Wimbledon 2026: Damir Dzumhur gerät mit Gegner und Schiedsrichter aneinander – Arthur Fery reagiert mit Ohrstöpseln

Der Erstrundenerfolg von Wildcard-Teilnehmer Arthur Fery gegen den erfahrenen Damir Dzumhur ist durchaus überraschend - was vom Match aber vor allem hängen bleibt, ist ein kurioses Bild: Wegen der anhaltenden und lautstarken Beschwerden des Bosniers, behalf sich Fery mit Ohrstöpseln. Auslöser für den Streit, der bis nach dem Spiel anhielt, war eine umstrittene "Let"-Entscheidung im zweiten Satz.

Damir Dzumhur hatte sich in Wimbledon kaum noch im Griff

Fotocredit: Getty Images

Dzumhur war im zweiten Satz mit einem Break 2:1 vorne. Beim Stand von 15:30 retournierte Fery den Aufschlag des Bosniers und gewann in der Folge den Punkt - zum Unmut von Dzumhur.
Der 34-Jährige ging ans Netz und suchte die Konfrontation mit dem Briten. "Es war ein 'Let'. Du hast den Punkt gespielt, du hast nicht aufgehört, oder? Warte, warte. Du hast den Punkt gewonnen. Sei einfach ehrlich", sagte Dzumhur.
Zum Verständnis: "Let" bezeichnet einen Aufschlag, der zwar im Feld landet, zuvor aber das Netz berührt hatte. Kommt es dazu, wird der Aufschlag wiederholt.
Als Fery entgegnete, er habe kein "Let" gehört, richtete sich der Frust des Bosniers gegen Schiedsrichter Greg Allensworth, den er mit deutlichen Worten anfuhr.
"Hast du den 'Let' gesehen? Hast du den 'Let' gehört? Bist du also so schlecht, dass du nichts hörst, während alle anderen es gehört haben? Ich sage, du bist schlecht. Du hast den Fehler gemacht", polterte Dzumhur.

Dzumhur nicht zu bremsen

Bevor er weiterspielte, klatschte der 105. der Weltrangliste noch einmal sarkastisch Beifall und rief ebenso sarkastisch "Fair Play, Man" in die Richtung seines Gegners.
Danach war der Bosnier völlig von der Rolle, verlor 17 der folgenden 20 Spiele und unter dem Strich mit 6:2, 2:6, 2:6 und 1:6 auch die Partie.
Seinen Wutausbruch führte Dzumhur während der gesamten Zeit fort. Vor Beginn des dritten Satzes bat er Supervisor James Garner mit reichlich Nachdruck zum Gespräch.
"Es ist sehr schwer zu spielen, wenn jemand da ist, der seinen Job nicht machen kann. Ich bin mir sicher, dass Ihnen das bewusst ist. Ich weiß nicht, was ich sagen soll - er hat eine Aufgabe und kann sie nicht gut erfüllen. Es wäre dasselbe, als käme ich auf den Tennisplatz und könnte keinen Ball schlagen", monierte Dzumhur.

Darum hatte Fery Ohrstöpsel drin

Und Fery? Der hatte sich in der Zwischenzeit Ohrstöpsel eingesetzt, um im Tunnel zu bleiben - mit Erfolg.
"Ich habe einfach versucht, mich auf mich selbst zu konzentrieren und den ganzen Lärm auszublenden, und das ist der beste Weg, mit solchen Situationen umzugehen", erklärte der Brite.
"Ehrlich gesagt war das zu erwarten", sagte der 23-Jährige nach dem Spiel zum Verhalten seines Gegenübers: "Das macht er bei jedem. Ich glaube, ich war einfach schon vor dem Spiel darauf vorbereitet. Wenn es ein 'Let' ist, dann ist es ein 'Let' für alle, oder? Es ist nicht nur ein 'Let' für ihn. Ob der Punkt weitergeht oder nicht, das ist für uns beide gleich."
Durch den Sieg hat Wildcard-Spieler Fery zum zweiten Mal in Folge die zweite Runde in Wimbledon erreicht - am Donnerstag trifft er dort auf den finnischen Qualifikanten Otto Virtanen, der zum Auftakt sensationell Ben Shelton aus dem Turnier genommen hat.
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Quelle: Eurosport


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