Wimbledon 2025: Carlos Alcaraz ist der Topfavorit auf den Hattrick - Achtung vor Alexander Bublik, Ben Shelton und Novak Djokovic

Das dritte Grand-Slam-Turnier des Jahres steht an. Ab nächster Woche Montag versuchen wieder 128 Spieler, König von Wimbledon auf dem "heiligen Rasen" an der Church Road in London zu werden. In den letzten beiden Jahren war an Carlos Alcaraz kein Vorbeikommen - der Spanier ist auch 2025 der Topfavorit. Welche Spieler können dem French-Open-Champion am ehesten das Wasser reichen?

Alcaraz, Sinner oder Djokovic: Wer gewinnt Wimbledon?

Quelle: Perform

Große Ambtionen hatte Carlos Alcaraz nicht, als er Anfang vergangener Woche im Londoner Queen's Club ankam, für seinen ersten und einzigen Testlauf vor Wimbledon.
"Ich hatte nur das Ziel, zwei, drei Matches zu spielen, zu versuchen, mich auf Rasen gut zu bewegen und mir das Feedback zu holen, was ich verbessern muss", sagte Alcaraz nach seinem Halbfinalsieg über Landsmann Roberto Bautista Agut (6:4, 6:4).
Er habe sich jedoch "schnell an den Rasen gewöhnt", so Alcaraz und schickte gleich noch eine Botschaft die Konkurrenz: "Mein Rasenmodus ist eingeschaltet." Klingt wie eine Drohung, zumal der 22-Jährige in Wimbledon 14 Matches in Folge für sich entschied.
An Alcaraz, der auch das Finale gegen Jiri Lehecka gewann, wird auch in diesem Jahr kein Weg vorbeiführen, wenn es um die Vergabe des goldenen Pokals auf dem "heiligen Rasen" geht.
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Highlights: Alcaraz holt 250. Tour-Sieg und zieht ins Finale ein

Quelle: Eurosport

Rückendeckung für Jannik Sinner: "Er ist nicht Superman"

"Er ist ganz klar der Spieler, den es zu schlagen gilt", sagte Pat Cash, australischer Wimbledonsieger von 1987, im Gespräch mit der "BBC". "Sich von den Sand- auf die Rasenplätze umzustellen, ist immer mit einer großen Anstrengung verbunden. Paris und danach Wimbledon zu gewinnen, war lange Zeit nahezu unmöglich, das hat früher nur Björn Borg geschafft. Carlos hat damit offensichtlich überhaupt keine Probleme", so Cash weiter.
Ganze drei Matches hat Alcaraz in seiner Karriere auf Rasen erst verloren, im Queen's Club triumphierte er nach 2023 zum zweiten Mal.
Am ehesten wird Jannik Sinner zugetraut, Alcaraz den Hattrick in Wimbledon zu vermiesen. "Jannik und Carlos sind meilenweit vor allen anderen", sagte Cash. "Dass Jannik in Halle gegen Bublik verloren hat, hat mich nicht überrascht, das Drama im Finale der French Open wirkte noch nach. In Wimbledon wird er in deutlich besserer Rasenform sein."
Auch Jack Draper, im Queen's Club im Halbfinale Jiri Lehecka knapp unterlegen, hält Sinner für einen Mitfavoriten. "Er ist nicht Superman und kann nicht jedes Match gewinnen. Das war vor den French Open genauso und dann hat er um ein Haar das Turnier gewonnen", sagte der Brite.

Bublik und Shelton auf Rasen besonders gefährlich

In Halle verlor Sinner gegen einen Spieler, der insbesondere auf Rasen brutale Waffen hat: Alexander Bublik. Der Kasache wiederholte seinen Coup bei den Terra Wortmann Open von 2023 mit knallharten Auf- und Grundschlägen, dazu verblüffte er mit einem starken Volleyspiel.
"Das war sehr schönes Rasentennis von Bublik, das mein Herz höher schlagen lässt", kommentierte Eurosport-Experte Boris Becker, der Bublik die Siegertrophäe überreichte.
Für Rafael Nadals Onkel und ehemaligem Erfolgscoach Toni Nadal zählt auch US-Boy Ben Shelton zu den gefährlichen Spielern auf der grünen Wiese. "Wenn ein Spieler wie Shelton oder ein anderer starker Aufschläger einen guten Tag hat, können wichtige Köpfe rollen. Rasen ist eine tückische Oberfläche, da kann ein Match schnell aus der Hand gleiten", sagte Nadal.
Shelton ist aktuell die Nummer zehn der Weltrangliste und lieferte Alexander Zverev im Halbfinale von Stuttgart beim 6:7 (8:10), 6:7 (1:7) einen harten Fight. Mit den Tiebreaks hat es der Linkshänder nicht so, auch in Halle verlor er in seinem Auftaktmatch gegen Arthur Rinderknech zwei Tiebreaks 6:7 (5:7), 6:7 (4:7). Im Gegensatz zu Bublik wartet der 22-Jährige zudem noch auf einen Rasentitel.
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Formel-1-Vibes in Halle: Champagner-Dusche für Bublik

Quelle: Eurosport

Zverev und Wimbledon: Na ja...

Das Gleiche gilt für Alexander Zverev. Finale in Stuttgart, Halbfinale in Halle - es wurde wieder nichts mit dem ersehnten Triumph. Seine Angstgegner Taylor Fritz und Daniil Medvedev hatten etwas dagegen. Von den letzten zusammengerechnet 20 Matches gegen die beiden verlor Zverev 17.
Sein Leistungslevel schätzt Deutschlands Nummer eins dennoch hoch ein. "Mit den Matches, die ich hier und in Stuttgart gespielt habe, kann ich guten Gewissens nach Wimbledon fahren", sagte Zverev.
2024 habe er an der Londoner Church Road "das bestes Tennis des ganzen Jahres" gespielt, ehe ihn eine Verletzung am Knie ausbremste. Zum engeren Favoritenkreis ist Zverev aber nicht zu zählen. Im Gegensatz zu den anderen drei Grand-Slam-Turnieren, wo er jeweils einmal im Finale stand, kam er in Wimbledon noch nie über das Achtelfinale hinaus.
Sinner, Bublik, Shelton, vielleicht Draper und Medvedev - aber da fehlt doch noch einer, der Alcaraz in Wimbledon die Stirn bieten könnte. Einer, der genau weiß, wie man dort erfolgreich sein kann: Novak Djokovic. Mit sieben Titeln liegt der Serbe gemeinsam mit Pete Sampras auf Rang zwei hinter Rekordsieger Roger Federer (acht).

Novak Djokovic reist früh an

Djokovic ist in diesem Jahr die große Unbekannte - bei all seinen Teilnahmen auf sämtlichen Belägen. Nach einer Reihe von frühen Pleiten schnappte sich Djokovic in Genf seinen 100. ATP-Titel und lieferte Sinner im Halbfinale der French Open einen sagenhaften Fight.
Auf eine ernsthafte Vorbereitung auf Wimbledon hat der 24-malige Grand-Slam-Champion bewusst verzichtet. Regeneration, aber auch hartes Training standen auf dem Programm. Bereits eine Woche vor Turnierstart kam Djokovic am Montag an der Church Road an - und begrüßte seine Follower auf Social Media mit einem simplen "Hallo, Wimbledon".
Boris Becker freut sich offenbar ganz besonders auf den Auftritt seines Ex-Schützlings. "Schatzi is back", repostete der dreimalige Wimbledon-Champion.
Hat "Schatzi" noch genügend im Tank für Grand-Slam-Titel Nr. 25? Wenn dann auf dem "heiligen Rasen".
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