WTA Berlin: Eva Lys bleibt trotz früher Niederlagen locker - und bekommt viel Zuspruch von Superstar Aryna Sabalenka

Eva Lys muss beim Heimspiel bei den Berlin Tennis Open sowohl im Einzel als auch im Doppel früh die Segel streichen. Dennoch ist der deutschen Nummer zwei wenige Wochen vor dem prestigeträchtigen Grand-Slam-Wettbewerb in Wimbledon der Spaß am Spiel nicht zu nehmen. Mit beeindruckender Leichtigkeit nimmt sie die Aufgaben auf dem Platz an - und kämpft abseits davon weiter gegen Morddrohungen.

Highlights: Lys auf verlorenem Posten gegen Badosa

Quelle: Eurosport

Plötzlich ging Eva Lys vor Marta Kostyuk in die Knie, umarmte deren Beine und kroch symbolisch "zu Kreuze".
Gerade erst hatte Lys ihre Doppelpartnerin unabsichtlich an der Schulter getroffen, der Ukrainerin waren die Schmerzen anzusehen.
Mit ihrer unkonventionellen Entschuldigung aber zauberte die 23-Jährige ihrer Kollegin das Lächeln ins Gesicht zurück - und sorgte auch beim Publikum auf Court 1 des Steffi-Graf-Stadions für Freude.
Es war sonnenklar: Lys ist der Spaß am Tennis nicht zu nehmen, trotz der 2:6, 2:6-Niederlage gegen das topgesetzte Doppel mit Sara Errani/Jasmine Paolini, das erst vor eineinhalb Wochen den Titel bei den French Open gewann.
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Eva Lys entschuldigt sich bei ihrer Doppelpartnerin Marta Kostyuk

Fotocredit: Imago

Lys ist trotz ihrer jungen Jahre aber auch eine Spielerin, die vor brisanten Themen nicht zurückschreckt. So positioniert sich die Hamburgerin abseits des Platzes etwa gegen Morddrohungen im Netz. "Wir müssen weiter laut sein", betonte sie nun auch in Berlin.

Lys wird zur Lautsprecherin gegen Hass im Netz

Lys hat sich als Lautsprecherin gegen Cybermobbing und Hass-Kommentare hervorgetan, zeigt klare Kante und benennt Probleme.
Angesprochen auf ein "BBC"-Interview mit der britischen Tennisspielerin Katie Boulter, die übelste Beleidigungen und Morddrohungen publik machte, sagte sie: "Ich habe in der Vergangenheit viel darüber gesprochen und werde es auch in der Zukunft tun. Es ist einfach nicht in Ordnung."
"Wir müssen etwas unternehmen", führte die Weltranglisten-62. aus: "Jeder sollte darüber sprechen. Es ist einfach nicht akzeptabel."
Die Maßnahmen, die die WTA gegen diese Drohungen ergriffen hat, wirkten sich noch nicht gut genug aus, monierte die Deutsche. Daher müsse man "weiter laut werden. Gerade gibt es nicht genug Maßnahmen dagegen."

Sabalenka exklusiv zu Lys: Ich sehe, dass ..."

Die Freude am Tennis aber lässt sich das Talent nicht nehmen. Lys geht ihren Weg. Lob für diese Einstellung bekam sie unlängst von der Nummer eins der Welt, Aryna Sabalenka.
Die Belarussin lobte Lys im Exklusiv-Interview mit Eurosport.de: "Sie hat auf und neben dem Platz Spaß. Ich sehe, dass sie sehr gut darin ist, diese Dinge miteinander zu vereinbaren - auch wie sie spielt, wie sie kämpft", befand die dreimalige Grand-Slam-Turniersiegerin.
Und weiter: "Wenn man wirklich, wirklich liebt, was man tut, dann fällt einem alles leichter. Diese Freude kann ich bei ihr sehen. Ich sehe, wie sehr sie kämpft. Sie ist definitiv eine tolle Spielerin, die da heranwächst", so Sabalenka.

Lys freut sich über "jede Minute auf Rasen"

Erfreut war Lys in Berlin über ihre Erstrunden-Niederlagen in Einzel und Doppel freilich nicht. Dennoch zeigte sie sich zufrieden über die Entwicklung auf dem für sie noch eher neuen grünen Belag.
  • Das WTA-Turnier in Berlin bis 22. Juni live und auf Abruf auf discovery+
Gegen die an Nummer acht gesetzte Spanierin Paula Badosa hatte Lys am Montagnachmittag beim 1:6, 3:6 keine Chance, aber: "Ich würd mir eine 2 minus für mein Rasenspiel geben", verriet sie auf der Pressekonferenz nach dem Doppel.
Sie wisse genau, "wie ich im Training spiele. Ich bin froh, über jede Minute, die ich auf Rasen spiele. Ich sammle meine Erfahrungen."
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Lucky Lys - ein Märchen in Melbourne begeistert die Fans

Quelle: Eurosport

Und dann kam die "Lucky Lys", die es als Lucky Loserin im Januar bis ins Achtelfinale der Australian Open geschafft hatte, doch wieder durch: "Weiter geht's", gab die 23-Jährige das Motto aus - und hatte dabei ziemlich sicher Wimbledon im Kopf.
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Lys exklusiv: "Ziel ist es, das Lucky zu streichen"

Quelle: Eurosport


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