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Kerber krönt sich zur Königin von Stuttgart
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Publiziert 26/04/2015 um 17:11 GMT+2 Uhr
Als sich für Angelique Kerber der große Traum vom Heimsieg erfüllt hatte, konnte sie ihr Glück kaum fassen. Ungläubig schaute die 27-Jährige nach ihrem zweiten Turniertriumph binnen zwei Wochen in die Box zu ihren Großeltern. Dank eines 3:6, 6:1, 7:5-Sieges im Finale des WTA-Turniers in Stuttgart gegen Caroline Wozniacki (Nr. 4) hat Kerber ihre wochenlange Krise endgültig hinter sich gelassen.
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"Ich habe bis zum Schluss gekämpft und am Ende alle Reserven rausgeholt. Ich bin megastolz, vor Heimpublikum gewonnen zu haben", sagte Kerber, die im letzten Satz bereits mit 3:5 zurückgelegen hatte und nur noch zwei Punkte von der Niederlage entfernt war: "Aber ich habe weiter mit Herz und Leidenschaft gespielt."
Mit Sportwagen auf Top-Ten-Kurs
Auch ihren eigens aus Polen angereisten Großeltern war das Glück anzusehen. Durch den zweiten Turniersieg binnen zwei Wochen hat Kerber ihre wochenlange Krise endgültig beendet und nach elf Erfolgen in Serie wieder Kurs auf die Top Ten genommen.
Als Belohnung durfte die Weltranglisten-14. neben einem Preisgeld von 100.000 Euro auch ein 430 PS starkes Sportcabrio mit nach Hause nehmen. Samt der Gewissheit, dass sie in den Tagen des hochkarätig besetzten Hallensandplatz-Turniers zum neuen Publikumsliebling avanciert ist. Ihr Coach Torben Beltz musste am Sonntagabend noch eine Wette einlösen und auf dem Stuttgarter Frühlingsfest Achterbahn fahren.
Angeschlagen und mit dick bandagiertem Oberschenkel hatte sich Kerber mit Siegen über die topgesetzte Titelverteidigerin Maria Scharapowa (WTA-Nr. 2), Jekaterina Makarowa (beide Russland/Nr. 8), Madison Brengel (USA/Nr. 43) und US-Open-Finalistin Wozniacki zu ihrem fünften Karrierecoup gekämpft.
"Angie ist endgültig zurück. Sie soll das jetzt genießen", sagte Fed-Cup-Teamchefin Barbara Rittner über ihre Nummer zwei, die beim Heimspiel endlich wieder die Qualitäten zeigte, die ihr zwischen Mitte Januar bis Ende März irgendwie abhanden gekommen waren.
Zweiter Turniersieg binnen kurzer Zeit
Vor allen Dingen ihren bedingungslosen Kampfgeist hat sie neu entdeckt. "Hinter mir liegt eine schwierige Zeit, aber ich habe immer an mich geglaubt", meinte Kerber.
Die Wende zum Guten war der Linkshänderin vor knapp zwei Wochen gelungen, als sie nach Wochen voller Pleiten, Pech und Pannen völlig überraschend das Turnier in Charleston/South Carolina gewann. Es war der vielleicht entscheidende Schritt aus der Krise, die sich zu Beginn des Jahres nicht angedeutet hatte.
Kerber war in Brisbane (Viertelfinale) und Sydney (Halbfinale) gut in die Saison gestartet. Das Erstrunden-Aus bei den Australian Open aber setzte der mental labilen Kielerin mächtig zu. Es folgten drei weitere Auftaktschlappen - die Verunsicherung wurde immer größer. Ein Teufelskreis.
Im Februar fiel sie nach knapp drei Jahren aus den Top Ten und verlor zudem den Status als deutsche Nummer eins an Petkovic. "Ich habe gut trainiert, aber konnte die Leistungen irgendwie nicht ins Match übertragen", berichtete "Angie".
Neuer Trainer - neues Glück
Was in der Not folgte, war die Entlassung von Coach Benjamin Ebrahimzadeh und die neuerliche Zusammenarbeit mit ihrem alten Trainer Beltz. "Er kennt mich einfach sehr gut und glaubt an mich", sagte Kerber.
In der schwierigen Zeit half der Wimbledon-Halbfinalistin von 2012 auch Steffi Graf. Bei einigen gemeinsamen Trainingseinheiten in Las Vegas gab die Ikone Tipps. "Es ist wichtig, auch mal andere Meinungen zu hören und neue Impulse zu bekommen", meinte Kerber, die Markenbotschafterin des Hauptsponsors des Stuttgarter Turniers ist. Kein Wunder, dass sie sich in der Schwabenmetropole fast wie zu Hause fühlt. Wiedererstarkt nach einer schweren Krise.
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