24 Stunden von Le Mans 2026 - Qualifying: So funktioniert die zweiteilige Hyperpole mit zwei wichtigen Änderungen

Nach diversen Anpassungen am Hyperpole-Format seit dessen Einführung im Jahr 2020 ist das Regelwerk für dieses Jahr größtenteils stabil geblieben. Es gibt jedoch eine entscheidende Änderung: Qualifying, Hyperpole 1 und Hyperpole 2 müssen von verschiedenen Fahrern bestritten werden – entsprechend braucht es taktische Weitsicht. Am Mittwoch geht die Action mit dem ersten freien Training los.

24 Stunden von Le Mans: So lief die WEC-Saison 2026 bislang

Quelle: Eurosport

An die Trainingssessions auf dem Circuit de la Sarthe schließen sich direkt zwei 30-minütige Qualifying-Sessions an: eine für LMP2 und LMGT3 (mit insgesamt 44 Fahrzeugen) und eine zweite ausschließlich für die 18 Hypercars.
Am Ende dieser Sessions qualifizieren sich in jeder Klasse 15 Fahrzeuge für die Hyperpole. Während diese Zahl bei den Hypercars gleich bleibt, sind es für LMP2 und LMGT3 jeweils drei Fahrzeuge mehr als 2025, als lediglich die besten zwölf Autos den Sprung in die Hyperpole 1 schafften. Alle Startplätze ab Position 16 in jeder Klasse werden mit dem Qualifying vergeben.
Am Donnerstagabend folgt dann der Höhepunkt mit gleich vier Sessions, bestehend aus zwei Hyperpole-Durchgängen für jede Klasse.
Die Hyperpole 1 (H1) dauert 20 Minuten. Hier treten alle qualifizierten Fahrzeuge gegeneinander an.

Zweimal zwei Hyperpole-Sessions am Donnerstag

In allen Klassen kommen die zehn Schnellsten weiter, die Startplätze 11 bis 15 werden damit in der Hyperpole 1 in allen drei Klassen festgelegt.
Auch das ist eine kleine Änderung gegenüber 2025, als in LMP2 und LMGT3 nur jeweils acht Fahrzeuge in die Hyperpole 2 kamen.
Die Hyperpole 2 (H2) dauert 15 Minuten. In diesem finalen Shootout wird in allen Klassen unter den zehn qualifizierten Fahrzeugen die Poleposition in jeder Kategorie vergeben. Der Ausgang dieser Session bestimmt in allen Klassen die ersten zehn Startplätze.
Den Auftakt machen die LMP2- und LMGT3-Boliden von 20 Uhr bis 20:50 Uhr, die beiden Hyperpole-Sitzungen der Hypercars stehen von 21:05 bis 21:55 Uhr auf dem Programm.

Neue Fahrer-Regelungen

Neu ist, dass nun alle drei Fahrer die Hyperpole bestreiten müssen. In den vergangenen Jahren galt in der Hypercar-Klasse lediglich die Regel, dass der H1-Fahrer nicht die H2 bestreiten konnte. Nun muss zwangsläufig jeder Fahrer zum Einsatz kommen.
Eine Regel, die in der LMGT3 bereits gegolten hat, wird auf die LMP2 ausgedehnt: Das Qualifying muss nun vom Fahrer mit dem niedrigsten Fahrer-Rating bestritten werden, also entweder Silber oder Bronze.
In der LMGT3 wiederum wurde die Regel, dass nur Silber-Fahrer in der Hyperpole fahren dürfen, fallen gelassen. Das stellt die Teams nun vor eine spannende Frage: Soll der stärkste Fahrer bereits die Hyperpole 1 bestreiten, um sicher in die Hyperpole 2 zu kommen, oder soll den Silber-Fahrer in der H1 antreten lassen, auf das Risiko hin, dass der stärkste Fahrer gar nicht mehr zum Fahren kommt?
Insgesamt bleibt festzuhalten, dass das Qualifying eher ein Event für sich ist und keinen allzu großen Einfluss auf das sportliche Geschehen im Rennen hat. Der Startplatz ist beim 24-Stunden-Rennen selbst bei dem aktuellen, sehr dicht beisammen liegenden Feld zweitrangig.

Die wichtigsten Regeln im Überblick

Kein Nachtanken: Während aller Qualifying-Sessions ist das Betanken verboten. Auch das Einfahren in die Garage ist untersagt.
Rote Flagge: Sorgt ein Teilnehmer dafür, dass eine Session mit einer roten Flagge unterbrochen werden muss, werden ihm alle bis dahin erzielten Rundenzeiten gestrichen - es sei denn, die Rennleitung erkennt außergewöhnliche Umstände.
Startplatzregelung bei Ausfall: Kann eine Session (H1 oder H2) nicht durchgeführt werden, zählt das letzte gültige Ergebnis (Qualifying oder H1) für die Startaufstellung.
Keine Rundenzeit gesetzt: Fahrzeuge, die in einer Session keine Zeit fahren, starten am Ende ihrer Kategorie - hinter allen, die teilgenommen haben.
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Quelle: Eurosport


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