Aryna Sabalenka aus Belarus klagt: "Ich habe noch nie so viel Hass in der Umkleidekabine erlebt"

Aryna Sabalenka aus Weißrussland hat beim Masters in Miami berichtet, dass sie "noch nie so viel Hass in der Umkleidekabine erlebt" habe. Belarus unterstützt Russland beim Krieg in der Ukraine, Sabalenka stellte sich jedoch auf die Seite der Ukraine. Für die Nummer 2 der Weltrangliste sei es schwer zu verstehen, warum sie so viele Leute ohne Grund hassen würden: "Ich habe nichts getan."

Aryna Sabalenka beim Indian-Wells-Turnier.

Fotocredit: Getty Images

Beim WTA-Turnier in Indian Wells (8. bis 19. März) hatte sich die Ukrainerin Lesia Tsurenko vom Drittrundenduell gegen Sabalenka zurückgezogen. Tsurenko nannte dem ukrainischen Tennisverband dafür zwei Gründe: Einerseits habe sie eine Panikattacke erlitten, nachdem ihr WTA-Boss Steve Simon gesagt habe, dass er russische und belarussische Spieler bei Olympia unterstütze. Andererseits sei die 33-jährige Ukrainerin aufgrund der Nationalität ihrer Gegnerin aus Weißrussland nicht angetreten.
Tsurenkos Trainer Nikita Vlasov ging im Interview mit dem ukrainischen Medium "Tribuna" noch deutlich weiter. Er richtete seine Worte direkt an Sabalenka: "Es ist deine Schuld, du unterstützt das blutige Regime deines Diktators. Du hast ihn gewählt, du stehst komplett auf seiner Seite. Und du unterstützt auch Lukaschenkos Aktionen gegen die Ukraine. Die schrecklichen Ereignisse sind auch deine Schuld, Aryna, wie alle anderen, die auf der Seite der Regime in Belarus und Russland stehen.“
Sabalenka hatte zuvor klargestellt, dass die russischen und belarussischen Athleten nicht für die Taten ihrer Regierungen verantwortlich seien. Die 24-Jährige berichtete zudem, "merkwürdige Gespräche" mit einigen Spielerinnen geführt zu haben.
Sabalenka kenne Hasskommentare von Instagram, wenn sie eines ihrer Spiele verliere - aber in der Umkleide sei dieser Hass neu für sie. "Es war wirklich schwer, aber jetzt wird es besser", sagte die zweifache Grand-Slam-Siegerin.

Sabalenka findet: Ukrainische Spieler brauchen nicht mehr Unterstützung

Die Polin Iga Swiatek, Nummer 1 der WTA, hatte zuvor mehr Unterstützung für ukrainische Spieler gefordert. Sabalenka widersprach dieser These am Dienstag jedoch: Ich teile nicht unbedingt die Meinung von Iga. Sie soll sich die Sachen, die getan wurden, anschauen, bevor sie Kommentare abgibt.
In Indian Wells verlor Sabalenka im Finale gegen Elena Rybakina aus Kasachstan. Die 24-jährige Belarussin sagte während des Turniers, dass die russische Invasion in der Ukraine gleichzeitig Angst und Einheit unter den Spielerinnen erzeugen würde.
Russische und belarussische Athleten dürfen auf der WTA- und ATP-Tour nicht unter ihrer Flagge auflaufen, sondern nur als individuelle Sportler ohne Nationalbezug.
Die Wimbledon-Organisatoren ließen 2022 keine Profis aus Russland und Weißrussland auf dem heuligen Rasen antreten. In Belarus werden russische Truppen für den Krieg stationiert. Diktator Alexander Lukaschenko ist mit Russlands Wladimir Putin verbündet, aber bisher nicht direkt in den Krieg eingetreten.
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Final-Highlights: Rybakina entzaubert Sabalenka

Quelle: SNTV

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