Abgesehen von der noch bis kommenden Freitag in Saudi-Arabien laufenden Rallye Dakar wurde das Motorsportjahr 2021 an diesem Wochenende mit einem zweiten größeren Event im Mittleren Osten eröffnet.
Auf dem Bahrain International Circuit fand das 12-Stunden-Rennen am Persischen Golf für GT3- und GT4-Autos statt. Bei den vorherigen Auflagen wurde das Rennen stets in Abu Dhabi ausgetragen, nun erstmals in Bahrain.
Genau wie früher auf dem Yas Marina Circuit, so wurden auch diesmal auf der Grand-Prix-Variante des Bahrain International Circuit die zwölf Stunden nicht an einem Stück absolviert. Stattdessen bestand das am Samstag stattgefundene Rennen wieder aus zwei sechsstündigen Hälften, die planmäßig durch eine zweistündige Pause unterbrochen waren.
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Lediglich zwölf Autos waren gemeldet, was angesichts der aktuellen logistischen Herausforderungen im Zusammenhang mit der Coronavirus-Pandemie aber trotzdem eine durchaus beachtliche Zahl ist. In der Topklasse Pro traten lediglich zwei Autos an, nämlich zwei McLaren 720S GT3 von 2 Seas Motorsport. Der Rennstall ist in Bahrain ansässig und hat für dieses Jahr auch zwei solcher Autos für die DTM gemeldet.

McLaren triumphiert in Bahrain

Bei den 12 Stunden von Bahrain verteilten sich die übrigen zehn Autos im Feld auf die Klassen Pro-Am, Am sowie GT4. Der Sieg aber ging mit der Zieldurchfahrt um 23:30 Uhr Ortszeit (21:30 Uhr MEZ) an einen der ausschließlich mit Profis besetzten 2-Seas-McLaren.
Isa Bin Abdulla Al-Khalifa, Ben Barnicoat und Martin Kodric pilotierten den blauen 720S mit der Startnummer 33 zum Sieg. Trotz eines außerplanmäßigen Boxenstopps aufgrund eines Getriebeproblems kurz vor Ende der ersten Rennhälfte ging man als Spitzenreiter in die Pause.
Nach der zweiten Rennhälfte war der Vorsprung des siegreichen McLaren auf die Konkurrenz dann nur noch in Runden zu messen. Abgesehen von den Zweitplatzierten (eine Runde Rückstand) lagen alle weiteren Verfolger mindestens zwei Runden zurück. Das gesamte zweigeteilte Rennen ging ohne eine Safety-Car-Phase über die Bühne.

Rossi & Co. auf Platz vier

Mit sechs Autos war die Pro-Am-Klasse die zahlenmäßig am stärksten besetzte. Eines dieser Fahrzeuge: der Ferrari 488 GT3 mit der Startnummer 46 von Kessel Racing mit MotoGP-Superstar Valentino Rossi, dessen Halbbruder Luca Marini (in diesem Jahr ebenfalls MotoGP-Pilot) und Rossis langjährigem persönlichen Betreuer "Uccio".
Basierend auf den Durchschnittszeiten der Fahrer aus dem Qualifying vom Freitag waren Rossi/Marini/"Uccio" vom achten Startplatz im Feld (dem sechsten in der Pro-Am) ins Rennen gegangen. Noch im Verlauf der ersten sechs Stunden fingen sie sich aber eine Runde Rückstand ein.
"Uccio", der eigentlich Alessio Salucci heißt, kassierte eine Durchfahrtsstrafe, weil er bei Ausfahrt aus der Boxengasse die durchgezogene weiße Linie überfahren hatte. Während der zweistündigen Pause rangierte das Trio aus der MotoGP-Szene an fünfter Stelle. Somit nahm man die zweiten sechs Stunden von dieser Position in Angriff.
Den Rundenrückstand aber holten Rossi/Marini/"Uccio" nicht mehr auf. Im Gegenteil: Aufgrund des hohen Tempos des führenden 2-Seas-McLaren kam noch eine weitere Runde Rückstand hinzu. Am Ende wurde es für den Kessel-Ferrari mit der Startnummer 46 der vierte Platz im Rennen und der dritte in der Pro-Am-Klasse.

Klassensieg für Dinamic-Porsche in der Pro-Am

Zur Erinnerung: Bei der vorherigen Auflage dieses Langstreckenrennens im Mittleren Osten, den 12 Stunden von Abu Dhabi 2019, hatten Rossi/Marini/"Uccio" bei damals 30 Autos im Feld trotz einer Zeitstrafe den starken dritten Platz im Gesamtergebnis und den Klassensieg in der Pro-Am eingefahren.
Bei den 12 Stunden von Bahrain 2021 nun wurden die Plätze zwei und drei im Gesamtergebnis des Rennens belegt von Pampinini/Calamia/Monaco (Dinamic-Porsche) und von Loggie/Froggatt/MacLeod (RAM-Mercedes). Die Besetzung des Dinamic-Porsche feierte damit trotz eines frühen Drehers von Pampinini den Klassensieg in der Pro-Am.
Indes war der zweite McLaren von 2 Seas - gefahren von Ex-IndyCar-Pilot Ed Jones sowie Lewis Williamson und Dylan Pereira - eines von zwei Autos, die nicht ins Ziel kamen. Grund war ein terminaler Schaden am Turbolader nach gerade mal einer der insgesamt zwölf Rennstunden.
Und auch der zweite Ausfall im Rennen betraf einen McLaren: den in der Pro-Am-Klasse gemeldeten 720S von Inception Racing (Iribe/Millroy/Moss/Osborne), der von Bremsproblemen heimgesucht wurde.

Nächste Auflage des 12-Stunden-Rennens wohl in Abu Dhabi

Neben dem Kessel-Ferrari von Rossi/Marini/"Uccio" gab es noch zwei weitere Kessel-Ferrari im Feld. Einer davon war mit Cuhadaroglu/Zollo/Fumanelli/Tabacchi als einziges Auto in der Am-Klasse gemeldet. Im Gesamtergebnis des Rennens wurde es für diesen Ferrari der sechste Platz hinter dem einzigen Bentley im Feld, dem Continental GT3 von Parker Racing mit Pierce/McKay/Meyrick am Lenkrad.
Die GT4-Klasse war mit drei Autos besetzt und wurde gewonnen vom Villorba-Corse-Mercedes (D'Auria/Strignano/Randazzo/Camarlinghi).
Die nächste Auflage des 12-Stunden-Rennens am Persischen Golf ist vorläufig für den 18. Dezember dieses Jahres angesetzt. Dann soll gemäß der ursprünglichen Tradition wieder in Abu Dhabi gefahren werden.
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(Motorsport-Total.com)

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