In der Runde zuvor lag Aryna Sabalenka gegen Cori Gauff 1:6, 7:5, 2:5 hinten, ehe sie sich im dritten Satz in den Tiebreak kämpfte und diesen schließlich 7:2 gewann.

Im Viertelfinale gelang der in Ostrau an Drei gesetzten Sabalenka ein noch eindrucksvolleres Comeback. Gegen die Spanierin Sara Sorribes Tormo, 73. der Weltrangliste, lief zunächst gar nichts zusammen, nach nur 27 Minuten war der erste Satz 0:6 verloren.

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"Ich habe keinen Ball reinspielen können, habe mich schlecht bewegt, war schlicht nicht auf dem Platz", meinte Sabalenka hinterher selbstkritisch.

Auch der zweite Durchgang startete schlecht für die eigentlich favorisierte Belarussin, die teilweise lautstark über ihre schwache Leistung fluchte. Sorribes Tormo zog schnell auf 4:0 davon.

Sabalenka dachte schon an den Heimweg

"Gedanklich war ich da schon in der Umkleide und auf dem Weg nach Hause", sagte Sabalenka: "Aber dann ist mir eingefallen, dass ich auch noch Doppel spielen muss."

Bei eigenem Aufschlag führte die servierende 22-Jährige dann doch endlich mal 40:0, doch die Spanierin kämpfte sich wieder ran und erzwang nach Einstand zwei Breakchancen mit der Möglichkeit aufs 6:0, 5:0.

Mit dem Mute der Verzweiflung gelang Sabalenka dann aber doch noch der erste Spielgewinn zum 1:4. Ergebniskosmetik, könnte man meinen – doch dieser Spielgewinn änderte alles.

Sabalenka kommt zurück

Sabalenka spielte plötzlich wie ausgewechselt. Beim 2:4 nahm sie Sorribes Tormo mit nur einem Gegenpunkt den Aufschlag ab, servierte zu Null zum 3:4 durch.

Beim nächsten Aufschlagspiel der Spanierin ging es fünfmal über Einstand, Sabalenka wehrte fünf Spielbälle der Spanierin zum möglichen 5:3 ab und glich aus.

Prompt gelang Sabalenka ein weiteres Break – und nach 1:02 Stunde ging Satz zwei tatsächlich mit 6:4 an die 22-Jährige.

Der Widerstand ihrer zwei Jahre älteren Kontrahentin war damit offenbar gebrochen: Im dritten Satz machte Sorribes Tormo nur noch elf Punkte. Bei 0:3 ließ sie sich sogar ein 40:0 nehmen und verlor schließlich nach insgesamt 2:01 Stunden 6:0, 4:6, 0:6.

Sabalenka jetzt gegen Brady

"Das war echt verrückt", meinte die Siegerin, "jetzt bin ich einfach überglücklich."

Sabalenka trifft im Halbfinale nun am Samstag auf die US-Open-Halbfinalistin Jennifer Brady (USA). "Vielleicht sollte ich vorher einfach schon mal einen Satz spielen", scherzte die 22-Jährige.

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