Sabalenka im Interview über Aussagen nach French-Open-Finale gegen Gauff: "Bereue absolut, was ich gesagt habe"

Bei den Berlin Tennis Open bereitet sich die Elite des Damen-Tennis auf Wimbledon vor. So auch Aryna Sabalenka. Die Weltranglistenerste schlägt in Berlin zum ersten Mal seit ihrer Finalniederlage gegen Coco Gauff bei den French Open auf. In der Folge hatte Sabalenka mit kontroversen Aussagen für Kritik gesorgt - etwas, das sie "absolut bereut", wie sie im exklusiven Eurosport-Interview zugab.

Sabalenka: "Schlechtestes Finale, das ich je gespielt habe"

Quelle: Eurosport

In Vorbereitung auf das dritte Grand-Slam-Turnier des Jahres in Wimbledon, dem wohl prestigeträchtigsten Tennis-Wettbewerb der Welt, versammelt sich die geballte Damen-Elite in der Hauptstadt der Bundesrepublik.
Bestens gelaunt und mit frisch gewaschenen Haaren stellte sich Sabalenka bei schönstem Blick auf den Hundekehlesee unweit des Steffi-Grad-Stadions in Berlin-Grunewald den Reporter-Fragen. Sie gehe mit viel "Selbstbewusstsein" in die Rasensaison, erklärte Sabalenka dort. Auch, wenn sie "kaum Zeit" gehabt habe, um sich nach den French Open zu erholen.
Besonders ein Thema hatte nach der Final-Niederlage gegen die US-Amerikanerin Coco Gauff in Paris die Medien beschäftigt: Sabalenka hatte auf der Pressekonferenz nach dem Match ihrem Frust freien Lauf gelassen und ausgesagt, Gauff habe das "Match nicht gewonnen, weil sie unglaublich gut gespielt hat, sondern weil ich all diese Fehler gemacht habe."
Ein großer Fehler, den die 27-Jährige bereue, wie sie im exklusiven Interview mit Eurosport verriet - der sie aber auch stärker gemacht habe.
Frau Sabalenka, Hardcourt ist ihr bester Belag, dort fühlen Sie sich am wohlsten - wie sieht's mit Rasen aus?
Aryna Sabalenka: Ich liebe Rasen. Vor allem nach der Sandplatzsaison. Dort muss man sehr hart um jeden Punkt kämpfen. Auf Rasen geht alles etwas schneller, man muss nicht so lange für einen Punkt arbeiten. Das genieße ich sehr.
Die Berlin Tennis Open sind das einzige Vorbereitungsturnier für Sie auf Rasen, bevor es nach Wimbledon geht. Wie wichtig ist das Turnier in Berlin für Sie?
Sabalenka: Leider ist der Kalender so eng getaktet, sodass man kaum Zeit hat, sich nach Roland-Garros richtig zu erholen. Es gibt nicht so viele Möglichkeiten vor Wimbledon, das Gras zu "spüren". Für mich ist es also sehr wichtig, hier zu sein, Matchpraxis zu bekommen. Ich muss mich wieder daran erinnern, wie ich mich auf Rasen bewege. Es ist also sehr wichtig.
Wie gehen Sie mit dem Wechsel von Sand auf Rasen um? Legen Sie im Training einen bestimmten Fokus?
Sabalenka (lacht): Das ist echt tricky. Es ist hart. Meine Po- und Oberschenkelmuskulatur sind jetzt schon müde. Ich fokussiere mich darauf, will sichergehen, dass mein Körper damit zurechtkommt, tief runterzugehen - und so nah am Boden für Stunden zu bleiben. Extra-Arbeit also für die Beine.
Es geht darum, wie bereit du bist, auf den Platz zu gehen und dich zu messen, auch wenn es mal nicht so gut läuft. Es geht darum, wie bereit du bist, rauszugehen und dafür zu kämpfen, was du willst.
Letztes Jahr haben Sie sich hier in Berlin verletzt und anschließend Wimbledon verpasst. Beeinflusst Sie das noch negativ, wenn Sie hierherkommen?
Sabalenka: Das war neu für mich, ich hatte so etwas noch gar nicht erlebt. Aber wir haben daraus gelernt und konnten aus der Erfahrung auch etwas mitnehmen. Ich bin körperlich fit und fühle mich stark und hoffe einfach, dass so etwas nie wieder passiert.
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Aryna Sabalenka beim WTA-Turnier in Berlin 2025

Fotocredit: Getty Images

Wie selbstsicher fahren Sie nach Wimbledon - als Nummer eins der Welt ist das Ziel doch sicherlich, das Turnier zu gewinnen?
Sabalenka: Wir haben alle dasselbe Ziel: Das Turnier zu gewinnen. Ich habe in all den Jahren viel Selbstbewusstsein aufgebaut, aber ich habe gleichzeitig realisiert: Es hat nichts mit Selbstbewusstsein zu tun. Es geht darum, wie bereit du bist, auf den Platz zu gehen und dich zu messen, auch wenn es mal nicht so gut läuft. Es geht darum, wie bereit du bist, rauszugehen und dafür zu kämpfen, was du willst.
Wenn man wirklich, wirklich liebt, was man tut, dann fällt einem alles leichter und diese Freude kann ich bei ihr sehen. Ich sehe, wie sehr sie kämpft. Sie ist definitiv eine tolle Spielerin, die da heranwächst.
Eva Lys ist der Fan-Liebling hier vor ihrem Heim-Publikum. Haben Sie Ihren Aufstieg in dieser Saison verfolgt?
Sabalenka: Ich habe einige ihrer Matches gesehen, ja. Sie ist eine dieser Spielerinnen, die ihre Reise definitiv genießen. Sie hat auf und neben dem Platz Spaß. Ich sehe, dass sie sehr gut darin ist, diese Dinge miteinander zu vereinbaren, auch wie sie spielt, wie sie kämpft. Wenn man wirklich, wirklich liebt, was man tut, dann fällt einem alles leichter und diese Freude kann ich bei ihr sehen. Ich sehe, wie sehr sie kämpft. Sie ist definitiv eine tolle Spielerin, die da heranwächst.
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Das sagt Becker zu den Auftritten von Altmaier und Lys

Quelle: Eurosport

Gibt es auf der WTA-Tour eine Spielerin, die auf Rasen besonders zu beachten ist?
Sabalenka: So viele! Elena Rybakina auf jeden Fall. Auch Ons (Jabeur, Anm. d. Red.) mit ihrem guten Händchen. Auf Rasen muss man flach spielen und gleichzeitig einen guten Touch haben. Das können viele Spielerinnen sehr gut, da rechne ich mich auch selbst mit ein. Meine Favoritin auf Rasen ist aber Elena (Rybakina, Anm. d. Red.).
Da muss ich zustimmen, das war einfach absolut unprofessionell von mir. Ich habe mich von den Emotionen leiten lassen. Ich bereue absolut, was ich damals gesagt habe.
Sie mussten nach dem French-Open-Finale Kritik für Ihre Aussagen auf der Pressekonferenz einstecken. Damals sagten Sie, Coco Gauff habe das Spiel nicht gewonnen, weil sie die bessere Spielerin war, sondern, weil Sie selbst zu viele Fehler gemacht haben. Wie sind Sie mit der Kritik umgegangen?
Sabalenka: Da muss ich zustimmen, das war einfach absolut unprofessionell von mir. Ich habe mich von den Emotionen leiten lassen. Ich bereue absolut, was ich damals gesagt habe. Wissen Sie, wir machen alle Fehler. Ich bin auch nur ein Mensch, der noch dazu lernt im Leben. Ich denke, wir haben alle diese Tage, an denen man die Kontrolle verliert. Der Unterschied zu mir ist: Mir schaut die Welt dabei zu. Ich bekomme anschließend viel mehr Hass für das, was ich getan habe als andere Menschen. Aber, was ich noch sagen möchte: Ich habe Coco danach geschrieben - nicht sofort, aber vor Kurzem.
Mit welchem Inhalt?
Sabalenka: Ich wollte mich entschuldigen und sichergehen, dass sie weiß, dass sie es absolut verdient hatte, das Turnier zu gewinnen und ich sie respektiere. Ich hatte nie die Absicht, sie anzugreifen. Ich war super emotional und nicht sehr smart auf dieser Pressekonferenz. Ich bin nicht unbedingt dankbar für das, was ich getan habe. Es hat eine Weile gedauert, bis ich mich noch einmal damit beschäftigt habe, mit offenen Augen daran gegangen bin und verstanden habe. Mir ist sehr viel über mich selbst bewusst geworden. Warum habe ich so viele Finals verloren? Ich bin immer wieder so emotional geworden. Ich habe also sehr viel gelernt. Vor allem eins: Ich bin diejenige, die immer sehr respektvoll mit ihren Gegnerinnen umgeht - ob ich verliere, oder gewinne. Ohne diesen Respekt wäre ich heute nicht da, wo ich jetzt bin. Es war also eine harte, aber sehr lehrreiche Lektion für mich.
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Top 5 im Finale: Gauff und Sabalenka liefern sich großen Fight

Quelle: Eurosport


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