Titel in Wimbledon zuzutrauen. Zumal es im All England Club bereits im Vorjahr einen ähnlichen Coup zu bestaunen gab, als Carlos Alcaraz im erst vierten Rasenturnier seiner Laufbahn die Trophäe holte.
"Ich dachte, ich hätte Probleme mit dir auf Sand und Hartplatz, aber jetzt ist es anders. Unglaublich, wie du dich auf diesem Belag angepasst hast", staunte der unterlegene Djokovic. Ein Lob, das sich inzwischen auch Sinner verdient hätte.
Er komme in dieser Saison "auf jeden Fall zuversichtlicher" nach Wimbledon, betonte der Branchenprimus. Italiens Sportfans dürfen sich über interessante Zeiten freuen, ob nun auf dem Fußball- oder Tennis-Rasen ...
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Sinner: "Erstes Turnier auf Rasen ist nie einfach"
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