Kamil Majchrzak gewinnt ATP-Turnier in 's-Hertogenbosch: Pole plötzlich eine Gefahr für Alexander Zverev in Wimbledon?

Im Viertelfinale war die Nummer eins der Setzliste fällig. Im Halbfinale die Nummer drei und im Finale die Nummer zwei - Kamil Majchrzak landete beim Rasenklassiker in 's-Hertogenbosch einen Jackpot nach dem anderen und gewann seinen ersten Titel auf der ATP Tour. Der Pole ist mit 30 Jahren ein spät Berufener, hat aber das Zeug, in Wimbledon auch die Superstars um Alexander Zverev zu ärgern.

Highlights: Majchrzak gewinnt ersten Titel in ‘s-Hertogenbosch

Quelle: SNTV

Alex de Minaur gelang immerhin etwas, was Felix Auger-Aliassime und Daniel Medvedev verwehrt blieb: Der Australier gewann in 's-Hertogenbosch einen Satz gegen Kamil Majchrzak.
Zum Titel beim Rasenklassiker in den Niederlanden reichte es dennoch nicht; de Minaur unterlag in einem spannenden Finale 3:6, 6:2, 6:7.
Für Majchrzak erfüllte sich dagegen ein lang ersehnter Traum. Im Alter von 30 Jahren gewann der Pole seinen ersten ATP-Titel. "Ich bin sprachlos, das ist ein unglaublicher Moment für mich. Alex ist einer der härtesten Gegner, gegen die ich je gespielt habe. Ich wusste, ich musste mein Bestes geben, um zu gewinnen”, kommentierte Majchrzak seinen Sieg.
Nach beachtlichen Erfolgen im Juniorenbereich (Doppelsieger bei den US Open und Gold im Einzel bei den Jugendsommerspielen 2014) meinte es das Tennisleben nicht immer gut mit Majchrzak. Mitte 2023 wurde er von der International Tennis Integrity Agency (ITIA) wegen eines positiven Dopingtests aus dem Dezember 2022 für 13 Monate gesperrt.
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Majchrzak feiert Turniersieg beim Comeback

"Ich habe nie wissentlich eine verbotene Substanz eingenommen”, schrieb Majchrzak damals in den Sozialen Medien. "Das Resultat ist der größte Schock. Ich habe den schwierigsten Kampf meines Lebens begonnen - den Kampf, meine Unschuld zu beweisen."
Doch Majchrzak erkannte schnell die Ausweglosigkeit. Letztlich entschied er sich, mit der ITIA zu kooperieren. Er legte mehrere Proben und Kaufquittungen eines Nahrungsergänzungsmittels aus dem betreffenden Zeitraum vor und verkürzte seine Strafe so um ein halbes Jahr.
Trotz Überlegungen, den Tennisschläger an den Nagel zu hängen, arbeitete Majchrzak an seinem Comeback und war bereit, wieder ganz unten anzufangen.
In der erstmöglichen Woche nach der Sperre startete er beim ITF-Turnier in Monastir in der Qualifikation, was aufgrund des Herausfallens aus der Weltrangliste nur dank einer Wildcard möglich war. Mit acht Siegen ohne Satzverlust schnappte er sich auf Anhieb den Turniersieg.

Statement-Siege bei Wimbledon 2025

Fortan pendelte Majchrzak zwischen Challenger und ATP Tour - mit größtenteils überschaubarem Erfolg. Beim Wimbledonturnier 2025 rutschte er gerade noch so ins Hauptfeld und musste nicht in die Qualifikationsmühlen. Majchrzak nutzte diese Chance und blieb eine Woche lang im Turnier. Er schlug in Runde eins Matteo Berretini in fünf Sätzen und schoss in Runde drei Arthur Rinderknech, der Alexander Zverev in der ersten Runde besiegt hatte, in drei Sätzen vom Platz.
Rasen ist sein Belag, auf der grünen Wiese fühlt sich Majchrzak am wohlsten. Dies bekamen in 's-Hertogenbosch insbesondere Auger-Aliassime und Medvedev zu spüren. Beide Top-Ten-Spieler gewannen jeweils nur sieben Spiele.
Der Triumph in den Niederlanden und seine generelle Liebe zu Rasentennis bringt Majchrzak auf die Liste der potenziellen Gefahren für die Topstars in Wimbledon. Dabei unterscheidet sich der Pole mit seinem Spielstil grundlegend von anderen Spielern, die vor allem auf Rasen für Furore sorgen können.
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Kein klassisches Aufschlagmonster auf Rasen

Er ist weder ein Aufschlagmonster noch hat er überragende Gewinnschläge. Sein Tennis lebt weniger von purer Wucht, sondern vielmehr von Präzision, Tempo-Variationen und Spielintelligenz. Als Rechtshänder mit sauberem Grundlinienspiel sucht er selten das Risiko um jeden Preis, sondern baut Punkte geduldig auf. Besonders auffällig ist dabei seine gute Beinarbeit - ein Faktor, der auf dem schnellen Untergrund in Wimbledon entscheidend sein kann.
Hinzu kommt seine Fähigkeit, das Spieltempo häufig zu ändern, wodurch er seine Gegner aus dem Rhythmus bringt. Mal beschleunigt er, mal nimmt er bewusst Pace raus. Diese Variabilität ist auf Gras oft wertvoller als reine Schlaghärte.
Weiteres Plus ist Majchrzaks taktische Disziplin. Er spielt selten wild, sondern hält sich an klare Muster. Gegen Topspieler bedeutet das zwar oft, dass ihm der letzte Punch fehlt, aber gleichzeitig macht er wenige leichte Fehler. Damit zwingt er Gegner, selbst Lösungen zu finden und Druck zu erzeugen.

Majchrzak ärgerte Djokovic schon einmal

In Wimbledon gab es in der Vergangenheit immer mal wieder Spieler, die quasi aus dem Nichts durch die Decke schossen. 2013 erreichte Majchrzaks Landsmann Jerzy Janowicz das Halbfinale. 2022 spielte sich Tim van Rijthoven bis ins Achtelfinale vor und nahm dort dem späteren Turniersieger Novak Djokovic einen Satz ab.
Zwischen dem Niederländer und Majchrzak gibt es eine kuriose Parallele. Van Rijthoven gewann damals das Turnier in 's-Hertogenbosch - mit Siegen über Auger-Aliassime und Medvedev.
Majchrzak schickt sich an, auch in Wimbledon zu Stars zu nerven. Zverev, Sinner, Djokovic und Co. sollten sich vor dem potenziellen "Favoriten-Killer" in acht nehmen.
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Quelle: Eurosport



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