Wimbledon 2026: Alexander Zverev erlöst nur einen Teil seiner Seele - erschreckende Bilanz gegen Jannik Sinner und Co.

Mit seinem Triumph bei den French Open sowie seinem Finaleinzug in Wimbledon hat Alexander Zverev jede Menge mentalen Ballast abgelegt - zumindest zum Teil. Trotz der goldenen Wochen in Paris und London bleibt ein Makel am Hamburger haften. Will der 29-Jährige das letzte Tabu seiner Karriere brechen, muss er jene Schwäche ausmerzen, die ihm auch in Wimbledon im Weg stand.

"Hatten auf Zverev gehofft": Stimmen zum Sinner-Triumph

Quelle: Perform

Hinter Alexander Zverev liegen Wochen, die sein Herz so schnell nicht loslassen werden.
Bei den French Open eroberte der Hamburger jeglichem Druck zum Trotz den ersten Grand-Slam-Titel seiner Karriere. In Wimbledon brach er sogleich seinen nächsten Fluch und baute seine Viertelfinal-Premiere auf dem heiligen Rasen zu einer Teilnahme am Endspiel aus - wo er sich schließlich Jannik Sinner in vier Sätzen geschlagen geben musste (7:6, 6:7, 3:6, 4:6).
Der Knoten scheint beim Olympiasieger von Tokio endlich aufgegangen zu sein, selbst der Traum von Platz eins der Weltrangliste ist realistischer als je zuvor.
Wirft man einen genaueren Blick auf die Zahlen, fällt jedoch auf: Trotz des Höhenflugs bleibt ein Makel.

Die mentale Blockade ist weg: Zverevs neue Zeitrechnung

Fakt ist: Ab sofort ist die Karriere von Zverev in zwei verschiedene Epochen zu unterteilen.
Vor seinem Triumph in Roland-Garros galt das letzte Puzzlestück in seinem Palmarès - eine Trophäe bei einem Major - als Tabu für den 29-Jährigen. Die schmerzvolle Niederlage gegen Dominic Thiem bei den US Open 2020, das Drama bei den French Open 2024 gegen Carlos Alcaraz oder die Chancenlosigkeit gegen Sinner bei den Australian Open 2025 - es waren bezeichnende Erfahrungen.
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Finale: Zverev beendet deutsche Grand-Slam-Durststrecke - Highlights

Quelle: Eurosport

Anfang Juni folgte aber die Zeitenwende: In Paris war Zverev im entscheidenden Moment zur Stelle, als die Konkurrenz versagte, schlug er eiskalt zu. Was für eine Auswirkung der Gewinn der Coupe des Mousquetaires auf seine Mentalität hatte, stellte Zverev in Wimbledon unter Beweis.
Auf dem ungeliebten Rasenbelag pflügte er durch das Feld, erst im Endspiel wurde ihm - einmal mehr von Sinner - der Zahn gezogen.
"Wenn ich Paris verloren und dann hier wieder verloren hätte, würde ich hier nicht so sitzen", meinte er auf einer Pressekonferenz in London und unterstrich den erlösenden Effekt, welcher dem Titel in der französischen Hauptstadt innewohnt. Mit anderen Worten: Für Zverev begann eine neue Zeitrechnung.

Zverev: Die Zahlen offenbaren eine Schwäche

Zur Wahrheit gehört aber auch: Bei den beiden vergangenen Grand-Slam-Turnieren wurde Zverev erst im Finale von Wimbledon mit jener Schwäche konfrontiert, die ihm in den Jahren zuvor noch zum ganz großen Wurf stets im Weg gestanden hatte.
Der Weltranglistenerste Sinner war nämlich der einzige Spieler aus den Top 5, der Zverev in Paris und London gegenüberstand. Seine Bilanz gegen Kontrahenten dieser Klasse ist erschreckend. 16 Partien bestritt Zverev gegen Top-5-Spieler bei Major-Turnieren, einzig im Viertelfinale der Australian Open 2024 gegen Carlos Alcaraz ging er als Sieger vom Platz (6:1, 6:3, 6:7, 6:4).
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Highlights: Sinner vereitelt Zverevs Grand-Slam-Doppelschlag

Quelle: SNTV

Um beim Beispiel Sinner zu bleiben: Dem nun fünfmaligen Grand-Slam-Sieger aus Südtirol unterlag Zverev in den jüngsten zehn Partien, in 87 (!) aufeinanderfolgenden Aufschlagspielen gelang ihm kein Break gegen den italienischen Superstar. Sein Satzgewinn an der Church Road war sein erster nach zuvor sechs glatten Niederlagen gegen Sinner.
Zwar klopfte Zverev in den vergangenen Jahren dank seiner eindrucksvollen Konstanz immer wieder ganz oben an, im entscheidenden Moment fehlte ihm aber stets der finale Punch, um die ganz Großen ins Wanken zu bringen.

Zverev muss eine große Lücke schließen

Kritischen Beobachtern mögen derlei Zahlenspiele als Rosinenpickerei ausgelegt werden. Die Statistiken sprechen aber eine klare und ehrliche Sprache - und das über die Top 5 hinaus.
In seiner Karriere feierte Zverev lediglich sechs Siege gegen Top-10-Spielern bei Major-Turnieren, dem gegenüber stehen 20 Niederlagen. Sinner (17:14) und Alcaraz (19:8) schnitten in dieser Hinsicht deutlich besser ab.
Bei den diesjährigen French Open hatte Finalgegner Flavio Cobolli als Weltranglisten-14. übrigens die kniffligste Aufgabe für Zverev dargestellt.
Will Zverev mit der Eroberung der Nummer eins der Welt, von der er aktuell 4970 Punkte entfernt ist, den nächsten Tabubruch in seiner Karriere folgen lassen, muss er diese große Lücke zur absoluten Spitze schließen. Das hat auch mit der Mentalität zu tun.
"Ich bin mir nicht sicher, ob er wirklich daran geglaubt hat, Sinner schlagen zu können", meinte etwa Mats Wilander jüngst im Interview mit der L'Equipe. "Ich hatte mir vorgestellt, dass Zverev nach seinem Titelgewinn bei den French Open freier spielen würde und genau das haben wir auch bei diesem Wimbledon-Turnier gesehen. Aber es gibt immer noch eine Lücke - nicht körperlich, sondern mental."

Gelingt Zverev der nächste Tabubruch?

Bei den US Open (30. August bis 13. September) bietet sich Zverev nun die Chance, seine neue Zeitrechnung auch auf die Duelle mit der absoluten Elite des Tennis auszuweiten.
Im Laufe seiner Karriere hat Zverev immer wieder bewiesen, dass er vor keiner Aufgabe - mag sie noch so groß sein - zurückschreckt.
Angesichts der vorliegenden Daten mag sie die kniffligste Herausforderung seiner Karriere sein, die vergangenen Wochen stellen aber die Frage: Wenn nicht jetzt, wann dann?
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Highlights: Tschechisches Finale in Wimbledon perfekt

Quelle: SNTV


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